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Cloudbasiertes Kollaborationsnetzwerk BASF und SAP machen Engineering und Instandhaltung fit für Industrie 4.0

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die Initiative BASF 4.0 soll den Chemieriesen in das digitale Zeitalter katapultieren. Bestandteil ist ein Projekt mit SAP, dessen Kern eine gemeinsame Datenbank von Zulieferunternehmen, Partnern im Engineering und in der Instandhaltung ist. Informationen sollen in Zukunft digital und in Echtzeit fließen.

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BASF und SAP wollen Geschäftspartner in einem globalen Netzwerk für technische Anlagenteile zusammenbringen und damit Engineering und Instandhaltung am Standort verbessern.
BASF und SAP wollen Geschäftspartner in einem globalen Netzwerk für technische Anlagenteile zusammenbringen und damit Engineering und Instandhaltung am Standort verbessern.
(Bild: BASF)

Die BASF marschiert in Sachen Industrie 4.0 voran und sieht sich deutschlandweit an der Spitze des Digitalisierungszugs. „Wir haben richtig Lust auf Zukunft“, sagte der Stellvertretende BASF-Chef Martin Brudermüller auf dem Digitalgipfel in Rheinland-Pfalz, dessen Austragungsort wohl nicht ganz zufällig Ludwigshafen war. Mehr als 1000 Besucher, darunter Bundeskanzlerin Merkel und fast alle Minister, die das Kabinett derzeit aufbietet, konnten sich anschauen, was die BASF und ihre Partner digital auf die Beine gestellt haben..

Mit dieser neuen einheitlichen Quelle für Asset-Informationen beabsichtigen die Ludwigshafener, die Effizienz ihrer Engineering- und Instandhaltungsprozesse über den gesamten Lebenszyklus eines Assets weiter zu verbessern.

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Engineering- und Instandhaltungsprozesse verbessern

BASF arbeite ständig an der Optimierung seiner Standorte, Anlagen und Produktionsprozesse, sagt Dr. Andreas Wernsdörfer, Senior Vice President Technischer Service Ludwigshafen, BASF. „Das SAP Asset Intelligence Network ist ein Ansatz, der das Potenzial hat, unsere Engineering- und Instandhaltungsprozesse weiter zu verbessern, indem wir eine vollständig integrierte digitale Informationskette zwischen Herstellern, Dienstleistern und BASF über den gesamten Lebenszyklus der Assets hinweg etablieren.“

Die Chemie setzt zur Aufholjagd an Der größte Chemiekonzern der Welt hat in den letzten 150 Jahren eine erstaunliche Regenerationskraft bewiesen und Brudermüller hegt keinerlei Zweifel, dass das 2015 ins Leben gerufene Projekt BASF 4.0 den Konzern fit für die digitale Zukunft macht. Auch wenn Marktforscher und Analysten schon den Abgesang auf die Old Economy anstimmen und nur noch in Lösungs- und Serviceplattformen denken. Die Schlacht sei noch nicht gewonnen für die andere Seite, betonte er. Eine klare Kampfansage an Google, Amazon und Co. Die BASF jedenfalls hat ihren Schlachtplan und das Ziel klar vor Augen. Es gelte, neue digitale Produkte und Services zu entwickeln, die einen zusätzlichen Mehrwert für Kunden bieten sowie die Effektivität und Effizienz von Prozessen zu erhöhen.

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Vier Schwerpunkte verfolgt die Ludwigshafener Digitalisierungsstrategie: Digitale Geschäftsmodelle, Smart Supply Chain, Datenbasierte Forschung und Smart Manufacturing – gemeint ist der Einsatz digitaler Technologien und die Nutzung der im Prozess gewonnenen Daten. Das Leuchtturmprojekt schlechthin ist die vorausschauende Wartung des Steamcrackers, das Herz des Ludwighafener Verbundes. Jeder Tag, an dem der Cracker nicht optimal arbeitet oder gar ausfällt, kostet viel Geld und deshalb arbeiten die Verfahrenstechniker mit Hochdruck daran, den Funktionszustand kritischer Anlagenteile und Komponenten, z.B. bei Verdichtern oder Wärmetauschern, zu ermitteln, um den optimalen Instandhaltungszeitpunkt vorherzusagen. Mithilfe von Sensoren werden Live-Daten über Betriebszustände ermittelt und mit einer speziellen Analyse-Software – die auch historische Prozessdaten einbezieht – modelliert und ausgewertet. Noch einen Schritt weiter wagt sich jetzt ein ganz aktuelles Teilprojekt, das kürzlich an den Start gegangen ist und über mehrere Monate laufen soll.

Kooperationspartner ist die Walldorfer Softwareschmiede SAP, die das cloud-basierte IoT-Netzwerk SAP Asset Intelligence Network beisteuert. Schon in der Betaphase der Entwicklung hat SAP mit BASF zusammengearbeitet, da schon damals das Ziel war, Betreiber, Hersteller und Dienstleister der Prozessindustrie zu verbinden. Auf dieser Plattform nun sollen Equipmentdaten aus Chemieanlagen gesammelt und später ausgewertet werden. Dazu zählen z.B. Bedienungs- und Instandhaltungsanleitungen, Spezifikationen, Ersatzteillisten bis hin zu Sensordaten über den aktuellen Zustand der Anlage. Eingespielt werden die Daten von Herstellern, Dienstleistern und dem Anlagenbetreiber. Auf diese Weise soll ein vollständig integrierter und zentral verwaltetet Informationsspeicher entstehen – ein gläsernes Asset sozusagen. Mit solch einer neuen einheitlichen Quelle für Asset-Informationen wollen die Ludwigshafener die Effizienz ihrer Engineering- und Instandhaltungsprozesse über den gesamten Lebenszyklus eines Assets weiter verbessern. BASF arbeite ständig an der Optimierung seiner Standorte, Anlagen und Produktionsprozesse, betont Dr. Andreas Wernsdörfer, Senior Vice President Technischer Service Ludwigshafen, BASF. „Das SAP Asset Intelligence Network ist ein Ansatz, der das Potenzial hat, unsere Engineering- und Instandhaltungsprozesse weiter zu verbessern, indem wir eine vollständig integrierte digitale Informationskette zwischen Herstellern, Dienstleistern und BASF herstellen.“

Projekt mit großer Ausstrahlung Noch läuft die Evaluierungs phase, doch für beide Partner ist das Projekt prestigeträchtig und könnte auf die gesamte Branche ausstrahlen – von den Konsequenzen für die Equipmenthersteller ganz zu schweigen. Dessen ist sich auch SAP-Digitalchefin Dr. Tanja Rückert bewusst, die deshalb auf große Namen setzt, um das Asset Intelligence Network weiter auszubauen und die entscheidenden Pflöcke zu setzen.

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