Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie Bayer gewinnt Prozess +++ Bei Wacker geht es bergauf +++ Rekordgewinne für Öl-Multis

Von Wolfgang Ernhofer 41 min Lesedauer

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

31.10.2026

Leuna/Leipzig (dpa) *05:01 Uhr – SA Raffinerie Leuna baut Technik für Fernwärme nach Leipzig

In der Raffinerie Leuna laufen derzeit die Bauarbeiten für ein neues Wärmesystem, das künftig bislang ungenutzte Abwärme für Leipzigs Fernwärmenetz nutzbar machen soll. Das interne System umfasse rund 15 Kilometer Rohrleitungen und zahlreiche Wärmetauscher, teilte der französische Öl- und Gaskonzern TotalEnergies auf Anfrage mit. Die Stadtwerke Leipzig sehen das Projekt nach eigenen Angaben im Zeitplan. Der Einbau der Wärmetauscher soll im ersten Quartal 2027 beginnen. Die endgültige Einbindung in die Raffinerie und der Anschluss an die Übergabestation der Stadtwerke sind während eines geplanten vorübergehenden Raffinerie-Stillstands im Herbst 2027 vorgesehen. Danach sollen Tests und die Inbetriebnahme folgen. Die erste Wärme soll nach Angaben von TotalEnergies Anfang 2028 fließen. Die Stadtwerke planen die Aufnahme der Lieferung im ersten Halbjahr.

Ein großer Teil der Leipziger Fernwärme stammt bislang aus dem Braunkohlekraftwerk Lippendorf. Dessen Stilllegung ist für 2035 vorgesehen. Die Abwärme aus Leuna soll einen Teil der Wärmeversorgung übernehmen. Nach früheren Angaben der Stadtwerke könnte sie rund 40 Prozent des derzeitigen Fernwärmebedarfs decken - rechnerisch genug für etwa 100.000 Haushalte. Das Gesamtprojekt war im September 2025 mit mehr als 230 Millionen Euro beziffert worden. Damals war eine Förderung des Bundes von mehr als 90 Millionen Euro angekündigt. Die Stadtwerke beziffern ihre Investitionen in der aktuellen Planungsphase auf rund 200 Millionen Euro.

Ob die Abwärme die Heizkosten für Leipziger Verbraucher senken wird, ist unklar. Die Verbraucherzentrale Sachsen verweist auf bundesweite Untersuchungen, nach denen Fernwärme mit sehr hohen Anteilen von Abwärme und erneuerbaren Energien für Kunden etwas günstiger sein könne. Für Leipzig schätzt sie das Einsparpotenzial als gering ein. Mit der Abwärme aus Leuna werde ein Anteil von 38 Prozent erneuerbarer Energien erreicht. Mögliche Kostenvorteile könnten nur dann bei den Kunden ankommen, wenn die Stadtwerke ihre Preisformeln anpassten. Diese orientierten sich derzeit vor allem am Gas.

Die Leipziger Stadtwerke hingegen erwarten, dass der neue Energiemix die Abhängigkeit von schwankenden fossilen Märkten verringert und steigende CO2-Kosten anteilig abfedert. Die ab dem 1. Januar 2027 geltenden Fernwärmepreise wollen die Stadtwerke Anfang November bekanntgeben. Die erste Wärme aus Leuna soll dann ein Jahr später geliefert werden.

Seoul (dpa) *04:27 Uhr – Boehringer-Chef: Westen hat «kein Monopol auf Innovation»

Der Vorstandschef des deutschen Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim, Shashank Deshpande, sieht die wachsende Konkurrenz aus China als Ansporn für die Branche. «Konkurrenz belebt das Geschäft. Europa und Amerika haben kein Monopol auf Innovation», sagte Deshpande der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Seoul. Gute Wissenschaft käme zunehmend aus China.

