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Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit Jeder in Arbeitsschutz investierte Euro hat einen Wert von 2,2 Euro

| Autor / Redakteur: Peter Littig / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

„Macht nur Arbeit und kostet“ – ein weitverbreiteter Trugschluss, denn wer in Prävention investiert, erfüllt nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern stärkt auch sein Image nach außen, indem er sich über die Mindeststandards hinaus engagiert. Qualifizierte Arbeitssicherheits-Fachkräfte bilden dabei den Schlüssel für umfassenden Arbeitsschutz.

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Bild 1: Die Aufgaben eines Sicherheitsbeauftragten gehen heute weit über die Überwachung technischer Sicherheitsvorkehrungen hinaus.
Bild 1: Die Aufgaben eines Sicherheitsbeauftragten gehen heute weit über die Überwachung technischer Sicherheitsvorkehrungen hinaus.
(Bild: Dekra )

Die technische Ausstattung ist immer seltener die Ursache für Arbeitsunfälle. Viel häufiger geht die Gefahr von unzureichend instruiertem Personal oder schlecht organisierten Prozessen aus. Dementsprechend gehen die Aufgaben von Sicherheitsfachkräften heute über die Überwachung technischer Sicherheitsvorkehrungen hinaus (Bild 1). Die Dekra Akademie hat im Rahmen des aktuellen Arbeitsmarktreports analysiert, was die Hauptaufgaben von Fachkräften im Bereich Arbeitssicherheit sind und welche Qualifikationen und Fähigkeiten Arbeitgeber von den Experten erwarten. Im Idealfall haben Fachkräfte im Bereich Arbeitssicherheit einen ganzheitlichen Blick auf die Unternehmensprozesse, um präventiv agieren zu können.

Arbeitssicherheitskräfte unterstützen die Unternehmensleitung

Über die Hälfte der gesuchten Fachkräfte soll die Rolle eines Beraters im Unternehmen erfüllen (Bild 2). Sie unterstützen Unternehmensleitung und Führungskräfte, indem sie Lösungen erarbeiten, mit denen Gefährdungen beseitigt, bestehende Maßnahmen optimiert oder die Gesundheit der Mitarbeiter sichergestellt werden können. Als Basis führen sie regelmäßig Analysen durch und erstellen Berichte. Doch die besten Präventionsstrategien greifen nicht, wenn kein unternehmensweites Sicherheitsbewusstsein und -verständnis vorhanden ist. Die Kollegen und Führungskräfte weiterzubilden, zählt deshalb zu den Hauptaufgaben einer Fachkraft für Arbeitssicherheit (Bild 3).

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Die Aufgaben sind anspruchsvoll. Deshalb setzen fast alle ausgeschriebenen Positionen einen fundierten technischen Berufsabschluss voraus: Am häufigsten erwarten Arbeitgeber ein Ingenieur- oder sonstiges technisches Studium als Basis (60,4 %), in jeder zehnten Offerte nennen sie ein Studium, ohne die Fachrichtung zu konkretisieren. Aber auch Kandidaten mit einer technischen Ausbildung haben sehr gute Chancen, vor allem, wenn sie eine Meister- oder Technikerqualifizierung mitbringen. Auf Positionen, für die ein Studium gefordert wird, können sich alternativ des Öfteren auch Fachkräfte mit technischer Ausbildung oder Meister mit entsprechenden Zusatzqualifikationen bewerben.

Neben dem Berufsabschluss spielen Fachzertifikate als Nachweis für Qualifikationen auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit eine wichtige Rolle. Als gängigster Weg in dieses Aufgabengebiet hat sich die Qualifizierung zur „Fachkraft für Arbeitssicherheit“ etabliert: Sie ist für mehr als jede zweite Position Pflicht (56 %), gefolgt von der Berufsbezeichnung „Sicherheitsingenieur“ – bei der sich sowohl Absolventen dieser Studienrichtung als auch Kandidaten mit technischem Studium plus Zertifikat zur Fachkraft für Arbeitssicherheit angesprochen fühlen dürfen. Außerdem wünschen Arbeitgeber verschiedene weitere Nachweise, beispielsweise zum Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator oder auf den Gebieten Brandschutz und Umweltschutz. Normen und Regelwerke entwickeln sich weiter, deshalb müssen die Experten bereit sein, sich weiterzuqualifizieren.

Motivierte Mitarbeiter bringen kreatives Input ins Unternehmen

Sie überzeugen und halten dazu an, Vorgaben zu befolgen oder initiieren Veränderungen – manchmal auch gegen Widerstände. Dafür müssen die Fachkräfte kommunikativ, team- und durchsetzungsfähig sein. Dies sind Eigenschaften, auf die beispielsweise auch Stefan Beling bei der Auswahl neuer Mitarbeiter achtet. Er verantwortet bei Weidmüller die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz. Darüber hinaus legt er Wert darauf, dass seine Mitarbeiter motiviert, kreativ und ausdauernd sind, das heißt, auch neue Wege und Lösungen entwickeln. Denn Prävention ist seiner Ansicht nach immer wieder auch ein „mühsames Geschäft“. Menschen dafür zu gewinnen, dass sie aus Überzeugung Verhaltensweisen ändern oder Vorschriften einhalten, ist viel Arbeit. Weidmüller hat dazu ein ausgefeiltes Programm entwickelt.

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