Rechen- und Sandwaschanlagen Erfahrungsbericht: So ist deutsche Abwassertechnik im Ausland erfolgreich

Autor / Redakteur: Michael Sammiller / Dr. Jörg Kempf

Deutsche Umwelttechnik genießt im Ausland ein hohes Ansehen. Die langjährigen Erfahrungen, die vergleichsweise hohe Qualität der Produkte und der gute Ruf des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus sind entscheidende Kriterien für den Einsatz im Ausland. Mit welchen Herausforderungen abseits technischer und verfahrenstechnischer Aufgabenstellungen muss man im Ausland rechnen?

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Zulaufbauwerk der Kläranlage Jebel Ali mit Huber-Rechen
Zulaufbauwerk der Kläranlage Jebel Ali mit Huber-Rechen
(Bild: Huber)

Die Palmeninsel Jebel Ali südlich von Dubai hat es zu weltweiter Bekanntheit gebracht. Als Megaprojekt, das längere Zeit in Anspruch nahm, erwies sich der Bau der Kläranlage für die Insel. Daran beteiligt waren auch die Spezialisten von Huber in Berching.

Die Kläranlage ist für die Behandlung einer durchschnittlichen Abwassermenge von 300.000 m3 pro Tag ausgelegt, als hydraulische Spitzenlast wurde ein Durchsatz von nahezu der doppelten Menge, nämlich 594.000 m3/d angesetzt. Die für die Umsetzung und bis zur Inbetriebnahme von Huber-Rechen- und Sandwaschanlagen erforderliche Bauzeit betrug drei Jahre.

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Unkonventionell: Abwasser per Tank-Fahrzeug

Bereits in der Phase der Inbetriebnahme stellte sich für alle Beteiligten ein Novum dar. Dies war darin begründet, dass das Abwasser zunächst nicht konventionell zur Kläranlage gelangte, sondern gefahren wurde. In Spitzenzeiten lieferten mehr als 2400 Tank-Fahrzeuge täglich Abwasser an. Aufgrund des hohen Anteils an Kies und Steinen und der hochaggressiven Eigenschaften des Fäkalschlamms war ein nicht geplanter, erhöhter technischer Wartungsaufwand erforderlich, um nicht vermeidbare Störungen zu beheben. Eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen ausländischem Betreiber und Huber-Servicepersonal war erforderlich und letztendlich auch erfolgreich, um den Durchsatz durch die Kläranlage sicherzustellen.

Als im Zuge weiterer Baumaßnahmen das Kanalnetz bis zum Einlauf in die Kläranlage fertiggestellt war, ergaben sich neue Herausforderungen. Obwohl als kommunales Abwasser eingestuft und trotz umfangreicher Planungen und nachgewiesener Erfahrungen beim Planer, musste man zur Kenntnis nehmen, dass die Zusammensetzung und Art dieses Abwassers weit von dem entfernt war, und selbst heute noch ist, was gemäß Ausschreibung eigentlich zu erwarten gewesen wäre.

Mit welchen Herausforderungen die Spezialisten von Huber konfrontiert waren, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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