Länderreport Indien Chemieindustrie am Ganges

Autor / Redakteur: Katrin Pasvantis, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Indiens Chemiemarkt wird derzeit auf über 76 Milliarden US-Dollar geschätzt. Langfristig gilt das Land wegen seiner konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht zusammen mit einem hohen Nachholbedarf als einer der zukunftsträchtigsten Märkte weltweit.

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(Bild: wikimedia commons)

Mumbai – Viele internationale Chemiekonzerne haben sich in Indien angesiedelt. Dennoch ist Indien auf Chemieimporte angewiesen. Deutsche Anbieter sind traditionell gut positioniert und liefern auch Maschinen und Anlagen.

Indien liegt auf Rang zwölf der Chemie produzierenden Länder weltweit und belegt in Asien Rang drei. Schätzungen zufolge legt die Branche jährlich um etwa 10% zu. In den letzten beiden Jahren fiel das Wachstum deutlich geringer aus.

Der Index der industriellen Produktion (IIP) für Basischemikalien und chemische Erzeugnisse ging seit Beginn des letzten Finanzjahres 2011/12 (1.4. bis 31.3.) bis Februar 2012 gegenüber der Vorjahresperiode sogar um 0,5% zurück.

Marktentwicklung/-bedarf

Während die indische Regierung für 2012/13 ein Plus von 7 bis 8% erwartet, herrscht unter den Produzenten Unsicherheit über die nähere Zukunft. In den letzten Monaten entwickelte sich die Industrieproduktion vergleichsweise schwach, darunter wichtige Absatzmärkte wie der Kfz-Sektor. Mit kräftigen Zuwachsraten trotz der Flaute in der Industrie rechnen dagegen die Hersteller von Spezialchemikalien.

Genaue Statistiken zum Markt für chemische Erzeugnisse liegen nicht vor und die Schätzungen variieren zum Teil stark. Vertreter des Indian Chemical Councils schätzten den Chemiemarkt 2009/10 auf 76 Mrd. US$ (davon 48% Basischemikalien, 21% Spezialchemikalien und 31% "Knowledge Chemicals"). Einig sind sich Analysten, dass der Markt mittel- und langfristig kräftig zulegen wird.

Drittgrößte Pharmaindustrie weltweit

Indiens Pharmaindustrie ist mengenmäßig die drittgrößte weltweit. Der Inlandsabsatz von Arzneimitteln legte 2011 um 15% auf 12,2 Mrd. US$ zu, meldet die India Brand Equity Foundation (ibef). Die Wirtschaftsberatung PWC erwartet bis 2020 bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 15 bis 20% einen Absatzanstieg auf 49 Mrd. bis 74 Mrd. US$.

Hergestellt und nachgefragt werden fast ausschließlich Generika. Die Produktion wird weiter ansteigen, da in den nächsten Jahren etliche Arzneimittelpatente auslaufen. Langfristig dürfte mit den wachsenden Einkommen und mehr Gesundheitsbewusstsein auch der Markt für Markenerzeugnisse zulegen.

Das größte Segment sind Medikamente für akute Erkrankungen. Aber chronische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Am schnellsten wächst die Nachfrage nach Medikamenten gegen Diabetes sowie Magen- und Darmgeschwüre.

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