Bei der Wirtschaftskonferenz in der südkoreanischen Hauptstadt betonte Deshpande zudem die wachsende Bedeutung des Asien-Pazifik-Raums für Innovationen in der Pharmaindustrie. Boehringer Ingelheim betreibt nach eigenen Angaben mehr als 200 klinische Studien in der Region - China ausgenommen - und arbeitet mit rund 160 wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Allein in Südkorea führt der Konzern derzeit rund 50 klinische Studien durch.

Auch künstliche Intelligenz könnte die Pharmaforschung nach Einschätzung Deshpandes grundlegend verändern. Ende Oktober kündigte Boehringer Ingelheim eine strategische Partnerschaft mit dem US-Technologiekonzern Microsoft zur Erforschung KI-gestützter klinischer Studien an. Dadurch könne sich die klinische Entwicklung eines neuen Medikaments potenziell um bis zu 50 Prozent beschleunigen, glaubt Deshpande.

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Die Asien-Pazifik-Konferenz wurde am Freitag vom Kanzler Friedrich Merz eröffnet. Dabei warb dieser erneut für ein globales Netzwerk für einen auf internationalen Regeln basierenden freien Handel. An der Asien-Pazifik-Konferenz nahmen rund 1000 Wirtschaftsvertreter aus Deutschland und dem indopazifischen Raum teil.

30.10.2026

Moskau (dpa) *15:47 Uhr – Moskau: Ukraine greift wieder russische Raffinerien an

Das ukrainische Militär hat nach Angaben aus Moskau seine Angriffe auf russische Raffinerien wieder aufgenommen. «Wir hatten eine Zeit lang eine Pause. Doch heute wurden die Angriffe wieder aufgenommen, und unsere Betriebe arbeiten unter Schutzmaßnahmen», zitierte die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti Vizeministerpräsident Alexander Nowak. Insgesamt seien drei Raffinerien und ein Gas-Chemiekomplex angegriffen worden. Eine Anlage wurde demnach «geringfügig» beschädigt. Nähere Angaben zu den Angriffszielen und den eingesetzten Waffen machte er dabei nicht.

Zuvor hatten militärnahe ukrainische Telegramkanäle Aufnahmen von Bränden auf einem Gelände verbreitet, das zur Raffinerie Nowokuibischewsk im Gebiet Samara gehören soll. Das staatsnahe ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point veröffentlichte eine Karte, wonach der Angriff mit Drohnen des Typs FP-1 aus Unternehmensproduktion durchgeführt wurde. Eine Bestätigung für den Angriff von offizieller Seite lag zunächst nicht vor. Bei den Aufräum- und Löscharbeiten kamen russischen Staatsmedien zufolge zwei Männer ums Leben. Die Anlagen wurden mehrfach bereits von ukrainischen Drohnen angegriffen.

Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion und greift dabei immer wieder auch weit entfernte Industrieanlagen im russischen Hinterland an. Washington hatte Kiew wiederholt aufgefordert, Angriffe auf russische Erdölverarbeitungsanlagen zu unterlassen, damit die weltweiten Spritpreise nicht noch weiter in die Höhe getrieben werden. Daraufhin stellte die Ukraine ihre Attacken auf Raffinerien für rund zwei Wochen ein.

St. Louis (dpa) *10:19 Uhr – Bayer gewinnt weiteren Glyphosat-Prozess

Eine Geschworenen-Jury im US-Bundesstaat Missouri hat in der Nacht zum Donnerstag in einem Glyphosat-Prozess einstimmig zugunsten von Bayer geurteilt. Das teilte der Pharma- und Agrarchemiekonzern mit. Nachdem Bayer im Juni einen wegweisenden Glyphosat-Fall vor dem obersten US-Gericht gewonnen hatte, war der Prozess in Missouri wichtig, weil die Kläger andere Argumente gegen Bayer vorbrachten. Infolge des Urteils des US Supreme Court sind Prozesse gegen Bayer im Grunde nicht mehr möglich, in denen Kläger sich auf fehlende Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern stützen wollen.

