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Eine Marke der PROCESS Gruppe

Kontinuierliche Pharmaproduktion Bosch Packaging steigt in die Kontiproduktion ein

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Jetzt will auch Bosch Packaging Technology beim Thema Kontiproduktion mit mischen. In einem mehrjährigen Projekt mit dem Grazer Forschungsunternehmen RCPE (Research Center Pharmaceutical Engineering) will Bosch Anlagen und Apparate für die kontinuierliche Pharmaproduktion entwickeln.

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Gruppenbild nach Vertragsunterzeichnung v.l.n.r: Andreas Witschnigg (Projektleiter, RCPE GmbH) Harald Kainz (Rektor, TU Graz) Johannes Khinast (Scientific Director, RCPE GmbH) Matthias Müller (Senior Vice President Engineering, Robert Bosch GmbH, Packaging Technology, Business Unit Pharma) Thomas Klein (Business Director, RCPE GmbH) Christian Buchmann (Wirtschafts-Landesrat, Land Steiermark) Christian Gebauer (Projektleiter, Robert Bosch GmbH, Packaging Technology, Business Unit Pharma)
Gruppenbild nach Vertragsunterzeichnung v.l.n.r: Andreas Witschnigg (Projektleiter, RCPE GmbH) Harald Kainz (Rektor, TU Graz) Johannes Khinast (Scientific Director, RCPE GmbH) Matthias Müller (Senior Vice President Engineering, Robert Bosch GmbH, Packaging Technology, Business Unit Pharma) Thomas Klein (Business Director, RCPE GmbH) Christian Buchmann (Wirtschafts-Landesrat, Land Steiermark) Christian Gebauer (Projektleiter, Robert Bosch GmbH, Packaging Technology, Business Unit Pharma)
(Bild: Bosch)

Graz, Österreich - Bosch Packaging Technology und das Grazer Forschungsunternehmen RCPE (Research Center Pharmaceutical Engineering) forschen ab jetzt gemeinsam neuen kontinuierlichen Fertigungsmethoden. Für das Grazer K1-Kompetenzentrum, das auf Forschungsaufträge aus der Prozess- und Produktoptimierung für die Pharmaindustrie spezialisiert ist und über 100 MitarbeiterInnen beschäftigt, ist das eigenen Abgaben zufolge der bislang größte, frei finanzierte Auftrag.

„Wir sehen in der kontinuierlichen Fertigung ein enormes Potenzial für die Herstellung fester Darreichungsformen wie beispielsweise Tabletten und Kapseln“, betont Dr. Matthias Müller, Senior Vice President Engineering, Bosch Packaging Technology. Das Unternehmen sieht besonders im steigenden Bedarf der Pharmaindustrie an einer schnelleren Markteinführung neuer Medikamente sowie an einem höheren Automatisierungsgrad, der Kosten und Zeit spart. Gleichzeit soll die Produktionsqualität erhöht und die Ausfallsrate minimiert werden. Das in anderen Branchen schon länger erprobte Verfahrensprinzip kontinuierlicher Fertigung soll dies ermöglichen.

Die Bosch Gruppe ist schon seit den 1970-er Jahren im Maschinen- und Anlagenbau für die Pharmaindustrie aktiv. Der Geschäftsbereich Bosch Packaging Technology als Anbieter von Prozesstechnologie, Füll- und Verpackungslösungen zählt heute zu den weltweit führenden Unternehmen. Im Jahr 2014 erwirtschaftete Bosch Packaging Technology mit rund 6100 Mitarbeitern 1,18 Milliarden Euro Umsatz und bietet für seine Kunden in der Pharmaindustrie von einzelnen Maschinen über komplette Linien bis hin zu integrierten Systemen für die Herstellung und Verarbeitung flüssiger und fester Pharmazeutika ein breites Spektrum an Lösungen und Dienstleistungen an.

Sicherer, schneller und kostengünstiger

Um die weltweite Marktstellung weiter auszubauen, entwickelt Bosch nun mit dem RCPE die neue Generation der Pharmafertigung in einem mehrjährigen Forschungsprojekt. „Die kontinuierliche Fertigung bringt viele Vorteile, vor allem können Produkte viel schneller produziert werden und zwar innerhalb von Stunden im Gegensatz zu Monaten beim derzeit üblichen Chargenprozess“, erklärt Prof. Johannes Khinast, wissenschaftlicher Leiter des RCPE.

Der Wegfall vieler Zwischenschritte, wesentlich kürzere Lieferketten, schnelles und flexibleres Reagieren auf Änderungen im Bedarf, und deutlich kleinere Anlagen die auch beispielsweise in Krisengebieten oder Extremsituationen schnell dezentral produzieren können, sind wesentliche Punkte, die klar für die kontinuierliche Fertigung sprechen. „Weiters wird die Produktqualität durch die 100%ige Kontrolle der Produktion wesentlich gesteigert und somit zugleich die Produktivität“, erklärt Khinast. Denn in der kontinuierlichen Fertigung lässt sich permanent jeder Arbeitsschritt kontrollieren. Im Fehlerfall kann die Produktion sofort unterbrochen und der Schaden behoben werden, während beim sogenannten Batch Processing die komplette Charge unbrauchbar ist. Da auch die Regulierungsbehörden immer höhere Qualitätsstandards in der Produktion verlangen, spricht alles für diese in der Pharmaindustrie noch sehr neue Fertigungsmethode.

„Wir beschäftigen uns intensiv mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Continuous Manufacturing und freuen uns, mit dem RCPE einen erfahrenen und zuverlässigen Kooperationspartner gefunden zu haben“, betont Bosch Senior Vice President Müller. Die Entscheidung für das Grazer Kompetenzzentrum RCPE fiel nach einer intensiven weltweiten Suche aufgrund seiner einzigartigen Exzellenz in der pharmazeutischen Prozess- und Produktoptimierung. Das RCPE ist eines der wenigen internationalen Forschungsinstitute, die eine anerkannte, langjährige Expertise in diesem Bereich aufweisen können.

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