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Praxistipps Großanlagenbau

Diese Gefahren lauern bei der Vertragsgestaltung im Großanlagenbau

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Jürgen H. Hahn* / Anke Geipel-Kern

Aufs Kleingedrucke kommts an. Bei der Vertragsgestaltung im Großanlagenbau lauern eine Menge Fallstricke.
Aufs Kleingedrucke kommts an. Bei der Vertragsgestaltung im Großanlagenbau lauern eine Menge Fallstricke. (Bild: © BillionPhotos.com - Fotolia)

Vertragsgestaltung im Großanlagenbau – Wie finden Techniker, Juristen und Kaufleute eine gemeinsame Sprache? Wo lauern Gefahren, und mit welchen Maßnahmen können die Beteiligten Abhilfe schaffen? Die Tipps vom Praktiker schaffen Klarheit.

Wollen Auftraggeber und Auftragnehmer die Rahmenbedingungen für die Errichtung einer Großanlage festlegen, so geschieht dies durch die Niederschrift dieser Bedingungen in einem mehr oder mehr weniger umfangreichen Vertragswerk. Federführung bei der Ausgestaltung dieses Vertragswerkes haben oftmals die technischen Fachdisziplinen der künftigen Vertragsparteien.

(11:55 PM consultants ist ein spezialisierte Beratungsgesellschaft für Commercial, Contract & Claim Management im Großanlagenbau)

Neben unterschiedlich ausgeprägter Fremdsprachenkenntnis der an der Projektanbahnung und Projektabwicklung beteiligten Mitarbeiter beider Vertragsparteien, haben Techniker jedoch ein anderes Sprachverständnis als Kaufleute und Juristen. Es mangelt in Verträgen in Folge häufig an Eindeutigkeit. Hinzu kommen Unschärfen in Leistungsdefinitionen, die ihre Gründe in Flüchtigkeitsfehlern oder in einer bewusst strategischen Vorgehensweise haben, die darauf setzt diese mangelnde Präzision zu eigenen Gunsten auszunutzen.

Klare Worte finden

Die englische Sprache wird in internationalen Vertragswerken überwiegend verwendet. Häufig sind jedoch Auftraggeber und Auftragnehmer nicht Muttersprachler in der englischen Sprache. Feinheiten und Lücken in Vertragsparagraphen erschließen sich somit oft den Vertragsparteien nicht. Kommt es zum Disput zwischen den Parteien, so muss mühsam – schlimmstenfalls gerichtlich – geklärt werden, was die Vertragsparteien mit der strittigen Formulierung gemeint haben. Es empfiehlt sich daher die Bedeutung wesentlicher Sachverhalte des Vertrages an einer hochrangigen Position innerhalb der Rangfolge der Vertragsdokumente in einem Kapitel „Definitions“ eindeutig festzulegen.

Ergänzend hierzu ist es angeraten, ein branchenspezifisches Fachwörterbuch als Grundlage für die Arbeit im Projekt zu vereinbaren; so können unterschiedliche Interpretationen von Dokumenten schneller auf einen Nenner gebracht werden. Ist ein Vertrag in zwei Sprachen verfasst; z.B. in englischer Sprache und in der Sprache des Landes, in dem die Anlage errichtet werden soll, so ist vertraglich zu vereinbaren, welche dieser beiden Sprachen den Vorrang vor der anderen hat.

Das Projekt beginnt zu leben

Mit der Definition der Vertragssprache wurde bereits ein Interpretationsrahmen für das wechselseitig zwischen den Vertragsparteien geschuldete Leistungssoll gesteckt. Die Arbeit am Projekt hat begonnen; der Personenkreis, der über die im Projekt zu klärenden Belange kommunizieren muss, ist größer geworden. Hiermit ist auch die Gefahr gestiegen, dass die am Projekt beteiligten Personen nicht die jeweilige Fremdsprache eindeutig beherrschen. Tun Sie dem Projekt Gutes und vereinbaren Sie vertraglich die Korrespondenzsprache dahingehend, dass beide Vertragsparteien den gleichen Aufwand haben, vertragskonform zu kommunizieren.

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