Kunststoffe und Polymerchemie

Zu neuen Ufern: BASF stellt Strategie für Kunststoffsparte vor

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Auch Biopolymere sollen, wenn es nach den Ludwigshafenern geht, in Zeiten knapperer Ressourcen, verstärkt zum Einsatz kommen: Zwar werden derzeit nur etwa fünf Prozent des weltweit gewonnenen Rohöls für die Produktion von Kunststoffen verwendet, doch steigende Preise und die unsichere Versorgungslage machen auch Alternativen attraktiv. Biopolymere machten derzeit weniger als 0,5 % der weltweit produzierten Kunststoffe aus. Der Markt verzeichne aber gute Wachstumsraten, erklärte Dr. Brudermüller. Die Forschung an biobasierten oder biologisch Abbaubaren Polymeren sei daher für die BASF ein zentrales Thema.

So soll künftig 1,4-Butandiol (BDO) auf Basis von Zucker, welches zur Herstellung von Kunststoffen, Lösemitteln und Elektronik-Chemikalien dient, das Produktportfolio ergänzen. Auch Bernsteinsäure will man künftig unter Einsatz nachwachsender Rohstoffe herstellen. Dazu wurde 2012 ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Firma Purac gegründet.

Bei der Nutzung nachwachsender Rohstoffe setzt die BASF auf einen neuen Ansatz – das ‚Mass Balance Verfahren‘. Dabei wird einerseits die Biomasse bereits in der Herstellung chemischer Grundprodukte als Rohstoff eingesetzt. Auf der anderen Seite wird dieser Bio-Anteil unter Zuhilfenahme einer zertifizierten Methode bestimmten Verkaufsprodukten zugeordnet. Die zu Beginn der Produktionskette eingesetzte Menge an Biomasse wird – vergleichbar mit der Anrechnung von Ökostrom – den ausgewählten Produkten gutgeschrieben. Mit diesem Ansatz können auch vorhandene Anlagen und Technologien weiter eingesetzt werden, erklärte Brudermüller.

Neue Produkte zur K 2013

Für die diesjährige K ist das aber noch Zukunftsmusik: Hier setzt der Chemieriese klar auf Kuststoffprodukte zum Anfassen. So wird der welterste TPU Schaum präsentiert, der für die Sohle der neuesten Generation von Adidas-Laufschuhen verwendet wird.

Neuartige Materialen wie Ultracom Verbundmaterialien für die Autoindustrie oder Polyamid im Extrusionsblasverfahren sollen neue Anwendungen und Märkt erschließen. Auch im Möbelbereich stellt BASF preisgekrönte Anwendungen seiner Ultramid Polyamide vor. Und während sich herkömmliche PET-Kunststoffe trotz sortenreiner Sammlung im Abfall nur schlecht recyceln lassen (da der Bruch der Polymerketten das Schmelzverhalten beeinflusst), ermöglichen Kunststoffadditive sogar ein ‚Upcycling‘, sprich die Herstellung von Kunststoffen mit verbesserten Eigenschaften aus PET Abfällen. Auch Polyurethane, ob als kompakter Werkstoff; Schaum oder Beschichtung, als Dämmstoff oder für antistatische Oberflächen, stehen bei den Produktentwicklern hoch im Kurs.

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