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Agrarchemikalien sind gefragt
In Indien kommen immer mehr Agrarchemikalien zum Einsatz. Der Bedarf an Urea wird zu 80% durch Eigenproduktion (Schätzung 2011/12: 22,3 Mio t; +1,6%) gedeckt. Engpässe bei Rohmaterialien und Zwischenerzeugnissen bremsten die Fertigung.
Bei phosphat- und kalihaltigen (P&K) Düngern ist die Importabhängigkeit hoch. Die Regierung subventioniert die Preise von P&K- und NPKS-Düngern über ein Subventionsprogramm (Nutrition Based Subsidy - NBS). Der Verkauf von Urea und Diammoniumphosphat (DAP) legte 2010/11 um 7 beziehungsweise 9% zu, der von granuliertem Kaliumchlorid (MOP) sank um 17%.
Produktion/Branchenstruktur
Der Branchenriese Reliance Industries schätzt das Herstellungsvolumen der chemischen Industrie in Indien 2008/09 auf 40 Mrd. US$ (darunter 57% Basischemikalien, 25% Spezialchemikalien und 18% Agrarchemikalien, pharmazeutische und biotechnologische Erzeugnisse).
Die Produktionsstätten konzentrieren sich vor allem auf die westlichen Bundesstaaten Gujarat und Maharashtra, in denen rund zwei Drittel aller chemischen und pharmazeutischen Erzeugnisse entstehen.
Im indischen Chemiesektor sind große und mittelständische Anbieter vertreten. Insgesamt sind laut Branchenexperten 6.600 Unternehmen im organisierten Sektor aktiv. Seit Ende der 1990er Jahre durchläuft der Wirtschaftszweig einen Konzentrationsprozess. Dieser dürfte sich verschärfen, da viele kleine Hersteller nicht über genug Ressourcen für Forschung und Entwicklung verfügen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.
Ausbau der Petrochemie stockt
Engpässe bei der Verfügbarkeit von Rohmaterialien begrenzen die Produktion petrochemischer Erzeugnissen und organischer Chemikalien. Bei Rohstoffen für die Fertigung anorganischer Chemikalien ist Indien bei Eisenerz, Bauxit, Ilmenit, Zirkon und seltenen Erden vergleichsweise gut aufgestellt, während bei Sulfur, Rohphosphaten und Kaliumchlorid eine hohe Importabhängigkeit besteht. Styren wird in Indien nicht hergestellt, weshalb das Vorprodukt Benzol vor allem für den Export bestimmt ist.
Der Ausbau der Mineralölraffination ist wegen der Kapazitätsengpässe entscheidend für die weitere Entwicklung der Branche. Die Regierung plant den Bau von landesweit sechs Chemieparks (Petroleum, Chemicals & Petrochemical Investment Regions; PCPIR), aber die Implementierung bleibt hinter dem Zeitplan zurück.
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