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Angepasster Ausblick für 2020 bestätigt Bayer beschleunigt Transformation und kündigt weitere Einsparungen an

| Redakteur: MA Alexander Stark

Trotz erheblichen Gegenwinds durch die Covid-19-Pandemie bestätigt Bayer seinen angepassten Ausblick für 2020 und erwartet für 2021 einen Umsatz in etwa auf dem Niveau des Jahres 2020. Ein eingetrübter Ausblick im Agrarmarkt dürfte aber zu einer nicht zahlungswirksamen Sonderabschreibung bei Vermögenswerten für das Crop-Science-Geschäft im mittleren bis oberen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich führen.

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Bayer musste 2020 mit Gegenwind aufgrund der Covid-19-Pandemie umgehen.
Bayer musste 2020 mit Gegenwind aufgrund der Covid-19-Pandemie umgehen.
(Bild: Bayer)

Leverkusen – Um Bayer in einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld weiter voranzubringen, will das Unternehmen zusätzliche operative Einsparungen in Höhe von mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr ab 2024 auf den Weg zu bringen – zusätzlich zu den jährlichen Ergebnisbeiträgen in Höhe von 2,6 Milliarden Euro ab 2022, die im November 2018 angekündigt worden waren. Der dadurch erreichte höhere Cash-Flow ist vor allem für weitere Investitionen in Innovation und profitable Wachstumschancen sowie zum Schuldenabbau vorgesehen.

Wie die meisten Unternehmen muss auch Bayer im Geschäftsjahr 2020 mit Gegenwind aufgrund der Covid-19-Pandemie umgehen. Zusätzlich werden Umsatz- und Ergebniswachstum durch erhebliche Währungseffekte belastet. Allerdings erwartet der Konzern, die Auswirkungen von geringeren Umsätzen in den Divisionen Crop Science und Pharmaceuticals durch geeignete Gegenmaßnahmen – wie die Beschleunigung existierender Effizienzprogramme und zusätzliche Kosteneinsparungen – zu kompensieren.

Im Jahr 2021 werden Wachstum und Cash-Flow voraussichtlich niedriger ausfallen als geplant und können nur zum Teil durch weitere Einsparmaßnahmen kompensiert werden. Das Unternehmen erwartet nun – basierend auf konstanten Wechselkursen – für 2021 einen Umsatz in etwa auf dem Niveau des Jahres 2020 und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie leicht unter dem Niveau des Jahres 2020.

Die direkten und indirekten Auswirkungen der Pandemie auf das Crop-Science-Geschäft werden tiefgreifender sein als zunächst erwartet. Für die Agrarbranche, in der Bayer führend ist, haben sich die Wachstumserwartungen reduziert. Das liegt an niedrigen Preisen bei wichtigen Nutzpflanzen, intensivem Wettbewerb bei Soja und einem geringeren Biokraftstoffverbrauch. Verstärkt wird dies durch zum Teil massive negative Währungseffekte wie beispielsweise beim brasilianischen Real. Diese Situation wird sich voraussichtlich in nächster Zeit nicht ändern. Vor diesem Hintergrund geht Bayer von einer nicht zahlungswirksamen Sonderabschreibung auf Vermögenswerte des Agrargeschäfts im mittleren bis oberen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich aus.

Das Pharmaceuticals-Geschäft wird voraussichtlich im Jahr 2021 wieder wachsen. Um das mittel- und längerfristige Wachstumspotenzial dieses Geschäfts zu stärken, sind weitere Zuwächse bei Investitionen geplant. So soll die Produkt-Pipeline gestärkt werden – durch die nächste Generation von Innovationsplattformen mit neuen Wirkmechanismen sowie durch Einlizenzierungen und ergänzende Zukäufe.

Das Consumer-Health-Geschäft wiederum hat sich stark entwickelt und soll in den kommenden Jahren schneller wachsen als vergleichbare Wettbewerber. Die Division wird ihr organisches Wachstum in den kommenden Jahren durch kleinere Zukäufe ergänzen sowie durch Gelegenheiten für Einlizenzierungen in attraktiven Kategorien.

Von den zusätzlichen Einsparungen sollen alle Divisionen profitieren. Bayer plant zudem, sein Working Capital und die Investitionen in Sachanlagen weiter zu optimieren. Ebenso prüft das Unternehmen die Möglichkeit, sich von nicht-strategischen Geschäften oder Marken unterhalb der Divisionsebene zu trennen. Der Vorstand beabsichtigt außerdem, seine Dividendenpolitik beizubehalten, nach der jedes Jahr 30 bis 40 % des bereinigten Ergebnisses je Aktie an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Ausschüttungen werden in den kommenden Jahren am unteren Ende dieses Korridors erwartet und nicht am oberen Ende wie in den vergangenen Jahren.

Die zusätzlichen operativen Einsparmaßnahmen, die auch zu einem möglichen weiteren Arbeitsplatzabbau führen könnten, werden derzeit im Detail erarbeitet und befinden sich noch in einem frühen Stadium, teilte das Unternehmen mit. Sie sollen mit den jeweiligen Gremien im Unternehmen – einschließlich den Arbeitnehmervertretern – erörtert und bekannt gegeben werden, sobald sie finalisiert sind. Der Konzern wolle die geplanten Maßnahmen fair und verantwortungsvoll umsetzen, hieß es in einer Unternehmensmitteilung. Die Gesamtbetriebsvereinbarung „Zukunftssicherung Bayer 2025“ soll demnach bestehen bleiben – und damit auch der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen im Personalverbund der Bayer AG in Deutschland bis Ende 2025.

Das Unternehmen hat angekündigt, eine detaillierte Prognose für 2021 sowie einen aktualisierten Mittelfristausblick im Rahmen der Bekanntgabe der Jahresergebnisse 2020 kommunizieren zu wollen.

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