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Vom Stahlwerk zum Reaktor

Bringt Carbon4PUR den Durchbruch für Chemikalien aus Abgas?

| Redakteur: Dominik Stephan

Das Konsortium von 14 Partnern aus sieben Ländern will unter Führung von Covestro erforschen, wie Hüttengase aus der Stahlindustrie besonders effizient und nachhaltig zur Produktion von Kunststoffen verwendet werden können.
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Das Konsortium von 14 Partnern aus sieben Ländern will unter Führung von Covestro erforschen, wie Hüttengase aus der Stahlindustrie besonders effizient und nachhaltig zur Produktion von Kunststoffen verwendet werden können. (Bild: Covestro)

Chemie aus dem Schornstein: Bringt die stoffliche Nutzung von CO2 und anderen Abgasen als Kohlenstoffquelle der Chemie die klimaschonende Kreislaufwirtschaft? Ein neues Forschungsprojekt und ein branchenübergreifendes Konsortium machen Dampf bei der Abgas-Chemie…

Es ist ein alter Traum der Chemiker: Abgase als Rohstoffe. Statt CO2 und Co. einfach durch den Schornstein zu jagen, könnten die Klimakiller ein zweites Leben als Kohlenstoffquelle für Kunststoffe, Lacke oder andere Basis-Chemikalien führen. Dabei hat die Industrie ein besonderes Augenmerk auf die sogenannten „Hüttengase“ der Stahlwerke geworfen.

Abgase vermeiden und Rohöl sparen: Dieses Ziel verfolgt ein neues Konsortium von 14 Partnern aus sieben Ländern unter Führung des Werkstoffherstellers Covestro (ehemals BMS) in dem branchenübergreifenden Projekt Carbon4PUR.

„Wir sind gemeinsam auf dem Weg zu einer entscheidenden Innovation: Abgas-Gemische aus der Stahlindustrie können auf wirtschaftliche Weise Kohlenstoff für chemische Prozesse liefern und schließlich zur Herstellung von Dämmstoffen oder Lacken dienen“, erklärte Dr. Markus Steilemann, im Covestro-Vorstand zuständig für Innovation, Marketing und Vertrieb.

„Das hilft uns dabei, die Ressourcenbasis zu verbreitern und die Klimabilanz der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern. Gleichzeitig wird der Verbundgedanke in der europäischen Industrie gestärkt.“

Wo steht die Chemie aus dem Schornstein heute? Wir haben genauer hingesehen - und Erstaunliches entdeckt...

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Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Das neue Projekt begründet eine beispiellose Kooperation vom Abgasverursacher bis zum Kunststoffverarbeiter, erklärten die Leverkusener Werkstoffspezialisten. Die Europäische Union fördert Carbon4PUR unter dem Dach der europäischen Fördergesellschaft SPIRE über drei Jahre mit rund acht Millionen Euro. Die Industriepartner steuern insgesamt noch einmal die gleiche Summe bei.

Konkret geht es in dem Projekt darum, Gemische aus Kohlendioxid und Kohlenmonoxid, die bei der Stahlproduktion anfallen, zu nutzen, um so genannte Polyole herzustellen – das sind zentrale Komponenten von Dämmstoffen und Lacken auf Polyurethan-Basis, die normalerweise aus Erdöl gewonnen werden.

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