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ACHEMA 2012-Trendbericht Großanlagenbau

Zwischen Individuallösung und Containermodul

| Autor / Redakteur: Dechema / Matthias Back

(Bild: Bayer MaterialScience)

Die Chemieindustrie folgt einerseits den Märkten und andererseits den Rohstoffen. Auch deshalb vollzieht sich seit den Krisenjahren 2008/2009 im Chemieanlagenbau ein Paradigmenwechsel: Klassische EPC-Anbieter sehen sich verstärktem Wettbewerb aus Asien gegenüber. Auf der anderen Seite intensivieren die Anlagenplaner der globalen Chemieunternehmen ihre Partnerschaften mit EPCs und die internationale Arbeitsteilung.

Der Chemieanlagenbau hat die Wirtschaftskrise mit Macht hinter sich gelassen. Allein im Jahr 2011 wurden weltweit Chemieprojekte im Wert von über 150 Milliarden US-Dollar angekündigt – Anlagen, die in den kommenden drei bis vier Jahren gebaut werden sollen. Und auch in der Zeit danach dürfte den Anlagenplanern nicht langweilig werden. Allein der Chemieriese BASF will bis 2020 rund 30 bis 35 Milliarden Euro in neue Anlagen investieren.

Dabei zeichnen sich zwei generelle Strategien ab: Hersteller von Bulk-Chemikalien (Commodities) wie Dünger oder Primärkunststoffen, darunter die Folien-Grundmaterialien Polyethylen und Polypropylen zieht es in Regionen mit Rohstoffquellen, wie dem Mittleren Osten. So hat beispielsweise der US-Chemiekonzern Dow im Joint Venture Sadara gemeinsam mit Saudi Aramco im Juli vergangenen Jahres damit begonnen, am saudischen Standort Jubail einen integrierten Chemiekomplex zu bauen. Das 20 Milliarden US-Dollar schwere Projekt soll ab 2016 jährlich drei Millionen Tonnen Chemieprodukte liefern.

BASF investiert weiter in Schwellenländer

Auf der anderen Seite zieht es vor allem die Hersteller von Spezialchemikalien und Hochleistungs-Kunststoffen in die Absatzregionen: Nach Milliardeninvestitionen der Chemiekonzerne BASF, Bayer, Evonik und Lanxess in Asien wurden jüngst weitere Projekte angekündigt. So will Bayer bis 2015 in Asien nochmals 1,8 Milliarden Euro investieren, die BASF plant, bis 2020 in Schwellenländern Anlagen im Wert von zehn bis zwölf Milliarden Euro zu bauen, und auch die Spezialchemiekonzerne Evonik und Lanxess machten im vergangenen Jahr mit Einzelprojekten wie der 400 Millionen Euro schweren Butylkautschuk-Investition (Lanxess) oder der rund 500 Millionen Euro umfassenden Methioninanlage (Evonik) in Singapur von sich reden.

Doch nicht nur Schwellenländer und asiatische Standorte stehen im Fokus. Auch in Europa und vor allem in Deutschland wird kräftig gebaut. Neben zahlreichen Neu- und Erweiterungsinvestitionen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich treten vor allem die Erweiterung des Chemiehafens Rotterdam (ca. 10 Milliarden Euro) und die von der BASF...

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