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Antriebstechnik

IE2, IE3 oder IE4? Hier finden Sie Tipps für die Antriebswahl

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Welchen Antrieb nehmen – IE2 und Frequenzumrichter, IE3 oder doch gleich IE4? Nur anhand der Effizienz-Klassifizierung lässt sich nicht bewerten, welches Antriebssystem dem Betreiber die meisten Vorteile bietet.
Welchen Antrieb nehmen – IE2 und Frequenzumrichter, IE3 oder doch gleich IE4? Nur anhand der Effizienz-Klassifizierung lässt sich nicht bewerten, welches Antriebssystem dem Betreiber die meisten Vorteile bietet. (Bild: © fotogestoeber - Fotolia)

Seit Januar dürfen EU-weit im Leistungsbereich zwischen 7,5 und 375 kW nurmehr IE3-Motoren, wahlweise drehzahlsteuerbare IE2-Motoren verkauft werden. Moderne Antriebstechnik vermag aber mehr als nur effizient zu sein, bietet mit interessanten Funktionalitäten weitere Vorteile. Kurz: Es lohnt sich, auch im Bestand aufzuräumen. Wir geben Tipps für die Antriebswahl.

Der Umsatz deutscher Anbieter von Antriebstechnik belief sich 2014 auf rund 15,4 Milliarden Euro – und 2015 soll es mit einem Plus von zwei Prozent weiter aufwärts gehen. Der positive Ausblick gründet wohl vor allem auf der Ökodesign-Richtlinie (neu zu installierende Motoren müssen energieeffizienter sein).

Der ZVEI wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass ein effizienter Motor allein nicht alle Energieeinsparmöglichkeiten erschließe – das gehe nur über eine Optimierung des gesamten Systems: also die günstigere Rohrleitungsführung oder die Nutzung smarter Software-Funktionalitäten im Frequenzumrichter.

Auf der MDA (Motion, Drive & Automation) der Hannover Messe 2015 vom 13. bis 17. April 2015 präsentieren die marktführenden Hersteller ihre neuen Produkte und Systemlösungen. Welche Themen dort adressiert werden, beschreibt Robert Schullan, Vorsitzender des MDA-Präsidiums und Mitglied des Vorstands von Schaeffler, so: „Das Thema Industrie 4.0 steht im Mittelpunkt. Zurzeit arbeiten wir intensiv daran, Antriebskomponenten mit integrierter miniaturisierter Sensorik auszustatten und darüber hinaus Maschinen und Anlagen mit zentralen Informationssystemen zu vernetzen, wodurch große Mengen an Daten kommuniziert werden können. Solche intelligenten Komponenten und Module sind die Voraussetzung für die Steuerung autonomer Prozesse in der Wertschöpfungskette unserer Kunden.“ Weitere Themen sind Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sowie Condition-Monitoring-Systeme.

Kompakt und effizient zugleich

PROCESS hat sich bei einigen Unternehmen vorab umgehört – beispielsweise bei SEW-Eurodrive. Kompakt wie ein IE2-Motor, aber so effizient wie ein IE3 – das schafft dieser Anbieter mit seiner Baureihe DR. Die Drehstrommotoren sind in Abmessungen, Gewicht und Leistung optimiert, lassen sich somit einfach in Maschinen und Anlagen integrieren. Der seit 2008 angebotene Motorbaukasten erfüllt die Anforderungen sämtlicher Effizienzklassen von Standard- bis Super-Premium-Efficiency in einer Baureihe. Weil die Motoren immer die gleichen Zusatzausführungen nutzen können, profitiere der Betreiber von der überschaubaren Ersatz- und Verschleißteilbevorratung – ein Kostenvorteil für Ausrüster und Endkunden, wie SEW betont.

Mit der ,Energy Assist Unit‘ stellt Mitsubishi Electric eine interessante Möglichkeit vor, regenerative Energie von Servomotoren größer 30 kW intelligent in die Anlage zurückzuspeisen und sie dadurch wieder nutzbar zu machen und letztlich Energiespitzen deutlich zu reduzieren. Die Energy Assist Unit nimmt die regenerative Energie auf, die beim Abbremsen des Servomotors entsteht. Dabei erkennt das System den regenerativen Strom als solchen und speichert ihn in der Kondensatorbank.

Effizienz ist natürlich wichtig, aber erst die Verbindung von Antrieb, Sensorik und Steuerung schafft die Voraussetzung für Maschinen und Anlagen, per Internet Informationen auszutauschen – auch unter dem Stichwort Industrie 4.0 bieten Unternehmen neue Entwicklungen an. Mehr auf der nächsten Seite.

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