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VR-Technologie für Maschinen- und Anlagenbau Das größte 3D-Mixed-Reality-Labor Europas steht in Magdeburg

| Redakteur: MA Alexander Stark

Im neu eröffneten Elbedome des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF können Unternehmen Maschinen, Anlagen, komplette Fabriken oder ganze Städte 1:1 erlebbar machen. Die Größe des Raums erlaubt es, auch große Objekte als Hologramme in den Raum zu projizieren und den Betrachtern den Eindruck zu vermitteln, sich inmitten der virtuellen Welt zu befinden.

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Mit seiner Panorama- und Boden-Projektionsfläche von über 450 Quadratmetern eignet sich der Elbedome besonders für die Darstellung großer Objekte.
Mit seiner Panorama- und Boden-Projektionsfläche von über 450 Quadratmetern eignet sich der Elbedome besonders für die Darstellung großer Objekte.
(Bild: Viktoria Kühne/ Fraunhofer IFF)

Magdeburg – Vergangenen Mai wurde das Labor für Simulationen nach aufwändiger Modernisierung wiedereröffnet. Statt nur des Panoramas kann nun auch der Boden als Projektionsfläche verwendet werden. Somit lassen sich virtuelle Objekte in den Raum holen und mit realen Elementen verbinden, erklärt Steffen Masik, Leiter der Geschäftsstelle. Das neue stereoskopische Projektionssystem ermöglicht zusätzlich die dreidimensionale Wahrnehmung der Modelle. Nebenbei verfügt das 3D-Mixed-Reality-Labor jetzt über eine hellere und höher auflösende Projektion sowie moderne Rechentechnik zur Bilderzeugung und Simulation.

Die Projektion erfolgt mithilfe von 25 hochauflösenden und taglichthellen Stereo-Projektoren auf Boden und Panorama sowie gegebenenfalls auf weitere Gegenstände im Raum. Ein automatisiertes Kalibrierungssystem hilft, schnell auf geänderte Projektionsparameter umzustellen, so Masik. Mixed-Reality-Anwendungen verbinden reale Objekte wie Arbeitsplätze, Roboter oder Steuerungen mit virtuellen Elementen, beispielsweise einer Maschine, Anlage oder einer ganzen umgebenden Fabrik. Durch ein hochgenaues Trackingsystem sind Ergonomieuntersuchungen an den realen oder virtuellen Prototypen von Arbeitsplätzen, Anlagen oder Maschinen möglich.

Fast unbegrenzte Möglichkeiten

Der Elbedome besitzt eine Panorama- und Boden-Projektionsfläche von über 450 Quadratmetern. Durch diese Dimensionen eignet er sich besonders für die Darstellung großer Objekte wie Maschinen, Anlagen, Fabriken oder ganzen Städten. Ebenso stellt der Elbedome genug Raum für die Beteiligten von industriellen Planungen zur Verfügung oder kann als Marketinginstrument bis zu 30 Besucher gleichzeitig virtuelle Welten erleben lassen.

Die Kunden können den Elbedome beispielsweise als Erlebnis-, Lern- und Kreativraum einsetzen und damit die Kommunikation mit ihren Kunden wirksam verbessern, Marketingveranstaltungen durchführen, die durch ihre Einzigartigkeit im Kopf bleiben, oder nachhaltig Mitarbeitende schulen und Erfahrungen von Experten transferieren, hebt Masik hervor. Insbesondere Unternehmen der Region könnten sich von ihren Wettbewerbern abheben und durch innovative Planungsmethoden, durchgängige Digitalisierung und nachhaltiges Marketing überregional Sichtbarkeit erlangen.

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Forschung an Zukunftsthemen

Das Fraunhofer IFF forscht vorrangig an Lösungen, wie Unternehmen ihre Produktion sicherer, effizienter und nachhaltiger gestalten können und entwickelt somit die Arbeitssysteme der Zukunft. Der Elbedome unterstützt diese Themen als Anwendungslabor und stellt eine Schnittstelle zu industriellen Forschungspartnern bereit. Der Fokus für den Elbedome liegt dabei in der Verarbeitung und Visualisierung von großen Planungs- und Simulationsdatensätzen sowie Echtzeitdaten aus der Produktion und der intuitiven Interaktion mit den daraus entstehenden cyberphysischen Systemen. Doch auch aktuelle Anwendungen aus den Bereichen Architektur, Städteplanung oder Medizin zeigen, dass die Einsatzmöglichkeiten des Elbedomes weit über den industriellen Bereich hinausgehen und hier nahezu keine Grenzen gesetzt sind, erläutert der Geschäftsstellenleiter.

Das Institut stellt Kunden stundenweise oder auch für längere Zeiträume zur Verfügung. Einerseits kann so vermittelt werden, welche Vorteile die Digitalisierung und die Werkzeuge von Industrie 4.0 bieten, andererseits können Unternehmen auch eigene Datensätze mitbringen und den Elbedome für die interne und externe Kommunikation verwenden. Selbstverständlich stehe der Elbedome auch Wissenschaftlern insbesondere den lokalen Universitäten und Hochschulen sowie den Fraunhofer-Kolleginnen und -Kollegen für ihre Industrie- und Forschungsprojekte zur Verfügung, betont Masik.

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