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Kunststoffe und Polymerchemie Zu neuen Ufern: BASF stellt Strategie für Kunststoffsparte vor

Redakteur: Dominik Stephan

Der weltgrößte Chemiekonzern setzt auf Wachstum im Kunststoffbereich: Neue Geschäftsfelder und Materialien sollen Zuwachsraten über fünf Prozent garantieren, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Martin Brudermüller in Ludwigshafen.

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"Die BASF bekennt sich zum Kunststoffgeschäft!" - Dr. Martin Brudermüller, Stellvertrender Vorstandsvorsitzender, in Ludwigshafen
"Die BASF bekennt sich zum Kunststoffgeschäft!" - Dr. Martin Brudermüller, Stellvertrender Vorstandsvorsitzender, in Ludwigshafen
(Bild: PROCESS)

Ludwigshafen – „Heute rückt die Innovation noch näher an die Kunden in Form von funktionalen Materialien und Lösungen“, erklärte Dr. Brudermüller auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der K 2013. Nach der Neuausrichtung der BASF in den vergangenen Jahren, die das Geschäft mit Spezialkunststoffen im Segment „Performance Materials“ gebündelt hatte, sei es nun Zeit, diese Performance für Kunden nutzbar zu machen. Besonders großes Potenzial sieht Brudermüller in den Bereichen Leichtbau (für Automobil- und Luftfahrtindustrie), Isoliermaterialien, Erneuerbare Energien und biobasierter Rohstoffe.

Keine Frage: Kunststoffe sind im Trend. Seit den 1990ern wuchs der Markt mit durchschnittlich über 5 % pro Jahr auf 241 Millionen Tonnen 2012. Der Großteil dieser Menge, jeweils etwas mehr als 23%, werden in China und Europa verbraucht, aber auch der übrige asiatisch-pazifische Raum (20,7% der Nachfrage) und Nordamerika (19,9%) sind wichtige Absatzmärkte. Asien ist auch für die BASF der wichtigste Wachstumsmarkt: Die Ludwigshafener erwarten, dass der dortige Bedarf für Grund- und Spezialpolymere um etwa 6% pro Jahr zulegt.

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Investitionen in Basischemikalien orientieren sich nach Asien

„Ein Schwerpunkt für Investitionen in Neuanlagen wird für uns daher auch in Zukunft in Asien liegen“, erklärte Brudermüller. Derzeit baut BASF Produktionsanlagen für MDI und TDI im Worldscale-Maßstab: Bereits 2014 soll eine MDI-Anlage mit einer Kapazität von 400.000 Jahrestonnen in Chongqing/China in Betrieb gehen.

Eine TDI-Anlage mit einer Kapazität von 300.000 Jahrestonnen wird ebenfalls 2014 in Ludwigshafen ihre Produktion aufnehmen. Die Einbindung in die Verbundstruktur der BASF ermögliche eine hohe Liefersicherheit und wettbewerbsfähige Kostenstruktur bei MDI und TDI – hiervon verspricht man sich in Ludwigshafen auch zusätzlichen Nutzen für das Geschäft mit darauf aufbauenden Spezialkunststoffen.

Ebenfalls in Asien will die BASF im Bereich kundenspezifische Entwicklungen punkten: Ende 2012 eröffnete das Unternehmen den ersten Innovation Campus Asia Pacific in Shanghai, der sich zu größten Forschungsstandort außerhalb Asiens entwickeln soll. Ein weiterer Campus, der sich mit Life Science Produkten beschäftigt, soll in Indien entstehen. Insgesamt sieht Brudermüller Investitionen von 10 Milliarden Euro in Asien auf die Chemiefirma zukommen.

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