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Ralf Moebus, Leiter Produktmanagement Automation und Netzwerk bei U.I. Lapp:
Industrie 4.0 hat einen enormen Hype in der Automatisierungsbranche ausgelöst. Die Branche befasst sich intensiv mit den vielen neuen Möglichkeiten durch den Einsatz moderner IT-Technologie im Produktionsumfeld. Die vielen neuen Ideen müssen nun schnell in Geschäftsmodelle mit Kundennutzen münden, sonst bewegen wir uns direkt von der Hype-Phase ins Tal der Tränen, weil die hohen Erwartungen nicht erfüllt wurden.
Insbesondere die Vereinigten Staaten, welche mit Zusammenschlüssen wie dem Industrial Internet Konsortium (IIC) sehr aktiv sind, drohen hier schneller als Europa zu sein. Dort spricht man bei dem Thema übrigens nicht von Industrie 4.0, sondern vom IoT, dem Internet of Things oder Cyber Physical Systems.
Große Chancen entstehen bei Industrie 4.0 durch die durchgängige Vernetzung mittels Internet-Technologien. Dadurch sind detaillierte Informationen aus dem Fertigungsprozess überall und jederzeit verfügbar. Wartung und Fehlersuche können beschleunigt und dadurch die Produktivität erhöht werden.
Durch eine durchgängige Vernetzung des ERP-Systems mit Fertigungsanlagen können Produktionsaufträge direkt in die Anlage übertragen werden. Die Fertigung von kleinen Losgrößen kann wirtschaftlicher realisiert werden.
Natürlich sind noch einige Hausaufgaben zu machen. Bei den Anwendern verursacht vor allem das Thema Security Ängste. Hier gibt es mittlerweile Produkte wie Industrial Firewalls, um die Sicherheit des Fertigungsnetzwerks zu gewährleisten. Allerdings besteht noch viel Lernbedarf bei den Automatisierern bezüglich der Erstellung eines wirkungsvollen Sicherheitskonzepts. Bisher war dies in den Firmen ja ausschließlich eine Disziplin der IT-Abteilungen.
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