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Siebschneckenzentrifuge Chinesischer Kaliproduzent setzt auf Siebschneckenzentrifugen aus Deutschland

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Denkt man an die Firma Siebtechnik, kommt einem nicht sofort in den Sinn, dass der Mittelständler die leistungsstärksten Zentrifugen der Welt herstellt. Doch gerade in China ist die Fest-/Flüssig-Trennung heiß begehrt. Nach einem 20-Millionen-Euro-Auftrag im Jahr 2012 hat das Unternehmen jetzt einen Folgeauftrag an Land gezogen.

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Noch werden die Siebschneckenzentrifugen im neuen Zentrifugen-Technologiezentrum in Mülheim an der Ruhr zusammengebaut, doch schon bald liefert Siebtechnik diese Maschinen zur Pottascheherstellung nach China.
Noch werden die Siebschneckenzentrifugen im neuen Zentrifugen-Technologiezentrum in Mülheim an der Ruhr zusammengebaut, doch schon bald liefert Siebtechnik diese Maschinen zur Pottascheherstellung nach China.
(Bild: Siebtechnik/Fotolia © anekoho)

Zwei Jahre ist es her, da angelte sich Siebtechnik einen der größten Aufträge in der Unternehmensgeschichte: Der chinesische Kaliproduzent Qinghai Salt Lake Industry (Qinghai Potash Production; QPP) klopfte an die Tür des Mittelständlers und beauftragte das Mülheimer Unternehmen mit der Lieferung von 40 Großzentrifugen. Der Pottaschehersteller suchte nach einer Maschine, die in einer Stunde 100 Tonnen Kaliumcarbonat verarbeiten könnte, das u.a. für die landwirtschaftliche Düngemittelindustrie gebraucht wurde. Dass Zentrifugen mit solch einer Kapazität noch nie gebaut wurden, hinderte die Siebtechnik Geschäftsführer Karl Bongartz und Horst Dietschreit nicht daran, den Auftrag anzunehmen. Um die Mammutaufgabe realisieren zu können, vertraute das Unternehmen auf die Erfahrung seiner Pensionäre. Zehn Monate lang konstruierten und testeten die ehemaligen Mitarbeiter die nach eigenen Angaben weltgrößte Siebschneckenzentrifuge der Welt. Und das unternehmerische Risiko zahlte sich aus: 20 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen mit den speziell für den Kunden entwickelten CX-1500-Modellen. Seit zwei Jahren laufen die Zentrifugen in der QPP-Anlage nahe der tibetischen Grenze im Dauerbetrieb. Wie zufrieden man in China mit der Technik war, zeigte sich im März dieses Jahres.

10 Millionen Euro für Folgeauftrag

Ein weiterer Auftrag des Pottascheherstellers über 20 identische Großzentrifugen im Wert von zehn Millionen Euro waren die Folge. Im für acht Millionen Euro gebauten, erst kürzlich eingeweihten Zentrifugen-Technologiezentrum in Mülheim sind die Mitarbeiter von Siebtechnik gerade dabei, die Maschinen zu fertigen. Obwohl das Tochterunternehmen Tianjin vor zwei Jahren im chinesischen Wujin das erste Technologiezentrum für Zentrifugen im Reich der Mitte eröffnet hat, setzt man weiterhin auf Mülheim als Hauptproduktionsstätte. „Uns war es ganz wichtig, die Kompetenz an einem Standort zu bündeln, denn wenn man dort, wo man entwickelt, nicht auch produziert, sitzt man in einem Elfenbeinturm. Bei unseren Ansprüchen würde das schief gehen“, sagt Christian Steinhaus, Geschäftsführer von Steinhaus. Der Hersteller von Spaltsieben, Siebböden und Filtern ist nur eine von über 50 Firmen, die zu einer Unternehmensgruppe gehören, in die auch Siebtechnik integriert ist.

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Bei Tianjin werden lediglich Einzelbauteile produziert, die dann nach Deutschland geliefert werden. Diese Strategie sei wichtig, um flexibel auf einen Produktionsstandort auszuweichen, wenn ein anderes Werk ausgelastet ist, erklärt Bongartz. Mittlerweile könne man in Deutschland, China, den USA und Südafrika Zentrifugentechnik produzieren. Aktuell befinden sich die Maschinen im 2800 m2 großen Zentrifugen-Technologiezentrum in Mülheim in der Testphase. „Uns kommt es eher darauf an, dass in dem chinesischen Werk von Tianjin alle Ersatzteile gefertigt werden können, um diese zügig zur Verfügung zu stellen“, so Dietschreit. Zudem sei es für die Wertschöpfungskette im eigenen Haus von großer Bedeutung, vor Ort ein Service-Center für Wartungsarbeiten zu haben.

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