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Frank Knafla, Master Specialist Industrie 4.0 bei Phoenix Contact Electronics:
Nach Einschätzung von Phoenix Contact ist die Haltung der Automatisierungsbranche zum Thema Industrie 4.0 gut und durch Aufbruch geprägt. Die Arbeiten in der Plattform Industrie 4.0 werden zur Hannover Messe 2015 aufgrund einer Neuorganisation eine politische Flankierung erhalten und somit von der Politik entsprechend unterstützt. Die neue Plattform wird die begonnenen Aktivitäten fortsetzen und darüber hinaus neue Aspekte und Themen behandeln können.
Zudem steigt der Informationsbedarf der Anwender hinsichtlich Industrie 4.0 und des Nutzens, der sich aus dem Zukunftsprojekt ergibt, stetig. Wir beobachten, dass neben den Leuchtturm-Kongressen zunehmend lokale Initiativen und Cluster zielgerichtet den Dialog suchen und finden. Daraus lässt sich ableiten, dass Industrie 4.0 ein Thema ist, das zu nachgefragten und tragfähigen Geschäftsmodellen für die Automatisierungsbranche führen wird – sei es als Komponenten-, System- oder Lösungsanbieter. Im europäischen und internationalen Vergleich zeigt sich, dass hier eine Pole-Position erreichbar ist.
Die besten Chancen von Industrie 4.0 sind gleichzeitig die größten Herausforderungen. Das Zukunftsprojekt erfordert die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen innerhalb einer Branche. Dabei ist zu beachten, dass die spezifischen Anforderungen branchenübergreifend zusammengeführt werden sollen. Diese neue Kooperation von Maschinen- und Anlagenbau, den Automatisierungsanbietern und der IKT-Industrie stellt etablierte Prozesse und Methoden auf den Prüfstand. Doch nur Interdisziplinarität wird zum Erfolg führen. Vernetzung bedingt Kommunikation und unternehmensübergreifende Kommunikation benötigt Standards. Die Anforderungen an die Datenübertragung in der Automatisierung unterscheiden sich jedoch gegenüber denen in den Wertschöpfungs-Netzwerken – insbesondere, wenn es um die industrielle Produktion geht.
Definitionen und Standards, wie die Industrie-4.0-Komponenten oder die Integrations-Architekturen, müssen allerdings beiden Anforderungen genügen. Die Plattform Industrie 4.0 hat hier mit dem Referenzarchitektur-Modell Industrie 4.0 (RAMI) eine Grundlage geschaffen, welche die genannten Aspekte berücksichtigt. Die gemeinsamen Arbeiten der Fachspezialisten – besonders aus der Automatisierung – und deren Ergebnisse adressieren die produzierende Industrie, sodass gerade diese Aspekte im Gegensatz zu anderen Initiativen eine deutliche Differenzierung darstellen.
Mittlerweile ist Industrie 4.0 auch ein wichtiges Thema in der Aus- und Weiterbildung. Auf Basis der Erfahrungen, die Phoenix Contact mit der Umsetzung erster Ergebnisse in verschiedenen Demonstratoren sowie dem Transfer in die eigene Fertigung gemacht hat, wird das eigene Aus- und Weiterbildungsprogramm angepasst, um das notwendige Fachwissen aufzubauen. Außerdem haben wir sechs strategische Handlungsfelder im Bereich Industrie 4.0 für das Unternehmen beschrieben, in denen zukünftig Komponenten, Systeme und Lösungen für die intelligente Produktion von morgen entwickelt und angeboten werden.
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