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Neben dem bereits bestehenden Tanklager wurde ein Neubau mit vier Tanks (jeweils 63 m3) errichtet. Von der Genehmigung des Kreditantrags im Dezember 2012 bis zur Produktionsaufnahme vergingen nur 14 Monate. „Die Generalplanung der Anlage hat Chemgineering Technology übernommen. Bilfinger Rohrleitungsbau hat dann die Anlage gebaut“, so Fuhrer.
Flexibilität zahlt sich aus
Durch die 26-Millionen-Euro-Investition wird sich die pure Produktionsmenge kaum verändern. „Der wertmäßige Ausstoß erhöht sich aber deutlich. Wir werden in Pratteln eine Umsatzsteigerung von etwa 10 % erzielen“, prognostizierte CEO Wienkenhöver. Die neue Anlage erhöhe vor allem die Produktionsflexibilität: „In der Mehrzweckanlage können wir Chemikalien im Kilogramm-Bereich aber auch mehrere hundert Tonnen herstellen.“
Seit 2011 hat Cabb über 49 Millionen Euro in die Instandhaltung der Anlagen in Pratteln investiert. Im Herzen Europas gelegen, profitiere der Standort nicht nur von der Verkehrsinfrastruktur der Chemieregion, betonte Fuhrer, sondern auch von der angrenzenden Saline Schweizerhalle, die das Unternehmen mit Natriumchlorid versorgt – neben Schwefel der Grundstoff für die Produktion.
MCA-Allianzen in Asien
Um die Marktführerschaft für Monochloressigsäure (MCA) zu stärken, machte Cabb bereits im vergangenen Jahr auf sich aufmerksam. Mit der Gründung eines Joint Ventures mit dem chinesischen Unternehmen Jining Gold Power sollen die Zukunftsmärkte in Asien mit der wichtigen Basiskomponente für die Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie von dem deutschen Mittelständler beliefert werden.
Das Joint Venture hat die Anlagen von Jinwei Huasheng Chemical in der Provinz Shandong übernommen, die bislang 20 000 t/a MCA produzierten. Es sei geplant, die Kapazität mehr als zu verdoppeln. Als Hauptanteilseigner (67 %) der Kooperation, werde man für die Produktion zuständig sein, Jining Gold Power für die Rohstoff- und Energieversorgung, erklärt Wienkenhöver. Auch die Herstellung von MCA-Derivaten will man bald in Shandong vorantreiben.
Eine weitere Allianz im asiatischen Raum besteht bereits seit 2008. Im indischen Ahmedabad hatte Cabb das MCA-Geschäft von Karnavati Rasayan und damit die größte Produktionsanlage für Monochloressigsäure in Indien übernommen. In Europa liegt der MCA-Marktanteil von Cabb bei rund 50 %. Dafür betreibt das Unternehmen im Chemiepark Knapsack eine der größten MCA-Anlagen der Welt. Die Wertschöpfungskette im Industriepark Gersthofen reicht von der Chlorproduktion über Mono-, Di- und Trichloressigsäure sowie deren Ester bis hin zu Glykolsäure. Zudem verfügt das Werk über das technische Know-how für Amidierungsreaktionen.
* Der Autor ist Redakteur bei PROCESS. E-Mail-Kontakt: tobias.hueser@vogel.de
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