Die Anwälte in dem nun beendeten Prozess in St. Louis hatten indes ein anderes Argument vorgebracht und behauptet, der Unkrautvernichter Roundup sei fehlerhaft konstruiert und sie seien vorsätzlich getäuscht worden. Der aktuelle Sieg vor Gericht dürfte auch den Bemühungen von Bayer Rückenwind liefern, die Causa Glyphosat, die schon Milliarden verschlungen hat, weitgehend abzuhaken. Im Fokus steht nun eine noch ausstehende richterliche Entscheidung über seinen Sammelvergleich. In dessen Rahmen wird Bayer bis zu 21 Jahre lang abnehmende, gedeckelte jährliche Zahlungen von insgesamt bis zu 7,25 Milliarden Dollar leisten.

29.10.2026

London/Paris/Madrid (dpa) *14:19 Uhr – Hohe Ölpreise sorgen bei Shell & Co für Gewinnsprünge

Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Öl- und Gaspreise lassen die Kassen bei den Ölmultis klingeln. Totalenergies, Shell und Repsol meldeten Gewinnsprünge. Aktionäre sollen durch Aktienrückkäufe profitieren. An der Börse legten die Aktien am Donnerstag zu. Scharfe Kritik an den Zahlen kam aus der deutschen Politik. Schon länger gibt es eine Debatte über eine sogenannte Übergewinnsteuer. Der Krieg im Nahen Osten beschert den Ölkonzernen einen kräftigen Schub. In der Straße von Hormus ist der Tankerverkehr gestört. Liefer- und Produktionsausfälle treiben die Preise in die Höhe.

Der Ölpreis für Brent lag im dritten Quartal durchschnittlich bei mehr als 90 US-Dollar pro Barrel, aktuell sind es rund 113 Dollar. Vor Kriegsbeginn Ende Februar waren es weniger als 70 Dollar. Die USA und Israel hatten den Iran angegriffen. Shell und seine Konkurrenten betrieben ihre Raffinerien in den vergangenen Monaten so intensiv wie möglich. Zusätzliche Erträge aus Handel und Raffinerien überwogen die Belastungen durch Liefer- und Produktionsschwierigkeiten deutlich.

Auch der Ausfall von Flüssigerdgaslieferungen aus dem Persischen Golf bescherte großen Energiekonzernen unerwartete Gewinne, obwohl sie im Nahen Osten Produktionsausfälle hinnehmen mussten. Shell verdoppelte den bereinigten Gewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 10,8 Milliarden Dollar (9,7 Milliarden Euro). Das ist der zweithöchste Quartalsgewinn der Unternehmensgeschichte. Shell übertraf damit die Analystenerwartungen. Einen noch höheren Quartalsgewinn hatte der Konzern nur 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine erzielt. Bei Totalenergies stieg der bereinigte Nettogewinn im Jahresvergleich auf mehr als das Doppelte und erreichte gut 9 Milliarden Dollar.

Repsol vervielfachte den bereinigten Gewinn von 0,75 auf gut 2,7 Milliarden Euro. Das spanische Unternehmen kündigte sein drittes Aktienrückkaufprogramm in diesem Jahr an. Noch in diesem Jahr sollen weitere Aktien im Wert von 950 Millionen Euro zurückgekauft werden. Shell kündigte Aktienrückkäufe von fünf Milliarden Dollar an, zwei Milliarden mehr als im abgelaufenen Quartal. Totalenergies will im Schlussquartal und im ersten Quartal 2027 eigene Aktien für 2,5 Milliarden Dollar zurückkaufen.

Die gestiegenen Öl- und Dieselpreise sowie die hohen Konzerngewinne sorgen für politische Diskussionen. Von der Bundesregierung werden weitere Maßnahmen gefordert über den Tankrabatt hinaus. «Während wir alle unter hohen Spritpreisen und den Folgen der Klimakrise ächzen, erbeuten Shell, Total und die anderen Ölkonzerne auch in diesem Quartal wieder Rekordprofite. Statt diese gemeingefährlichen Übergewinne zu besteuern, kippt SPD-Finanzminister Lars Klingbeil den Ölbossen mit seinem wirkungslosen Tankrabatt zusätzlich Steuergelder in den Rachen», sagte die klimapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lisa Badum.

