Sicherheitstechnik für Zerkleinerungsanlagen Explosionsunterdrückungsanlage bietet Sicherheit für Mahlanlagen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Bei der Zerkleinerung von Materialien in Mahlanlagen entsteht nicht selten ein Staub-Luft-Gemisch, dem nur noch der zündende Funke fehlt, um eine Explosion herbeizuführen. Wie Druck- und Flammendetektoren, Löschmittelbehälter sowie eine Explosionsentkopplung dieses Worst-Case-Szenario verhindern können, lesen Sie in diesem Beitrag.

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Im nächsten Jahr feiert Pallmann 111-jähriges Firmenjubiläum
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(Bild: Pallmann)

Bei der Zerkleinerung von Materialien in Mahlanlagen können brennbare Gemische entstehen. Passende Schutzmaßnahmen dafür sind daher von großer Bedeutung. Das wissen auch die Sicherheitsexperten der Pallmann Maschinenfabrik. Der Hersteller von Anlagen für die Zerkleinerungs- und Aufbereitungstechnik bietet nicht nur mehr als 1000 verschiedene Maschinentypen an, sondern unterstützt Unternehmen der Prozessindustrie auch bei der Planung, Montage und Inbetriebnahme von Gesamtsystemen.

„Einer unserer Grundpfeiler ist die höchstmögliche Sicherheit für Mensch und Maschine. Bereits seit einiger Zeit verfügen wir über ein Konzept auf dem Gebiet der Zerkleinerung von Zellulose, das mithilfe einer Explosionsunterdrückungsanlage arbeitet“, erklärt Gerhard Hering, Senior Ing. Verkauf Prozesstechnik bei Pallmann. Dieses wurde gemeinsam mit IEP Technologies entwickelt und letztendlich auch umgesetzt.

Explosionsdruckfeste Bauweise reicht oft nicht aus

Da die eingesetzten Materialien bei den Produktionsprozessen der Chemie-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie überwiegend in Form feiner Pulver und Stäube weiterverarbeitet werden, kann sehr leicht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko auftreten. Die Produktion erfolgt u.a. durch Mühlen mit schnell drehenden Rotoren. Aufgrund der hier vorherrschenden sehr hohen Umfangsgeschwindigkeiten können Zündquellen entstehen, die in Verbindung mit ausreichend Sauerstoff sowie feinzerkleinertem Mahlgut zu einem explosiven Staub-Luft-Gemisch und letztendlich zu einer Explosion führen können.

Tritt dieses Worst-Case-Szenario ein, besteht die Gefahr, dass austretende Flammen in Kombination mit dem aufgewirbelten Staub in einer Sekundärexplosion enden. „In diesem Fall bestünde nicht nur das Risiko einer Zerstörung von Produktionslinien, bzw. ganzen Hallen – auch Mitarbeiter könnten verletzt werden“, sagt Hering. Geeignete Sicherheitseinrichtungen, die Menschen und Anlagen schützen, sind daher in einem solchen Umfeld unabdingbar.

Während sich bei kleineren Mahlanlagen eine explosionsdruckfeste Bauweise bis 10 bar anbietet, sind Mühlen mit einem größeren Volumen anderweitig zu schützen. Hier stellt die Explosionsunterdrückung eine gleichermaßen sichere wie auch wirtschaftliche Alternative dar: Die Anlage wird in diesem Fall auf den reduzierten Explosionsdruck ausgelegt. Im Zuge dessen verringert sich der Auslegungsdruck auf 1 bis 2 bar, die Wandstärken werden dünner, Gewicht und Kosten gleichzeitig gesenkt.

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