Gründerpreis auf der Achema 2022 Drei Start-ups erhalten Achema-Gründerpreis

Von Wolfgang Ernhofer

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Zehn Start-ups haben es in die Finalrunde des Achema Gründerpreises geschafft. Drei Unternehmen dürfen sich nach einer Pitch-Session über den Award und 10.000 Euro Preisgeld freuen. Gewonnen haben Semodia, Pipe Predict und Lumatix Biotech Sie überzeugten mit ihren Lösungen für „Plug and Produce“ in modularen Anlagen, Predictive Maintenance in Rohrleitungen und zur Isolierung von Antikörpern.

Kathrin Rübberdt, Bereichsleieterin „Wissenschaft und Industrie“ bei der Dechema, übergab die Preise an die glücklichen Gewinnerteams.
Kathrin Rübberdt, Bereichsleieterin „Wissenschaft und Industrie“ bei der Dechema, übergab die Preise an die glücklichen Gewinnerteams.
(Bild: Ernhofer/PROCESS)

Unternehmensfreudige Wissenschaftler, zukünftige Gründer und Inhaber von Start-Ups waren bereits zum dritten Mal aufgerufen, sich um den Achema-Gründerpreis zu bewerben. Über dreißig Start-Ups hatten sich insgesamt beworben. Basierend auf den Businessplänen wurden zehn Unternehmen ausgewählt, die sowohl eine sehr hohen Innovationsgrad als auch ein besonders überzeugendes Geschäftsmodell vorweisen konnten.

„Die thematische Breite der Sieger spiegelt wider, welche Vielfalt an Lösungen die Prozessindustrie für unterschiedlichste Fragestellungen zu bieten hat“, sagte Andreas Förster, Geschäftsführer der Dechema, anlässlich der Preisverleihung am in Frankfurt. „Start-ups spielen mit ihrer Innovationskraft dabei eine ganz wichtige Rolle.“

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Bereits bei der Achema Pulse im Juni 2021 präsentierten sich die jungen Unternehmen dem weltweiten Publikum. Eine Expertenjury hat im Rahmen einer gesonderten Präsentation auf der Achema die drei Sieger des Wettbewerbs ausgewählt. Die drei Preisträger zeichneten sich sowohl durch innovative Ideen aus, die in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eine große Reichweite erzielen und aktuelle Herausforderungen lösen können, sondern auch durch solide Businesspläne, die von den Experten im Laufe des Wettbewerbs auf Herz und Nieren geprüft wurden.

And the winner is...:

  • Semodia bietet Softwarelösungen für die modulare Prozessindustrie an, die das Prinzip des Plug&Play des Druckertreibers in der IT auf das Plug&Produce mittel Module Type Package auf die modulare Prozessindustrie übertragen.
  • Lumatix Biotech arbeitet daran, die Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Antikörpern zu erhöhen, indem es eine effektive Isolationsmethode auf Basis einer lichtgesteuerten Affinitätsmatrix entwickelt. Sie soll die klassische Anreicherungsmethode über die Protein-A-Chromatographie ersetzen.
  • Pipe Predict bietet ein Predictive Maintenance Tool zur Reduktion von Energie- und Medienverlusten in Rohrnetzen (Wasser, Fernwärme, Chemie). Dazu werden bestehende Sensordaten mit einem Digitalen Zwilling und Machine-Learning-Algorithmen ausgewertet und dadurch Rohrbrüche verhindert.

Sieben weitere Start-ups haben es bis ins Finale geschafft:

  • Carbon Minds ist ein Nachhaltigkeitsstartup mit Fokus auf Chemikalien und Kunststoffe. Es nutzt ein digitales Modell der weltweiten Chemieindustrie, um Transparenz zu den ökologischen Auswirkungen globaler Lieferketten zu schaffen.
  • Cenios konzentriert sich auf die Entwicklung der nächsten Generation von POCT-Kits (Point-of-Care-Tests) zur absoluten Quantifizierung der Analyte. Die Kits werden als Alternative für das therapeutische Drug Monitoring (TDM) eingesetzt und können die Kosten und die Untersuchungszeiten im Vergleich zu Standardmethoden deutlich reduzieren.
  • ESy-Labs ist ein Vorreiter bei der Elektrifizierung der chemischen Industrie und entwickelt Prozesse für die Elektrosynthese organischer Chemikalien mit Hilfe von Hochdurchsatz-Screening und Künstlicher Intelligenz.
  • Phaidra entwickelt Kontrollsysteme für industrielle Prozesse auf Basis Künstlicher Intelligenz. Die „no code“-Software ermöglicht Industrieexperten auszuwählen, welche Leistungsindikatoren sie optimieren möchten, und liefert dafür die Betriebsparameter.
  • Pramomolecular hat eine besonders einfache Technologie entwickelt, mit der therapeutische Oligonukleotide wie siRNAs effizient und verträglich in die Zielzelle transportiert werden können, um krankheitsauslösende Proteine in Lunge, Herz oder Bauchspeicheldrüse stumm zu schalten.
  • Pro-AspectX entwickelt einen prozessrobusten Sensor für die Echtzeit-Analytik in chemischen Produktionsanlagen, um die Prozesseffizienz zu steigern und die Prozesssicherheit durch die Vorhersage kritischer Situationen zu erhöhen.
  • Prosion entwickelt eine Plattform an hoch-innovativen chemischen Bausteinen, die es erstmalig ermöglicht eine Reihe von krankheitsrelevanten Zielproteinen zu adressieren, welche bislang als undruggable („nicht therapierbar“) galten.

Träger des Gründerpreises sind die Dechema, die Dechema Ausstellungsgesellschaft, die Business Angels Frankfurt Rhein Main und der High-Tech Gründerfonds. Clariant ist Premium-Partner des Gründerpreises. Unterstützt wird der Preis zudem von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) und der AiF FTK sowie dem Business Angels Netzwerk Deutschland.

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