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Chemiepark Bitterfeld-Wolfen Cluster mit organischer Synthese im Fokus

| Redakteur: Alexander Stark

Unter dem Motto „Our Core Competence is fine organic synthesis“ führt das Netzwerk 4chiral seit 2006 gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf dem Gebiet organischer Synthesen durch. Das Netzwerk besteht vor allem aus kleinen und mittleren Unternehmen der Fein- und Spezialchemie, ergänzt um syntheseorientierte Forschungseinrichtungen in den neuen Bundesländern.

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Oraganica, die gegenwärtig die Netzwerk-Koordinierung führt, gehört zu den größten Unternehmen bei 4Chiral.
Oraganica, die gegenwärtig die Netzwerk-Koordinierung führt, gehört zu den größten Unternehmen bei 4Chiral.
(Bild: Chemiepark Bitterfeld-Wolfen)

Bitterfeld – Die Netzwerk-Unternehmen bieten gemeinsam vor allem wissensbasierte Lösungen, Prozesse, Consultingleistungen, aber auch die Produktion komplexer Fein- und Spezialchemikalien. Dabei liegt ein Fokus der Arbeit auf pharmazeutisch relevanten Zwischenprodukten und Wirkstoffen.

Durch die Eigenständigkeit der Mitglieder, durch das sehr unbürokratisch und schlank organisierte Netzwerk und aufgrund der hohen Spezialisierung der einzelnen Firmen und Institute sei das Netzwerk in der Lage, ganz unterschiedliche Fragestellungen und Aufträge auf dem Gebiet der Stoffwandlung erfolgreich, flexibel und mit hohem Kundennutzen zu bearbeiten, so Dr. Oliver Seidelmann, Sprecher des Netzwerkes und Geschäftsführer der Chiro Block GmbH in Bitterfeld-Wolfen.

Historisch bildet die Synthese sogenannter chiraler Verbindungen den inhaltlichen Schwerpunkt des Clusters. Heute umfasst das Spektrum aber die gesamte Stoffwandlung in der Fein- und Spezialchemie sowie Biotechnologie.

Sieben Firmen aus dem Chemiepark Bitterfeld-Wolfen hatten das Netzwerk 4chiral gegründet, inzwischen ist es auf 40 Mitglieder und Partner in ganz Ostdeutschland gewachsen. Neun Universitäten, Hochschulen und Institute gehören dazu. Die Partner treffen sich bei Jahresversammlungen und vor allem in zahlreichen Kooperationsprojekten. Die Organica Feinchemie GmbH Wolfen und die Synthon Chemicals GmbH & Co. KG aus Bitterfeld-Wolfen stehen beispielhaft für die Zusammenarbeit im Netzwerk.

Netzwerk mit hochspezialisierten Playern

Organica, die gegenwärtig die Netzwerk-Koordinierung führt, gehört zu den größten Unternehmen bei 4Chiral. Das Unternehmen bietet Kundensynthesen von hochwertigen Feinchemikalien für verschiedenste Bereiche. Eine der drei Säulen des Herstellers sind pharmazeutische Vorstufen von späteren Medikamenten.

Netzwerk-Partner Synthon Chemicals, ein 1991 ebenfalls in Wolfen gegründeter Hersteller von Spezial- und Feinchemikalien, hat heute 35 Mitarbeiter. Die Chemiker und Techniker spezialisieren sich seit einigen Jahren verstärkt auf die Herstellung von Feinchemikalien für Medizinprodukte, dazu gehören etwa Farbstoffe für die Diagnostik, aber auch Photoinitiatoren. Synthon deckt den gesamten Bereich der Synthese im Gramm-Maßstab bis hin zum 100-Kilogramm-Maßstab ab. Überschreitet die vom Kunden gewünschte Menge die Produktionskapazitäten, so gibt es die Möglichkeit, diese Mengen bei einigen Netzwerkpartnern, wie etwa Organica Feinchemie oder bei Orgentis Chemicals, herzustellen. Dabei wird Synthese- und Analyseverfahren auf Basis von Geheimhaltungen an die Netzwerkpartner transferiert.

Die gesamte Prozesskette aus einer Hand

Die Orgentis Chemicals GmbH in Gatersleben ist Gründungsmitglied des 4chiral-Netzwerkes. Orgentis entwickelt seit 1991 mit inzwischen 15 Mitarbeitern Syntheseverfahren für vorgegebene Zielmoleküle und synthetisiert vielfältige organische Verbindungen auf Kundenanfrage. Die Partner im Netzwerk 4chiral ergänzen sich durch ihre unterschiedlichen Kompetenzen, was zum einen die Technologien und zum anderen die Anlagengröße betrifft. Über das Netzwerk kann somit den Kunden die gesamte Prozesskette von der Literaturstudie über die ersten Laborversuche bis hin zur großtechnischen Produktion angeboten werden. Das alles über das Netzwerk quasi aus einer Hand.

Das Bundesland Sachsen-Anhalt als traditioneller Industriestandort mit einer ausgeprägten chemischen Historie sei ein bedeutender Standort für die Feinchemie in Deutschland, sagt Netzwerk-Sprecher Dr. Oliver Seidelmann. „Die Infrastruktur der Chemieparks im Bundesland ist exzellent und für Neuansiedlungen, Erweiterungen von Chemiefirmen bestens geeignet.“ Hinzu kämen die zentrale Lage in Deutschland und Europa, die gute Verkehrsanbindung, der große Pool an Fachkräften und die Dichte von öffentlichen F&E-Einrichtungen mit dem Fokus „Chemie, Biochemie, Stoffwandlung und Material“. Zudem habe die Landesregierung Sachsen-Anhalt mit ihrer Innovationsstrategie ausdrücklich auch den Wert und das Potenzial der Feinchemie erkannt und unterstütze diese durch zahlreiche Förderinstrumente.

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