Der finanzpolitische Sprecher der Linke-Bundestagsfraktion, Christian Görke, forderte ebenfalls eine Übergewinnsteuer: «Übergewinne kann man definieren, und man kann sie national in einem Land besteuern. Klingbeil und die SPD dürfen sich jetzt nicht weiter hinter der EU verstecken. Sie könnten sofort ein neues Gesetz in den Bundestag einbringen, angelehnt an das von 2022, das wäre überhaupt kein Problem.»

In Hamburg demonstrierten Greenpeace-Aktivisten an einer Shell-Tankstelle für eine Übergewinnsteuer. Greenpeace beklagt eine «Preiserpressung» der Konzerne, wie es in einer Mitteilung hieß.

München (dpa/lby) *14:01 Uhr – Licht am Ende des Tunnels für Wacker Chemie

Nach den hohen Verlusten des vergangenen Jahres arbeitet sich der Chemiekonzern Wacker aus der Krise. Im dritten Quartal kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 9,4 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro, der Nettogewinn belief sich auf gut 87 Millionen Euro - nach einem Verlust von 82 Millionen im Vorjahresquartal. Das Unternehmen führte das vor allem auf ein im vergangenen Jahr begonnenes Spar- und Effizienzprogramm zurück. Hilfreich war auch der Anstieg des Dollarkurses.

Das Unternehmen war 2025 mit einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gerutscht. In diesem Jahr sind die Ergebnisse positiv, nach den ersten neun Monaten lag der Nettogewinn bei 452 Millionen Euro. Vorstandschef Christian Hartel und seine Kollegen hoffen nun auf dauerhaft bessere Zeiten und peilen wieder Wachstum an, obwohl die Weltlage nach wie vor ungewiss ist und viele Kunden nach wie vor zurückhaltend bei ihren Bestellungen sind. Ende September arbeiteten gut 15.900 Menschen für den Konzern, zwei Drittel davon in Deutschland.

Wacker Chemie ist nach Firmenangaben führender Hersteller hochreinen Polysiliziums, dem Grundmaterial für Computerchips. Weitere Geschäftsbereiche sind Silikone, aus denen unter anderem Harze und Öle hergestellt werden können, sowie Polymere für die Herstellung von Lacken oder Klebstoffen.

Paris (dpa) *09:42 Uhr – Hohe Ölpreise: Totalenergies verdoppelt Gewinn

Die wegen des Kriegs der USA gegen den Iran stark gestiegenen Ölpreise lassen die Kassen des französischen Ölkonzerns Totalenergies weiter klingeln. Der Nettogewinn schnellte im dritten Quartal allein im Vergleich zum zweiten Jahresviertel um gut die Hälfte auf fast 8,4 Milliarden US-Dollar (7,5 Mrd. Euro) nach oben, wie der Konkurrent von Shell und ExxonMobil mitteilte. Im Jahresvergleich hat sich der Überschuss damit deutlich mehr als verdoppelt.

Die USA und Israel hatten den Iran Ende Februar 2026 angegriffen. Seither ging es für die Ölpreise deutlich nach oben, auch weil der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus gestört ist. Diese Meerenge ist ein Öltransport-Nadelöhr. Die stark gestiegenen Öl- und Benzinpreise sowie die hohen Gewinne der Ölkonzerne sorgen für politische Diskussionen. Nicht wenige Stimmen fordern etwa von der Bundesregierung einen Spritpreisdeckel statt des Tankrabatts. Derweil will Totalenergies dank der sprudelnden Gewinne im Schlussquartal sowie im ersten Viertel des kommenden Jahres eigene Aktien für 2,5 Milliarden Dollar zurückkaufen.

