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Historie Anlagenbau

Zentraler Anlagenbau von BASF feiert 100-jähriges Bestehen

27.06.2007 | Redakteur: Marion Wiesmann

Planung für die Konstruktion des Verbundstandorts in Nanjing. Bild: BASF
Planung für die Konstruktion des Verbundstandorts in Nanjing. Bild: BASF

Die heutige Einheit Corporate Engineering der BASF koordiniert alle großen Investitionsprojekte des Unternehmens, insbesondere die Errichtung neuer Werke. Doch das war nicht immer so.

Ludwigshafen – Was wäre die BASF ohne ihren zentralen Anlagenbau, der in diesen Tagen sein 100-jähriges Bestehen feiert? Erst die intensive Zusammenarbeit von Chemikern und Ingenieuren ermöglichte die Entwicklung von bahnbrechenden Technologien wie den Hochdrucksynthesen für die Produktion von Ammoniak, Methanol und Synthesebenzin. Heute geht keine chemische Anlage in Betrieb, ohne dass der Unternehmensbereich Corporate Engineering im Projektmanagement oder bei der Planung beteiligt war.

Das war nicht immer so. In den Anfangsjahren verzichteten die Firmengründer auf eigene Ingenieure und Architekten. Stattdessen errichteten lokale Bauunternehmen nach den Plänen der Chemiker die ersten Gebäude auf dem Ludwigshafener Werksgelände. Die Apparaturen für die chemischen Anlagen wurden von externen Anbietern bezogen und von betriebseigenen Handwerkern eingebaut.

Erste Architekten brachten bauliche Ordnung

Zwischen 1865 und 1873 entstanden 112 Gebäude, knapp die Hälfte davon Produktionsstätten. In den restlichen Gebäuden waren Labors, Büros und Wohnungen untergebracht. Die rasante Entwicklung des Unternehmens führte jedoch zu einem baulichen Wildwuchs. Die ursprünglich breit angelegten Straßen im Werk waren an vielen Stellen durch Anbauten eingeengt, die den Personen- und Güterverkehr behinderten. Eine bauliche Ordnung kam 1874 mit dem ersten Architekten – Eugen Haueisen – ins Unternehmen. Unter seiner Leitung entstand das Baubüro, dessen Mitarbeiter alle wichtigen Pläne für Neu- und Umbauten anfertigten und die Betriebsleiter auch von der Bauaufsicht entlasteten.

BASF-eigene Werkstätten sollten Geheimhaltung wahren

Zusammen mit dem Architekten wurde der erste Ingenieur eingestellt. Er war für die Gas- und Wasserversorgung zuständig. In den Folgejahren kamen weitere Ingenieure hinzu. Sie hatten die Aufgabe, Produktionseinrichtungen zu planen und Apparaturen in eigenen Werkstätten herzustellen. Das sollte verhindern, dass Wettbewerber Einblicke in die Herstellungsverfahren erhielten.

Anlagen und Apparate bedingen die Gebäudeplanung

Anfang des 20. Jahrhunderts änderte sich dann die Produktionsweise. Chemische Stoffe wurden nicht mehr in einzelnen Chargen, sondern kontinuierlich hergestellt. Die benötigten Apparaturen wurden aufwändiger und größer, was zur Folge hatte, dass sich die Bauweise änderte. Hatte man anfangs zuerst das Gebäude geplant und dann die Anlage eingepasst, musste nun das Gebäude um die Apparate herumgebaut werden. Um die Jahrhundertwende gab es allerdings noch keinen zentralen Anlagenbau. Die Produktionsbetriebe gehörten verschiedenen Abteilungen an, die jeweils über eine Betriebswerkstätte verfügten. Diese bestand aus einem Ingenieur, einer Gruppe von Handwerkern sowie einem Planungsbüro mit technischen Zeichnern. Jede Werkstatt hatte eigene Standards, eine Vernetzung der Ingenieure gab es nicht.

Zentrales Maschinentechnisches Konstruktionsbüro setzte Standards durch

Damit das Wissen über effiziente und sichere Konstruktion von Apparaten und die Planung von kompletten Anlagen gebündelt werden konnte, wurde 1907 das zentrale Maschinentechnische Konstruktionsbüro gegründet. Es sollte dafür sorgen, dass im großtechnischen Anlagenbau der BASF nach nur einem Standard geplant wird. Dieses Büro war die Keimzelle der heutigen Einheit Corporate Engineering, die heute alle großen Investitionsprojekte, insbesondere die Errichtung neuer Werke, für die BASF-Gruppe koordiniert.

Meilensteine des Anlagenbaus aus Sicht der BASF

1900 – 1925: Deutsche Chemieindustrie wird weltweit führend; Ingenieuren und Chemikern intensivieren ihre Zusammenarbeit; Neue Verfahren: Ammoniaksynthese (Hochdrucktechnik); Neue Standorte: Oppau und Leuna

1925 – 1945: Ersatz natürlicher Rohstoffe durch Syntheseprodukte; Neue Verfahren: Kohlehydrierung, Reppe-Chemie (katalytische Druckreaktionen des Acetylens); Neue Standorte: Schkopau, Marl

1945 – 1965: Wiederaufbau; Beginn der Petrochemie; Wachstum im Kunststoffsektor, ab Ende der 50er Jahre mit Produktionsstätten im Ausland

Ab 1965: Auf- bzw. Ausbau neuer Produktionsstandorte, Absicherung der Rohstoffbasis: Erdgaspipelines, Steamcracker auf allen Kontinenten; Investitionen in den Umweltschutz, Erweiterung der Produktionspalette, Einführung des Verbundprinzips

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