Newsticker Dezember: Aktuelles aus der Prozessindustrie

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08.12.2023

Steyerberg/Hoya (dpa/lni) *09:55 Uhr – Mittelständler planen Fabrik für synthetische Kraftstoffe

In Niedersachsen soll in der Nähe von Nienburg eine erste große Anlage zur Produktion synthetischer Kraftstoffe für Autos entstehen. Ein Konsortium mittelständischer Mineralölhändler und Tankstellenbetreiber arbeite an einem entsprechenden Projekt in Steyerberg (Landkreis Nienburg), bestätigte eine Sprecherin der Betreiberfirma E-Fuels aus Hoya auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Details zum Vorhaben wolle man kommende Woche vorstellen. Zuvor hatte der «Spiegel» berichtet.

Dem Bericht zufolge soll es sich um die erste große Anlage zur Produktion der sogenannten E-Fuels in Deutschland handeln. Entstehen soll sie in einem ehemaligen Chemiewerk von Oxxynova in Steyerberg, das Ende 2022 geschlossen wurde. Ende 2026 soll die Produktion anlaufen. Mehr als 70 Millionen Liter E-Fuels sollen dort dann pro Jahr produziert werden können, genug für etwa 100.000 Autos. Zu den Initiatoren gehört unter anderem die Lühmann-Gruppe aus Hoya, die die Tankstellenkette Classic betreibt.

E-Fules gelten als CO2-neutraler Ersatz für klassisches Benzin aus Mineralöl. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte dafür auf EU-Ebene eine Ausnahme ausgehandelt, damit Neuwagen ab 2035 emissionsfrei auch mit E-Fuels betankt werden können. An Tankstellen ist der Benzin-Ersatz bisher nicht erhältlich. Produziert wird der Kraftstoff derzeit nur in kleinen Forschungsanlagen wie in Freiberg in Sachsen, um den Einsatz zu testen. Der Sportwagenbauer Porsche startete 2022 zusammen mit Partnern eine Pilotanlage in Chile.

Anders als Wasserstoff entspricht der synthetische Kraftstoff in seiner Zusammensetzung weitgehend dem klassischen Benzin. Er kann daher in normalen Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. Hergestellt wird der synthetische Kraftstoff mithilfe von grünem Strom aus Wasserstoff und CO2, wobei große Mengen von Strom benötigt werden. Kritiker werfen dem Benzin-Ersatz eine geringe Energieeffizienz und zu hohe Produktionskosten vor.

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