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Schwebstoffe als Herausforderung
Besonders ungewöhnlich ist die sehr hohe TSS-Konzentration (suspendierte Stoffe), die regelmäßig über 500 mg/l liegt. Eine genauere Analyse ergab, dass es sich bei der Mehrzahl der Schwebstoffe um Fasermaterialien handelt. Die für normales Abwasser vorgesehenen und installierten 6 mm Lochblechrechen neigen jedoch bei einem sehr hohem Anteil an Fasern dazu, schneller zu verzopfen. Als Folge daraus ergibt sich ein erhöhter Reinigungs- und Wartungsaufwand, um die der Kläranlage zufließenden Abwassermengen behandeln zu können.
Nicht immer ist dann das Verständnis beim Betreiber vorhanden, der dann häufig einen Mangel in der installierten Anlagentechnik erkennen will und nicht den Zusammenhang zwischen Abwasserzusammensetzung und gewählter Abscheidetechnik respektiert. Auch in diesem Fall bedurfte es erhöhter Anstrengungen, und zahlreiche Gespräche waren erforderlich, um das Vertrauen des ausländischen Kunden wieder herzustellen.
Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten in der gesamten Region dauerte es dann länger als wünschenswert gewesen wäre, bis eine Nachrüstung der Rechen mit automatischer Hochdruckwäsche erfolgen konnte. Seit diesem Zeitpunkt sind nun keine aufwändigen Wartungsarbeiten mehr erforderlich. Die gesamte Anlagentechnik funktioniert nun störungsfrei und zur vollen Zufriedenheit des Kunden.
Dieser Fall stellt sehr deutlich dar, dass Aufgabenstellungen im Ausland nicht alleine durch technische Spezifikationen zu lösen sind. Ein langfristiger Zeithorizont, Zeit für Gespräche und stets das vermittelte Gefühl, den Kunden zu verstehen und ihm Hilfe anzubieten, werden somit zu einem entschiedenem Kriterien für den erfolgreichen Transfer von deutscher Umwelttechnik in das Ausland.
* Der Autor ist Regionalvertriebsleiter Middle East, Huber SE, Berching.
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