Druckmittler im Hygiene-Einsatz

Druckmittler sind immer dann gefragt, wenn sterile Verbindungen gefordert sind

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Ein Mittenrauwert von Ra = 0,8 μm wird in einschlägigen Normen (z.B. DIN 11850) für sterile Prozesse als ausreichend erachtet, unterhalb von Ra = 0,4 μm ist nicht mehr mit einer Verkürzung der Reinigungszeit zu rechnen. Wie von der European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG) bescheinigt, erreichen alle mediumberührten Oberflächen der Wika-Produkte Mittenrauwerte von Ra = 0,5 μm (im Schweißnahtbereich Ra = 0,8 μm).

Rohrverbindungselemente

Für den Einsatz in CIP- und SIP-fähigen Anlagen stellen geeignete Rohrverbindungselemente in steril technischer Hinsicht kein Risiko dar. Sie zeichnen sich durch folgende Charakteristika aus:

• definierte Vorspannung des Dichtelements durch metallischen Anschlag;

• Zentrierung durch zylindrische Führung um Vor- und Rücksprünge im Produktbereich zu vermeiden;

• spaltfreie Abdichtung an der Rohrinnenseite.

Die im Lebensmittelbereich weit verbreitete Milchrohrverschraubung DIN 11851 bietet weder eine spaltfreie Abdichtung der mediumberührten Teile, noch erfüllt sie die Forderung der Zentrierung und des metallischen Anschlages. Durch das Spiel in der konischen Zentrierung tritt ein radialer Versatz auf, wodurch Vor- und Rücksprünge im Produktraum auftreten. Milchrohrverschraubungen nach DIN 11851 sind deshalb prädestiniert für Anlagen, die zur Reinigung häufig zerlegt werden müssen. Demgegenüber erfüllen speziell für CIP/SIP-fähige Anlagen entwickelte Rohrverbindungselemente, beispielsweise Aseptikanschlüsse gemäß DIN 11864, alle maßgebenden Gesichtspunkte der hygienegerechten Anlagengestaltung.

Gehäuse

Die Bauteile der nicht produktberührten Teile müssen so konstruiert sein, dass die Anlagen auch von außen leicht zu reinigen sind. Gehäuse aus Edelstahl sind zu bevorzugen, denn sie bieten ausreichenden Schutz gegen das Eindringen von Wasser und Reinigungsmedien. Für Applikationen in Reinraumbereichen, wie in der Pharmazie oder der Biotechnologie, können Gehäuse zur Reduzierung der Angriffsfläche für das Anhaften von Partikeln elektropoliert werden. Die Bauform eines Druckmessumformers in Feldgehäuseausführung ermöglicht den Einsatz unter erschwerten Umgebungsbedingungen und erfüllt die Schutzklasse IP 68. Da keine rauen Oberflächen an dem Gerät vorhanden sind, eignet sich diese Ausführung optimal für Anwendungen in der Pharmazie sowie Nahrungs- und Genussmittelindustrie.

Qualität

Unter dem Gesichtspunkt steigender Ansprüche an die Qualität und Produktsicherheit von pharmazeutischen und kosmetischen Erzeugnissen sowie Lebensmitteln trägt die sterile Verfahrenstechnik einen maßgeblichen Anteil an der Wirtschaftlichkeit und Sicherheit von Produktionsprozessen. Kontaminationsfreie Prozessführung erfordert auch bei peripheren Komponenten, wie Messgeräten, die Einhaltung hygienischer Gestaltungskriterien.

Die EHEDG hält Unterstützung und Anleitungen („Guidelines“) für alle Aspekte der hygienegerechten Konstruktion und Fertigung von Anlagen und Maschinen zur Herstellung von „sicheren“ Nahrungsmitteln und ähnlichen Produkten bereit. Die Guidelines schließen die Lücke zwischen Theorie und Praxis. Die Membran- und Rohrdruckmittler für die sterile Verfahrenstechnik von Wika sind nach EHEDG zertifiziert. Außerdem entsprechen die Druckmittler den Leitlinien von 3-A Sanitary Standards Inc, die mit dem Standard 74-03 die Gestaltung der messstoffberührten Teile von Sensoren und Messgeräten im amerikanischen Raum regelt. Damit stehen der Lebensmittel- und Pharmaindustrie Lösungen zur Verfügung, die eine Einhaltung der strengen Hygienerichtlinien sowohl in Europa als auch in den USA garantieren.

Die Autorin ist Produktmanagerin Druckmittlersysteme der Wika Alexander Wiegand GmbH & Co. KG, Klingenberg.

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