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Abwasserpumpen Wohin geht der Trend bei Abwasserpumpen?

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Der Abwassermarkt lockt global mit hohen Wachstumspotenzialen. Das gilt auch für Pumpensysteme zum Fördern kommunaler und industrieller Abwässer. Deren Marktpotenzial wächst zudem durch die wachsende Bedeutung von Überwachungssystemen sowie durch Wartungs- und Instandhaltungs-Dienstleistungen. Denn Abwasserpumpen müssen hoch verfügbar sein, sind aber in vielfältiger Weise durch Ausfälle bedroht.

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Wartungsarbeiten in Abu Dhabi an einer 12”-Abwasser-Tauchpumpe des Herstellers Khansaheb Sykes – die Pumpe fördert bis zu 400 l/s, die maximale Förderhöhe liegt bei 18 m.
Wartungsarbeiten in Abu Dhabi an einer 12”-Abwasser-Tauchpumpe des Herstellers Khansaheb Sykes – die Pumpe fördert bis zu 400 l/s, die maximale Förderhöhe liegt bei 18 m.
(Bild: Khansaheb Sykes)

Steigende Maschinen- und Personalkosten zum Betrieb abwassertechnischer Anlagen fangen die Kommunen im Regelfall über höhere Abwasserpreise auf. Doch mag wohl niemand ernsthaft die Belastungsgrenze der Bürger testen wollen. Die Betreiber verschärfen deshalb kontinuierlich die Anforderungen an die Zuverlässigkeit wie auch die Wirtschaftlichkeit aller technischen Aggregate.

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Bei Abwasserpumpen sind beide Aspekte – Verfügbarkeit und Betriebskosten – in erheblichem Maße abhängig von der Qualität der Planung. Zu keinem Zeitpunkt sind die Gestaltungsmöglichkeiten so groß wie in der Planungsphase einer neuen Anlage zur Abwasserförderung, betont auch die dena (Deutsche Energie Agentur; siehe PROCESS plus). Wer an dieser Stelle den Aufwand nicht scheue, verschiedene Alternativen anhand ihrer Lebenszykluskosten (das sind: Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten) zu vergleichen, könne sich in den Folgejahren nicht nur erhebliche Kosten, sondern auch eine Menge Ärger ersparen.

Abwasserpumpen: darauf kommt’s an

Was generell zu beachten ist: Die Pumpen müssen auf die zu erwartende Abwassermenge und die durchschnittliche Abwasserzusammensetzung abgestimmt sein (das bestimmt u.a. die Bauart des Laufrads). Die Pumpen müssen verstopfungsfrei arbeiten (Stichwort: maximaler Kugeldurchgang), robust und zuverlässig sein (Stichwort: Entsorgungssicherheit). Auch die Mindest-Strömungsgeschwindigkeit unter Beachtung der lichten Weite der Druckleitung ist zu beachten.

Hintergrund: Feststoffe und gelöste Stoffe im Abwasser neigen zu Absetzungen und Inkrustationen in den nachfolgenden Rohrleitungen. Vor allem bei vertikaler Förderung besteht die Gefahr, dass Feststoffe nicht aus dem Pumpensumpf entfernt werden oder Rückschlagarmaturen aufgrund von Absetzungen blockieren. Für einen sicheren Betrieb seien bestimmte Selbstreinigungsgeschwindigkeiten mindestens einzuhalten, rät Grundfos: horizontale Leitungen v = 0,7 m/s, vertikale Leitungen v = 1 m/s. Der erforderliche Pumpenvolumenstrom wird bei kleinen Zuflüssen daher häufig nicht durch die zu fördernde Abwassermenge, sondern durch die Selbstreinigungsgeschwindigkeit bestimmt. Eine Geschwindigkeit von 2,3 m/s sollte aus Gründen der Geräuschentwicklung und der Wirtschaftlichkeit allerdings nicht überschritten werden.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist die zu erwartende Schaltzahl der Pumpen, abgestimmt auf den Motor (Ziel: so wenig wie möglich). Die Pumpen müssen zudem für eine Wartung zugänglich sein (Entscheidung: Nass- oder Trockenaufstellung). Last, but not least: Ist das Eindringen von explosionsgefährlichen Medien oder das Entstehen von Faulgasen nicht auszuschließen? Dann muss eine ex-geschützte Pumpe zum Einsatz kommen.

Mit der Auswahl des Laufrades stößt man zum Kern der Pumpe vor. Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite

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