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Einsatzleitsystem BASF startet neues zentrales Einsatzleitsystem für die Gefahrenabwehr

Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Spinnen sind wahre Meister bei der Absicherung ihrer Nester. Das Netzinnere ist belastbar, reißt jedoch der Hauptfaden, sind das Gesamtsystem oder gar die Spinne selbst nie gefährdet. Die feinen Verästelungen eines Spinnennetzes sind daher ein gutes Vorbild für das neue zentrale Einsatzleitsystem für die Gefahrenabwehr an den großen BASF-Standorten in Europa.

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Rolf Haselhorst, Leiter der BASF-Werkfeuerwehr: „Spider wäre ohne die enge Vernetzung der Standorte nicht möglich gewesen.“ (Bild: BASF)
Rolf Haselhorst, Leiter der BASF-Werkfeuerwehr: „Spider wäre ohne die enge Vernetzung der Standorte nicht möglich gewesen.“ (Bild: BASF)

100 000 Anrufe und 1300 Meldungen in Form von Übungen, Informationen und Einsätzen fallen pro Jahr am BASF-Standort Ludwigshafen an und müssen koordiniert werden. Von Ludwigshafen wird auch ein Großteil der TUIS-Einsätze (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem) organisiert, um bei Zwischenfällen oder Unfällen auf Schiene, Straße oder Wasser über Ludwigshafen hinaus zu helfen.

„Ein Alarm, sei es über Telefon, Not-Schalter oder eine Grenzwertüberschreitung, die von Gas-analysatoren gemeldet wird, bedeutet nicht immer, dass eine Produktionsanlage ein Problem hat“, klärt Martin Schwibach, verantwortlich für produktionsnahe Kommunikationstechnik, auf. Sollte es jedoch zu einem Einsatz kommen, ist die Werkfeuerwehr innerhalb von drei Minuten an jedem Punkt im Werk. Dafür muss das Team von Rolf Haselhorst, Leiter der Werkfeuerwehr, über jedes der 2000 Gebäude im Werk Ludwigshafen genau Bescheid wissen. „Wir kennen wirklich jede Anlage im Detail“, verweist Haselhorst auf die regelmäßigen Überprüfungen und Trainings. In Zukunft sollen die Einsätze von einer Stelle aus organisiert werden.

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Verschiedene Alarmsituationen – eine Plattform

Ab Juni 2011 nimmt das neue zentrale Einsatzleitsystem für die Gefahrenabwehr in Europa mit dem internen Namen Spider seinen Betrieb auf. Das Novum: Feuerwehr, Rettungsdienste, der Werkschutz sowie die Umweltüberwachung nutzen ein gemeinsames System über alle großen europäischen BASF-Standorte hinweg. Obwohl die Einsatzerfordernisse sehr unterschiedlich sind, lassen sich dann die verschiedenen Alarmsituationen von einer Plattform aus bearbeiten.

„Wir fassen in der neuen technologischen Plattform beispielsweise etwa 40 000 Signale von Brandmeldeanlagen in Ludwigshafen zusammen. Dazu kommen die aus den Einbruchsmeldeanlagen und die der verschiedenen Kamerasysteme wie die Perimeter-überwachung entlang des Werkszauns. Das System kann aber auch Daten der Umweltzentrale verarbeiten oder auf interne Daten wie die der Sicherheitsdatenblätter zurückgreifen“, berichtet Schwibach.

„Wir sehen in einem möglichst harmonisierten europäischen Netzwerk große Vorteile und sind ständig auf der Suche nach Verbesserungspotenzialen bei der Gefahrenabwehr“, begründet Haselhorst die Entscheidung für die Neuentwicklung. Zu den regelmäßig notwendigen Investitionen gehörte auch die alle zehn Jahre immer wiederkehrende Modernisierung der Leitstellensysteme. Da in den nächsten vier Jahren bei drei Standorten eine Modernisierung anstand, bot sich jetzt der Start für die Entwicklung des zentralen Einsatzleitsystems Spider an.

Neben den technischen Vorteilen setzt die Mannschaft auf weitere Vorteile, wie den gegenseitigen Erfahrungsaustausch und eine stärker standortübergreifende Zusammenarbeit. Das bringt auch den Vorteil, dass sich einzelne Kollegen spezialisieren können, z.B. auf die stärker an Bedeutung gewinnenden klimatischen Ausbreitungsmodelle. Nach einer ausführlichen Projektstudie 2009 läuft seit August 2010 die Umsetzung. „Zunächst wird in diesem Jahr die technologische Plattform fertiggestellt; Mitte Juni wird das System am BASF-Standort Schwarzheide den Betrieb aufnehmen. 2012 folgen Ludwigshafen und Antwerpen, 2013 Münster“, erklärt Schwibach den Zeitplan.

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