Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.
Berlin (dpa) *08:48 Uhr – Reiche warnt vor Belastung der Raffinerien in Energiekrise
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betont mit Blick auf einen möglichen Treibstoffmangel die Bedeutung der Raffinerien in Deutschland. «Heute spreche ich mit der Branche darüber, wie wir nicht nur mit Vorräten umgehen, sondern Importe sicherstellen können und - auch das ist ein wichtiger Punkt - unsere Raffineriekapazitäten hochhalten können», sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk. In Deutschland produzierten, durchs Land verteilt, elf Raffinerien Kerosin.
Wirtschafts- und Verkehrsministerium haben zum Thema Kerosin für heute Versorger, Flughäfen, Airlines und Verbände zu einem Branchentreffen geladen.
Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei gewährleistet, sowohl mit Blick auf Benzin, Diesel als auch auf Kerosin, sagte Reiche. «Elf Raffinerien, wir beziehen Öl unter anderem über Pipelines, wir haben Partnerländer, Kasachstan, Norwegen, die Vereinigten Staaten, wo wir Erdöl beziehen.»
Wichtig sei, die Raffinerien jetzt nicht weiter zu belasten, betonte Reiche. «Wenn ich Beteiligte in Berlin immer wieder über eine Übergewinnsteuer sprechen höre, treffen wir damit jene elf Raffinerien, die dafür sorgen, dass in Deutschland Kerosin, Benzin und Diesel vorhanden ist.»
Reiche hatte Vorschläge der SPD zu Entlastungen der Verbraucher scharf kritisiert, vor allem eine Übergewinnsteuer auf kriegsbedingte Extraprofite der Mineralölkonzerne, für die sich Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ausspricht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Reiche nach dem öffentlichen Schlagabtausch zur Zurückhaltung aufgerufen. «Wir arbeiten vertrauensvoll zusammen, mit dem Bundeskanzler sowieso, aber auch mit dem Bundesfinanzminister», sagte Reiche im Deutschlandfunk. «Ich bleibe dabei: Eine Übergewinnsteuer ist nicht sinnvoll.»
16.04.2026
Kiew/Moskau (dpa) *21:44 Uhr – Großbrand russischer Ölanlagen nach Drohnenangriff
Der ukrainische Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse hat einen Großbrand der dortigen Ölanlagen verursacht. Rettungskräfte der Region Krasnodar berichteten am Nachmittag, dass Löscharbeiten im Gang seien, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Bis zum Abend fehlte die sonst übliche Meldung, dass der Brand eingedämmt oder gelöscht sei.
Fotos in sozialen Netzwerken zeigten eine kilometerhohe schwarze Rauchsäule über dem Hafen von Tuapse. Das Kommando der ukrainischen Armee-Spezialeinheiten teilte mit, es seien die Ölverladeanlagen wie Objekte der örtlichen Raffinerie beschädigt worden. Der Komplex gehört dem größten russischen Ölkonzern Rosneft.
In ihrer Gegenwehr gegen den Moskauer Angriffskrieg versucht die Ukraine, die russische Ölindustrie zu stören. Bei dem Angriff auf Tuapse in der Nacht wurden zwei Menschen getötet, mehr als 50 Wohnhäuser in der Hafenstadt wurden nach Behördenangaben beschädigt.
Der Chemiekonzern BASF modernisiert und erweitert seine Saatgutaufbereitung im niederländischen Nunhem. Geplant seien Investitionen von 40 Millionen Euro der Sparte BASF Agricultural Solutions, teilte das Unternehmen mit. Vor dem Hintergrund einer weltweit steigenden Nachfrage solle damit die Lieferfähigkeit für Gemüsesaatgut gestärkt werden.
In diesem Geschäft würden rund 1.200 Saatgutsorten in 20 verschiedenen Kulturen angeboten, darunter Tomaten, Zwiebeln und Karotten, die speziell gezüchtet wurden, um Trockenheit, Hitze und steigendem Krankheitsdruck, aber auch der begrenzten Verfügbarkeit von Arbeitskräften zu begegnen. Der Baubeginn ist für das zweite Quartal dieses Jahres geplant und die Fertigstellung bis Ende 2028.
Saatgut aus dem globalen Liefernetzwerk von BASF werde in den Anlagen von Nunhem gereinigt, aufbereitet, geprüft und für den Versand vorbereitet, bevor es an Kunden in aller Welt ausgeliefert wird.
Durch den Umbau werde die Gesamtfläche der Anlagen von derzeit rund 20.000 Quadratmetern um rund 6.000 Quadratmeter erweitert. Nach Fertigstellung würden die Anlagen energieeffizienter, vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen und damit deutlich emissionsärmer betrieben, hieß es.
Stand: 08.12.2025
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Ein Großbrand in einer Ölraffinerie im australischen Geelong hat die Treibstoffproduktion vorübergehend beeinträchtigt und sorgt für zusätzliche Unsicherheit bei der Versorgung mit Kerosin.
