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Cabb nimmt Mehrzweckanlage in Betrieb Feinchemie-Mittelständler auf dem Weg zum Global Player

| Autor/ Redakteur: Tobias Hüser / Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Volle Auftragsbücher bescherten dem Feinchemie-Unternehmen Cabb in den vergangenen Jahren besonders hohe Wachstumsraten. Auf dem Weg vom Mittelständler zum Global Player hat der Weltmarktführer für Monochloressigsäure seit 2005 seine Umsätze verdreifacht. Mit einer neuen Mehrzweckanlage im schweizerischen Pratteln will Cabb jetzt auch die Auftragsproduktion weiter vorantreiben.

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Insgesamt sechs Reaktoren mit einem Volumen von je 12 Kubikmeter hat Cabb in der Mehrzweckproduktionsanlage installiert.
Insgesamt sechs Reaktoren mit einem Volumen von je 12 Kubikmeter hat Cabb in der Mehrzweckproduktionsanlage installiert.
(Bild: Andreas Suetterlin/Cabb)

Im Jahr 2003 als Clariant-Tochter in den ehemaligen Hoechst-Werken Gersthofen und Knapsack gestartet, hat sich Cabb in den letzten Jahren zum Global Player entwickelt. Mittlerweile produziert das Unternehmen nicht nur in Europa sondern einen Teil seiner chemischen Zwischenprodukte und Spezialchemikalien auch in China und Indien.

Auf über 430 Millionen Euro schraubten die rund 1000 Mitarbeiter den Umsatz im Jahr 2013. Rund 60 % der Einnahmen erwirtschaftet das Unternehmen mit maßgeschneiderten Produkten im Bereich Custom Manufacturing. „Wir gehören zu den Top 3-Anbietern von Kundensynthesen für die Agrochemie“, sagte Dr. Martin Wienkenhöver, CEO von Cabb bei der Einweihung der neuen Anlage.

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Das in Sulzbach im Taunus ansässige Unternehmen setzt am finnischen Standort Kokkola und im schweizerischen Pratteln ganz auf die Auftragsproduktion. Kurz hinter der deutschen Grenze entstehen in 12 kontinuierlich betriebenen Monoanlagen 570 000 t/a Chlor, Schwefelsäure, Thionylchlorid, Sulfurylchlorid, Dimethylsulfat, Chloracetylchlorid, Chorsulfonsäure und Salzsäure. Knapp die Hälfte dieser Intermediates wird an die Pharma-, Feinchemikalien- und Agroindustrie verkauft.

Neue Mehrzweckanlage in Betrieb

Auch die neue Mehrzweckanlage, die seit Februar in Betrieb ist, nutzt die Zwischenprodukte, um jetzt im ersten Produktionsjahr vier verschiedene Produkte – u.a. Wirkstoffe für Pflanzenschutzmittel – im Maßstab von mehreren 100 t/a herzustellen. In einem Temperaturbereich von -30 °C bis 160 °C können in Batch-Reaktoren Oxidationen, Chlorierungen, Friedel-Craft-Acylierungen, Kondensationen und Deprotonierungen durchgeführt werden. In Zukunft sollen auch Grignard- und Suzuki-Reaktionen möglich sein.

„Die sechs neuen Reaktoren im Werk verfügen über ein Volumen von je 12 m3“, erläuterte Thomas Fuhrer, Leiter der Pilot- und Produktionsanlagen in Pratteln. De Dietrich Process Systems konzipierte die Reaktoren samt der dazugehörigen Rührwerke. Eine Reihe von Vorlagetanks, ein Schaufeltrockner und eine entsprechend dimensionierte Feststoffisolierung mit einer Zentrifuge von Andritz gehören ebenfalls zur Mehrzweckanlage. Zur Rückgewinnung von Lösungsmitteln und Ausgangsstoffen stehen Destillationskolonnen zur Verfügung.

Bilder von der Pressekonferenz und der Besichtigung der Anlage finden Sie in der Bildergalerie

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