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Nasse Vorsorge
Bei der nassen Vorsorge ist vor allem die Auftriebssicherheit von Behältern durch eine Verankerung/Verschraubung der Sättel oder Fuß- bzw. Zargenringe eines Behälters oder Tanks im/am Fundament bzw. der Fundamentbewehrung oder einer Bodenplatte zu erreichen. Das Fundament muss in der Lage sein, die Zugkraft des Auftriebs aufzunehmen.
Im Rahmen der nassen Vorsorge sollten Untergeschosse in Gebäuden zur Lagerung von Chemikaliengebinden oder zum Aufstellen von Anlagen mit gefährlichen oder wassergefährdenden Stoffen nicht genutzt werden. Darüber hinaus sollten im Untergeschoss auch keine wichtigen Energieversorgungs-, Steuer- und Messeinrichtungen untergebracht werden. Bayer Bitterfeld hat beim Bau ihrer Produktionsanlagen vorsorglich ganz auf Keller verzichtet.
Außen trocknen, innen spülen
Nach einem Hochwasser drohen auch gesundheitliche Risiken, da verkeimtes Schmutzwasser über die Versorgungsleitung oder indirekt z.B. über Sicherungsarmaturen mit der Trinkwasser-Installation in Berührung gekommen sein könnte, darauf weist Viega hin. Sobald der Versorger wieder einwandfreies Wasser zur Verfügung stellt, sollten die Trinkwasser-Installationen komplett gesäubert und unbedingt durchgespült werden.
Zudem besteht die Gefahr von Korrosionsschäden – Schmutz und Partikel gefährden technische Bauteile und führen zu Innenkorrosion, dauerhaft durchfeuchtete Dämmungen (z.B. von Rohrleitungen oder Armaturen) verursachen auf Zeit Lochkorrosion.
In einer ersten Sofortmaßnahme sollte daher schon bei den Aufräumarbeiten die durchfeuchtete Dämmung aller Rohrleitungssysteme entfernt und entsorgt werden. Der Hintergrund: Heutige Dämmungen sind geschlossenporig. Sie würden auch nach Wochen nicht trocknen.
Das führt bei metallenen Bauteilen wie Rohren, Verbindern oder Armaturen sowie bei verzinkten Stahlrohren schnell zu Schäden durch Außenkorrosion. Aber auch bei deutlich robusteren Materialien wie Kupfer, Rotguss oder Edelstahl ist die Dämmung allein schon wegen der unbekannten Wasserzusammensetzung unbedingt zu entfernen.
Als weitere Maßnahme ist die gesamte Installation außerdem möglichst schnell von außen gründlich zu säubern. Ähnliches gilt für komplexe Installationskomponenten, wie spezielle Sicherungsarmaturen oder elektronisch gesteuerte Armaturen und Bauteile. Sind die erkennbar nass oder sogar in Mitleidenschaft gezogen, empfiehlt sich eine Nachfrage beim Hersteller.
Fazit: Naturereignissen wie dem katastrophalen Hochwasser 2013 können wir nur durch smarte Vorsorge und geschickte Ausweichmanöver begegnen. Ein risikoorientiertes Denken ist für Industrieunternehmen Pflicht.
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