8 Experten zum Thema Industrie 4.0 – Teil 1

Die Zukunft der Smart Factory hat schon begonnen

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Andreas Huhmann, Strategy Consultant Connectivity + Networks bei der Harting Technologiegruppe:

Ja, es gibt schon die ersten, die in eine Automatisierungsnostalgie verfallen. Damals war alles besser. Der Automatisierungsbereich wird auch heute noch in der internationalen Standardisierung als Automation-Island bezeichnet. Und eine Insel der Glückseligen wünschen sich viele. Und diesen naiven Naturzustand eines Robinson Crusoes wünschen sich viele.

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Aber diesen Zustand hat die Automatisierung schon mit der Einführung von Ethernet vor über zehn Jahren aufgegeben. Damals und bis heute teilt sich jetzt die Welt in die, die kompatibel zu Standard-Ethernet sind und jene, die ein Gateway braucht. Gut, da gibt es Aspiranten, die diese Eigenschaft mitbringen.

Jetzt gibt es die neue Gretchenfrage: Welches der Automatisierungsprofile ist denn kompatibel zur Cloud-Technologie oder zu serviceorientierten Architekturen? Und die Antwort ist nach meiner Ansicht ernüchternd. Hier setzt jetzt die Frage auf, ob Industrie 4.0 disruptive Tendenzen hat. Hat es, wenn die Inselbewohner nicht endlich bereit sind, ihre Zugehörigkeit zu einer vereinten Staatengemeinschaft aller Unternehmensapplikationen bewusst voranzutreiben.

Ein Isolieren macht gar keinen Sinn, denn niemand wird die nun einmal gebauten Brücken wieder sprengen. Man versucht sie nur für den Safety-, Echtzeit- und Steuerungs-Verkehr zu sperren, damit die Automatisierung schön auf der Insel bleibt. Daher mein Resümee: Chancen hat Industrie 4.0 für alle, die sich aktiv öffnen und bereit sind in einer vereinten Welt aus IT-Applikationen und Automatisierung neue Lösungen und Geschäftsmodelle umzusetzen. Und Risiken hat jede Revolution für die, die das Überkommene verteidigen.

Harald Nehring, Prokurist E-Kettensysteme bei Igus :

Das Thema Industrie 4.0 bietet große Chancen für die Industrie. Dadurch ergeben sich große Möglichkeiten zur Optimierung von Energie- und Ressourceneffizienz, Flexibilität und Individualisierung in der Produktion sowie Optimierung von Kosten und Geschwindigkeit. Die Smart Factory ist ein Trend, der die Diskussionen um neue Entwicklungen bestimmt und ist auch für uns ein Thema. Smart Factory wird aber nur gelingen, wenn die Kommunikation in der industriellen Umgebung sicher und schnell funktioniert. Nur so können die unterschiedlichen Komponenten in einer Fertigungskette tatsächlich erfolgreich miteinander verknüpft werden. Hier gilt es derzeit noch, sich auf Standards zu einigen und verlässliche Produkte einzusetzen, die auch über einen langen Zeitraum sicher funktionieren.“

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