Das gewaltige Feuer in der Anlage des Energieunternehmens Viva Energy war am späten Mittwochabend (Ortszeit) ausgebrochen. Dabei gab es auch mehrere Explosionen. Nach Angaben der Feuerwehr ist der Brand mittlerweile unter Kontrolle.
Die Anlage in der Nähe von Melbourne ist eine von nur zwei großen Ölraffinerien im Land. Sie deckt laut Viva Energy über 50 Prozent des Kraftstoffbedarfs des Bundesstaates Victoria und 10 Prozent des gesamten australischen Kraftstoffbedarfs. Die Raffinerie kann nach Unternehmensangaben bis zu 120.000 Barrel Öl pro Tag verarbeiten.
Das Unglück trifft Australien schwer, weil Fluggesellschaften ohnehin bereits mit stark gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus zu kämpfen haben.
Erst in den vergangenen Tagen hatten die Airlines Qantas, Jetstar und Virgin Australia angekündigt, als Reaktion Verbindungen im Inland zu reduzieren oder zu streichen und Flüge zu bündeln. Zudem sollen die Ticketpreise weiter steigen.
Derweil reist der australische Premierminister Anthony Albanese seit Tagen durch Südostasien, um die Energieversorgung seines Landes zu sichern. Nach Singapur und Brunei führt er derzeit Gespräche in Malaysia.
Brandursache war ersten Erkenntnissen zufolge ein technischer Defekt, durch den brennbare Gase und Flüssigkeiten Feuer fingen. Die Produktion läuft zunächst aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt weiter: Energieminister Chris Bowen sagte, die Raffinerie produziere weiterhin Diesel und Flugtreibstoff, allerdings «auf reduziertem Niveau». Der Brand komme zu einem «ungünstigen Zeitpunkt».
Nach Angaben der Behörden bestand zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Die Menschen in der Region sollten aber vorsichtshalber ihre Fenster geschlossen halten. Das Ausmaß der Schäden und mögliche langfristige Folgen sind noch unklar.
15.04.2026
Hamburg (dpa/lno) *12:01 Uhr – Bau von Ammoniak-Importterminal im Hamburger Hafen genehmigt
Der Bau und Betrieb des seit Jahren geplanten Ammoniak-Importterminals im Hamburger Hafen ist genehmigt. Die Hamburger Energiebehörde gab ihre Zustimmung, wie sie mitteilte. Die finale Investitionsentscheidung steht aber weiter aus, wie der Energieimporteur MB Energy - vormals Mabanaft - mitteilte. Das Terminal soll im Süden des Hafens auf dem Gelände des Tanklagers Blumensand entstehen.
Die geplante Umschlagsmenge des Terminals soll bei etwa 600.000 Tonnen Ammoniak im Jahr liegen. Das Vorhaben hat sich mehrfach verzögert. Nach früheren Angaben von MB Energy sollte der Import 2028 beginnen. Was das neue Terminal kosten soll, teilte das Unternehmen nicht mit. MB Energy ist eine Tochtergesellschaft der Hamburger Holding Marquard & Bahls.
Ammoniak ist ein giftiges Gas, das aus Stickstoff und Wasserstoff hergestellt wird. Es wird vor allem zur Düngemittelproduktion genutzt und gilt als vielversprechender Treibstoff für die Schifffahrt. In verflüssigter Form lässt sich Ammoniak vergleichsweise platzsparend transportieren.
Ufa/Kiew (dpa) *11:48 Uhr – Ukrainische Drohnen attackieren Chemiewerk tief in Russland
Über 1.300 Kilometer hinweg hat die ukrainische Armee eine Chemiefabrik in der russischen Stadt Sterlitamak mit Kampfdrohnen angegriffen. Das Oberhaupt der Teilrepublik Baschkortostan, Radi Chabirow, bestätigte den Angriff, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Er hielt sich an die übliche Darstellung, dass Trümmer abgeschossener Drohnen auf eine Industrieanlage gestürzt seien. Der entstandene Brand werde gelöscht. Von direkten Treffern ist in offiziellen russischen Mitteilungen selten die Rede.
Videos aus sozialen Netzwerken legten nahe, dass der Angriff dem petrochemischen Kombinat in Sterlitamak galt. Es produziert unter anderem Flugbenzin. Angaben zu Schäden wurden nicht gemacht.
Baschkortostan liegt östlich von Moskau im Süden des Ural-Gebirges. Von der Ukraine ist die Region etwa 1.300 Kilometer entfernt.
Bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges setzt die Ukraine seit Monaten darauf, die Öl und Chemieindustrie tief im Rückraum des Gegners mit Langstreckendrohnen auszuschalten. Damit sollen der Treibstoffnachschub für die russische Armee und die Rüstungsproduktion gebremst werden.