Newsticker Dezember: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Arzneihersteller Stada hat Russland-Geschäft abgespalten

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06.12.2023

Ludwigshafen (dpa/lrs) *12:37 Uhr – Hauptgeschäftsführer sieht Chemiebranche in «alarmierender Situation»

Der Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände Rheinland-Pfalz, Bernd Vogler, hat ein düsteres Bild der Lage in der Branche gezeichnet. «Wir haben eine alarmierende Situation mit tiefroten Zahlen bei Produktion und Aufträgen, es gibt Stillstand von Anlagen, es gibt Verlagerung von Produktion», sagte Vogler am Mittwoch in Ludwigshafen. «Energie ist zu teuer, und die Firmen sind frustriert von Regulierungen und Bürokratie in allen Variationen.»

Was die Politik getan oder auch nur angekündigt habe, reiche in keiner Weise, «um das Ruder herumzureißen», sagte er. «Gut gemeint ist noch nicht gut gemacht.» Die Chemiebranche im Bundesland werde das auslaufende Jahr wohl mit einem Umsatzrückgang von 23 Prozent, einem Produktionsrückgang von 20 Prozent und einem Auftragsminus von 30 Prozent abschließen. «Das ist ein krasser Einbruch, wie wir ihn seit Jahrzehnten nicht hatten.» Die Anlagenauslastung sei «katastrophal» und liege bei 75 Prozent. «Das frisst Rentabilität.»

Als einen Grund nannte Vogler die Bauindustrie. «Die Branche lahmt extrem, es gibt Einbrüche, und es ist auf Jahre nicht absehbar, dass sich das erholt.» Auch der traditionell starke Export rette die Chemiebranche nicht. «Auch da sehen wir ein starkes Minus, weil der Weltmarkt schwächelt. Zudem sind wir in manchen Bereichen zu teuer.»

Bei einer Mitgliederbefragung hätten 58 Prozent der Firmen die Lage als schlecht bis unbefriedigend bezeichnet. «In dieser Situation ist es schwierig, sich für Investitionen am Standort zu entscheiden», meinte Vogler. Es sei nicht so, dass nichts mehr investiert würde. «Es gibt in der Tat die eine oder andere positive Botschaft. Das ändert nichts daran, dass Investitionen aus Deutschland abfließen.»

Darmstadt (dpa) *11:14 Uhr – Merck erleidet Flop mit Pharma-Hoffnungsträger – Aktie bricht ein

Beim Darmstädter Merck-Konzern ist ein wichtiger Hoffnungsträger aus dem Pharmageschäft gefloppt. Das Mittel Evobrutinib erreichte in entscheidenden klinischen Tests bei Patienten mit schubförmiger Multiple Sklerose die von den Forschern erhofften Ziele nicht. An der Börse brachen Merck-Aktien am Mittwochmorgen um gut 13 Prozent ein. Die Darmstädter hatten gehofft, mit Evobrutinib einen neuen «Blockbuster» auf den Markt bringen zu können – also einen Kassenschlager mit einem Milliardenumsatz. Es ist nicht der erste Rückschlag für die Arzneimittelsparte des Konzerns.

Zwei zulassungsrelevante Studien zur Erforschung der Sicherheit und Wirksamkeit von Evobrutinib hätten nicht die gewünschten Ergebnisse erbracht, teilte das Dax-Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss mit. Merck hatte erwartet, mit Evobrutinib die sogenannten annualisierten Schubraten der Testpersonen im Vergleich zur schon seit Jahren erhältlichen Tablette Aubagio vom französischen Hersteller Sanofi verringern zu können. Das Ziel wurde aber verfehlt. Merck sprach in seiner Mitteilung von «sehr enttäuschenden Ergebnissen».

Mit dem Rückschlag verlängert sich die Durststrecke in der Pharmasparte von Merck. Auch mit einem anderen Hoffnungsträger, dem Krebsmittel Bintrafusp-Alfa, hatte das Unternehmen nicht den erhofften Durchbruch erzielt. Aktuell profitiert der Konzern vor allem von seinem Krebsmittel Bavencio und der MS-Tablette Mavenclad, die Merck 2017 erstmals nach neun Jahren wieder als eigene Arzneien auf den Markt gebracht hatte.

Während die Pharmasparte zuletzt immerhin weiter wuchs, schwächeln bei Merck das Halbleitergeschäft und die Laborsparte. Im Konzern laufen deshalb Gespräche über Sparmaßnahmen und einen Stellenabbau. Merck-Chefin Belen Garijo hat die Erwartungen an 2023 weiter gedämpft und erwartet, dass der Konzern erst 2024 wieder wachsen wird.

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