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Ifat 2016

Chemie- und Pharmaindustrie setzen Fokus auf wirtschaftliches Wasser- und Abwassermanagement

| Autor/ Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Mit Blick auf Wasserverbrauch und Abwasserreinigung steht Ressourcenschonung für die Chemie- und Pharmaproduktion ganz oben auf der Tagesordnung. Auf der Ifat in München (30. Mai bis 3. Juni) können Betriebsingenieure und Manager intensiv nach entsprechenden Optimierungsmöglichkeiten fahnden.

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Spannende Perspektiven rund um die Wasser- und Abwassertechnik eröffnen sich dem Besucher der Ifat auch in ihrem Jubiläumsjahr: Vor 50 Jahren, im Jahr 1966 fand die erste Ifat statt.
Spannende Perspektiven rund um die Wasser- und Abwassertechnik eröffnen sich dem Besucher der Ifat auch in ihrem Jubiläumsjahr: Vor 50 Jahren, im Jahr 1966 fand die erste Ifat statt.
(Bild: Messe München)

Das Wassermanagement in der chemischen Produktion funktioniert offenbar: Trotz steigender Produktion blieb der Verbrauch in den vergangenen 15 Jahren stabil, auch wenn einem Bericht des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) zufolge – absolut gesehen – die riesige Menge von 3000 Millionen Kubikmeter Wasser in Kühltürme und Reaktoren fließt. 80 % davon, so berechneten die Experten, wird als Kühlwasser gebraucht. 20 % sind produktionsrelevant und müssen später aufbereitet werden. Handlungsbedarf ist angesichts der gigantischen Zahlen also da, und der schlägt sich in vielen Projekten nieder, die den Frischwasserverbrauch durch Recycling und Kreislaufführung verringern sollen.

Paradebeispiel ist das 2012 gestartete EU-Projekt E4Water, an dem sich mehrere Industrieanlagen in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Spanien beteiligen. Im Kern geht es darum, Wasser und Abwasserströme verschiedener Betriebe miteinander zu vernetzen und den Frischwasserverbrauch zu halbieren. Auch der Werkstoffhersteller Covestro in Krefeld hat den Frischwasserverbrauch durch die Kreislaufführung salzhaltiger Prozessabwässer drastisch gesenkt. Eine neue Pilotanlage reinigt salzhaltige Abwässer so weit, dass sie in der Elektrolyse wieder als Rohstoff eingesetzt werden können.

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Der Einspareffekt ist beträchtlich: Pro Jahr spart die Anlage bis zu 30.000Tonnen Natriumchlorid und 400.000 Tonnen vollständig entsalztes Wasser. Auch der Nutzen für den Klimaschutz kann sich sehen lassen: Mit der Verringerung des Ressourceneinsatzes geht eine Reduzierung von 6200 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten pro Jahr einher.

Schönes Haar – trübes Wasser

Mit einem Marktvolumen von rund drei Milliarden Euro bilden Haarpflegemittel das umsatzstärkste Segment auf dem deutschen Markt für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte. Weltweit werden die Umsätze auf rund 100 Milliarden Dollar geschätzt. Die Kehrseite: In der Produktion von Haarpflegemitteln fallen teilweise hoch belastete und farbige Abwässer an, die mit Kombinationen aus chemisch-physikalischen und biologischen Verfahren behandelt werden, um die geforderten Grenzwerte zu unterschreiten.

Gleichzeitig liegen die Abwassermengen häufig bei 10 bis 20 m3 pro Stunde im Mehrschichtbetrieb. Um mehrstufige Anlagen in dieser Größenordnung kosten- und betriebssicher planen, bauen und betreiben zu können, integriert Enviro Chemie die Verfahren in modularen Raumzellen. Die Anlagen werden komplett vormontiert und in Deutschland werksgetestet. Lokal ist lediglich ein Betonfundament für die Raummodule und Sammeltanks zu bauen.

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