Suchen

ACHEMA 2012-Trendbericht Großanlagenbau

Zwischen Individuallösung und Containermodul

Seite: 5/6

Firmen zum Thema

...im Rahmen ihrer Projekttätigkeit in den vergangenen Jahren Ingenieurkapazität in Asien aufgebaut und dort Anlagen auch nach deutschen Standards und Normen geplant. „Wir bauen an Produktionsstandorten unserer Kunden verstärkt Engineering-Kompetenzen auf, um die Kunden auch in puncto Anlagenverfügbarkeit und Turnaround Management optimal zu unterstützen. Owner‘s Engineering ist ein Lifecycle Konzept und auf eine nachhaltige Wertschaffung für beide Partner angelegt.“, erklärt Dr. Jürgen Hinderer die Bayer-Strategie.

Chemieanlagen der Zukunft - Unikate und Module

Ein in der Vergangenheit mehrfach prognostizierter Trend hat sich bislang im Chemieanlagenbau nicht durchgesetzt: Die aus Standard-Modulen aufgebaute Anlage im World-Scale-Format. Denn bei Großanlagen schöpfen die Betreiber ihre Wettbewerbsvorteile aus der technologischen Lösung, die durch individuelle Anpassung entsteht. Viel wichtiger wird dabei in Zukunft der oben beschriebene Stoffverbund – auch über die Grenzen der an einem Chemiestandort existierenden Lokaleinheiten hinaus. Verbundstrukturen unterschiedlicher Chemieunternehmen werden in den Chemieparks der Zukunft die Synergien für den wirtschaftlichen Erfolg der Einzelunternehmen liefern.

In der jüngeren Vergangenheit führte die Neuentwicklung einer ganzen Reihe klassischer großtechnischer Verfahren – darunter die Chlorelektrolyse, die Ethylenoxid-Erzeugung oder das Chlorrecycling – zu deutlichen Verbesserungen hinsichtlich Rohstoff- und Energieeinsatz sowie Selektivität und Ausbeute. „Es wird immer Innovationssprünge geben, ob in World-Scale-Anlagen der Kunststoff- und Kautschuk-Industrie oder sogar bei der althergebrachten Schwefelsäure-Herstellung. Aber auch bei Verfahren, die heute im Batch-Betrieb – wie in der pharmazeutischen Branche sehr verbreitet – funktionieren, gibt es noch eine Menge Innovationspotenzial, das noch nicht ausgereizt ist“, erklärt Dr. Jürgen Hinderer.

"Flexible Fast Future Factory" setzt auf Baukastenprinzip

Denn im Gegensatz zeichnen sich gerade bei Mehrprodukt- und feinchemischen Produktionsanlagen neue Trends ab: Bei Spezialprodukten, die in kleinen Mengen produziert werden, kommt es darauf an, diese Produkte schnell auf den Markt zu bringen und Marktrisiken in der Zeit zwischen Produktentwicklung und Produktionsstart zu reduzieren. Flexible Kleinanlagen auf Basis standardisierter Module bis hin zum Containermodul sind hier ein Zukunftstrend, der in verschiedenen Forschungsprojekten untersucht wird. Die „Flexible Fast Future Factory“ (F3 Factory) basiert auf Modulen im Containerformat, aus denen nach dem Baukastenprinzip eine Produktion aufgebaut werden soll. Das Konzept wird im neu eröffneten Forschungszentrum Invite im Chemiepark Leverkusen untersucht.

Ähnlich ist der Ansatz, der beim Spezialchemiehersteller Evonik gewählt wird: Small-Scale-Anlagen im Überseecontainer, in denen der Prozess unabhängig vom späteren Produktionsstandort entwickelt wird. Diese beinhalten alle für die Produktion notwendigen Prozessschritte. Entwickelt sich die Nachfrage stärker als erwartet, wird...

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 32400300)