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Umfirmierung: Infraserv Knapsack wird Yncoris

Aus Infraserv Knapsack wird Yncoris: Start frei für die nächste Stufe

| Autor/ Redakteur: Thomas Kuhlow* / Dominik Stephan

Industrieservice im Wandel: Unter einem neuen Namen will Infraserv Knapsack den erfolgreichen Industriedienstleistungen zusätzlichen Schub geben. Mit seinem etwas sperrigen Namen hat sich der Industriedienstleister und Chemieparkbetreiber im Laufe von 20 Jahren einen festen Platz in der Branche erobert. Auch die Zukunftsaussichten sind vielversprechend. Was ist das Erfolgskonzept und warum setzt das Unternehmen sein Wachstum nun unter einem neuen Namen fort?

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Aufbruch in ein neues Zeitalter: Als Yncoris will die ehemalige Infraserv Knapsack im Industriedienstleistungsgeschäft deutlich eigenständiger auftreten.
Aufbruch in ein neues Zeitalter: Als Yncoris will die ehemalige Infraserv Knapsack im Industriedienstleistungsgeschäft deutlich eigenständiger auftreten.
(Bild: Yncoris; ©Sergey Nivens, ©worawut17 - stock.adobe.com; [M] Dominik Kron)

Alles neu macht der Juni: Seit Beginn des Monats sind die Schriftzüge von Infraserv Knapsack verschwunden. Auf Broschüren, Firmenfahrzeugen und Arbeitskleidung findet sich nun der Name Yncoris. Dahinter steckt keine feindliche Übernahme oder ein Segeln unter falscher Flagge: Tatsächlich soll der neue Auftritt dem Industriedienstleister helfen, sein eigenständiges Profil zu schärfen.

„Der Begriff Infraserv ist kein Alleinstellungsmerkmal, denn er findet sich aus der Historie heraus auch im Namen von anderen Service-Gesellschaften“, erklärt Ralf Müller, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Yncoris. „Mit dem Namenswechsel wollen wir uns klarer vom Wettbewerb abgrenzen und konsequent die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen. Unser Ziel ist es, noch stärker als führender Industriedienstleister wahrgenommen zu werden und unseren Namen zu einem echten Markenzeichen zu machen.“

Eine solche Namensänderung ist ungewöhnlich für ein etabliertes Unternehmen, bei dem sich Besitz- oder Organisationsstrukturen nicht ändern. Und sie ist vielfältig: 1300 Werksausweise, über 10 000 Kleidungsstücke, Schutzhelme, Visitenkarten – die gesamte Mitarbeiterausstattung muss geändert werden. Dazu kommen die Beschriftungen an Gebäuden oder Fahrzeugen, an Bahnwaggons, Containern und Prüfplaketten sowie die gesamte Geschäftsausstattung.

Doch die Mitarbeiter wissen, was sie tun: Bereits 2016 erhielt Infraserv Knapsack für ihre Marketing-Kampagne den German Brand Award in der Kategorie „Marke: Infrastructure, Logistics, Utility & IT“. Die Auszeichnung für herausragende Markenführung wird regelmäßig vom Rat für Formgebung und dem German Brand Institute verliehen. Nominiert wird, wer seine Marke in herausragender Weise etabliert oder pflegt.

Besonders bemerkenswert neben der Vergabe an einen Industriedienstleister ist die Tatsache, dass die Kampagne nicht von einer externen Werbeagentur betreut wurde. „Sowohl die Kampagnen-Kreation als auch die Planung und die Umsetzung waren Inhouse-Leistungen“, betont Marketingleiter Wilbert Meier. Namen sind mehr als Schall und Rauch: Mit dem neuen Auftritt hat sich das Unternehmen engagierte Ziele gesteckt: „Wir möchten, dass unsere Kunden zuerst an Yncoris denken, wenn es um Lösungen für eine zukunftssichere Produktion geht“, so Meier.

Als Infraserv Knapsack erfolgreich etabliert

Dabei kann sich die Bilanz schon heute sehen lassen: Auch unter dem alten Namen rangiert das Unternehmen seit Jahren unter den Top 10 im Ranking der Industriedienstleister, die das Beratungsunternehmen Lünendonk jedes Jahr ermittelt. Es gehört außerdem zu den wenigen Unternehmen der Top 10 mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Seit 2015 konnten die Hürther ein jährliches Wachstum zwischen sechs und acht Prozent realisieren, auf das Rekordjahr 2017 folgte 2018 ein weiteres überdurchschnittlich erfolgreiches mit einem Umsatz von fast 220 Millionen Euro.

Der Start als Industriedienstleister vor mehr als 20 Jahren war nicht einfach. Doch die schwierige Anfangsphase hat Mitarbeiter und Führungskräfte zusammengeschweißt. Eine klare Ausrichtung, anspruchsvolle, aber erreichbare Ziele und die intensive Kommunikation sorgen für gute Stimmung im Unternehmen. Neue Mitarbeiter – rund 300 waren es allein in den letzten zwei Jahren – tragen die Begeisterung mit und bringen neue Ideen ein. Nicht umsonst zählt das Nachrichtenmagazin Focus Infraserv Knapsack bereits zum fünften Mal in Folge zu den besten Arbeitgebern Deutschlands. Die hohe Mitarbeiterzufriedenheit sorgt für eine geringe Fluktuations- und Krankheitsrate.

Das Yncoris-Erfolgsgeheimnis: Mitarbeiter entscheiden

Um das Wissen und die Kompetenzen der Mitarbeiter zu fördern, setzt der Industriedienstleister auf vielfältige Maßnahmen. So werden beispielsweise regelmäßig Mitarbeitergespräche zur individuellen Kompetenzentwicklung geführt und Entwicklungspläne für den einzelnen Mitarbeiter erstellt. Dass diese Maßnahmen der nachhaltigen Personalpolitik greifen und langfristig eine positive Wirkung entfalten, zeigt auch die gleichbleibend hohe Beteiligung an der Mitarbeiterbefragung, die das Unternehmen regelmäßig durchführt. Zusätzlich analysiert Yncoris regelmäßig die internen Alters-, Funktions- und Qualifikationsstrukturen innerhalb der Organisationsbereiche, um frühzeitig Nachfolgeregelungen zu treffen. Ziel ist es, Know-how-Verluste zu minimieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.

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Ein Beispiel: In den Technischen Services gehen in den nächsten zehn Jahren rund 30 Prozent aller Führungskräfte in den Ruhestand. „Damit der Nachwuchs in neue Aufgaben hineinwachsen kann, setzen wir auf eine moderne Führungskultur, die Mitarbeiter fördert und unterstützt“, erklärt Müller. „Viele jüngere Mitarbeiter haben andere Ansprüche an Führung, erwarten mehr Mitspracherecht, Authentizität und eine offene Informationspolitik. Moderne Führung bedeute aber auch, dass Führungskräfte sich mit strategischen Aufgaben befassen und operative Aufgaben verstärkt delegieren.“ Um den Nachwuchs vorzubereiten, nutzt der Bereich vielfältige Möglichkeiten, wie etwa anspruchsvolle Seminare zum Instandhaltungsmanagement an einer privaten Hochschule. Müller: „Uns ist wichtig, dass unsere erfahrenen Praktiker einen tiefen Einblick in das Management bekommen, um sich auf Führungsaufgaben vorbereiten zu können.“

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