28.10.2026

Potsdam/Schwedt (dpa/bb) *18:24 Uhr – Staatskanzlei: Rohölversorgung für die PCK steht

Die Rohölversorgung für die Raffinerie PCK in Schwedt läuft trotz des Lieferstopps aus Kasachstan stabil. Das teilte die Staatskanzlei Brandenburg im Anschluss an die jüngste Sitzung der Task Force PCK Schwedt mit. Aktuell sei die Raffinerie zu gut 86 Prozent ausgelastet. Außerdem arbeite die Bundesregierung an einer Strategie zur langfristigen Sicherung der Raffinerien in Deutschland. Gleichzeitig beabsichtigte die Europäische Union, die Nachweispflicht der Methanverordnung um drei Jahre zu verschieben. Und Schwedt bekomme ein sogenanntes Boarding-House für Auszubildende mit 60 Plätzen in Einzel- und Doppelzimmern. Das Vorhaben wird den Angaben zufolge mit mehr als 14 Millionen Euro aus EU-Mitteln gefördert. «Es liegt weiter viel Arbeit vor uns, um die Raffinerie in Schwedt in eine sichere und nachhaltige Zukunft zu führen», sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. «Heute bin ich aber erst einmal dankbar dafür, dass wir die PCK in diesem Jahr trotz aller Schwierigkeiten erneut stabil halten konnten», sagte er. «Die geopolitische Lage und der Blick auf die Zapfsäulen zeigen uns, dass Deutschland auch künftig leistungsfähige Raffinerien wie die PCK braucht», sagte Woidke. «Deshalb begrüße ich ausdrücklich, dass die Bundesregierung die Raffinerien strategisch stärken will.»

Woidke nannte es eine gute Nachricht, dass die EU die ursprünglich ab Anfang Januar 2027 geplanten Nachweispflichten für Importeure von Öl, Gas und Kohle aus Drittstaaten verschieben wolle. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Frank Wetzel, ergänzte, Raffinerien seien Teil der strategisch wichtigen Infrastruktur. Unternehmen benötigten Planbarkeit darüber, welche Märkte sich wie entwickelten und welche Investitionen sich lohnten: «Das zu verbessern, ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Wirtschaft.»

Ludwigshafen (dpa) *07:37 Uhr – BASF verdient operativ mehr und hebt erneut Prognose an

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF wird nach einem besser als erwarteten dritten Quartal noch einmal optimistischer für das Gesamtjahr. Für 2026 peilt BASF nun ein um Sondereinflüsse bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an, wie der Dax-Konzern überraschend am Mittwoch mitteilte.

Zuletzt hatte der Vorstand um Markus Kamieth 6,9 Milliarden bis 7,7 Milliarden Euro im Visier - nach 6,6 Milliarden Euro im Vorjahr.

Analysten rechneten im Schnitt mit einem Anstieg auf 7,6 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Bereits im Sommer hatte BASF das Ergebnisziel angehoben.

Die deutsche Chemiebranche profitiert davon, dass der Iran-Krieg die Konkurrenz in Asien hart trifft, die stark von Energielieferungen abhängig ist. Die Nachfrage von Kunden hat sich zu Unternehmen in Europa verschoben. So konnte BASF teilweise die Preise anheben.

Im dritten Quartal betrug das operative Ergebnis 1,64 Milliarden Euro und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten. Im Vorjahreszeitraum hatte BASF hier 1,43 Milliarden Euro ausgewiesen. Zum Zuwachs beigetragen habe der deutliche Ergebnisanstieg im Kerngeschäft, hieß es. Der Umsatz legte im Quartal wegen höherer Preise und Mengen um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro zu. Unterm Strich ging der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unter anderem wegen Restrukturierungskosten um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro zurück. Derweil soll der freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) im laufenden Jahr weiterhin zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro betragen, nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

Das Ludwigshafener Dax-Unternehmen stemmt sich mit einem Konzernumbau, Sparprogrammen und Stellenabbau gegen schwierige Zeiten in der Chemieindustrie, der weiter hohe Energiepreise zu schaffen machen. Zuletzt hat BASF ein Auge auf den Spezialchemiekonzern Evonik aus Essen geworfen und seine Offerte in dem Übernahmeringen aufgestockt.

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