Engineeringsoftware Wie man mit weniger Details im 3D-Modell mehr Produktivität erzeugt

Autor / Redakteur: Michael Brückner* / Anke Geipel-Kern

Die Produktivität beim Engineering verbessern, aber wie? Darüber diskutierten Software-Entwickler, 3rd-Party-Anbieter und Anlagenplaner zwei Tage lang auf der CIC 2016. Lösungsansätze erwartet man vor allem durch eine reduzierte Komplexität – bei den Engineering-Tools selbst ebenso wie beim Handling mit den Daten.

Zu viele Planungsdetails können die Produktivität einschränken.
Zu viele Planungsdetails können die Produktivität einschränken.
(Bild: © industrieblick/Fotolia.com)

Weniger ist mehr – wer hätte gedacht, dass ausgerechnet in der IT-Branche, die derzeit eher mit dem Thema Big Data von sich reden macht, ein Unternehmen mit dem Vorteil reduzierter Daten wirbt? Hintergrund: Hersteller von Anlagenkomponenten wie Pumpen, Armaturen usw. liefern gern perfekt detaillierte 3D-Modelle, die der Planer für das Engineering im Grunde gar nicht braucht. Im Gegenteil: Weil solche Komponenten im Anlagenbau schließlich mehrfach (Faktor 100 bis 1000) einzuplanen sind, wächst das Datenvolumen bis zum Einfrieren des Modells, sprich: Man kann mit einem solch überfrachteten 3D-Modell nicht mehr sinnvoll arbeiten.

Reduzierte 3D-Modelle

In aller Regel weigern sich jedoch die Apparatehersteller, reduzierte 3D-Modelle anzubieten. Wie also kann der Planer die Detaillierung reduzieren? Als Lösung stellte Andrew Chinn von ITI das Stand-alone-Tool „Cadfix-Cadison Equipment Simplifier“ vor.

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Es verspricht die Vereinfachung von CAD-Modellen vom detailverliebten mechanischen Modell zum Prozess-Modell. Konkret: Von einem 40 MB großen DWG-File verbleibt nach der Datenreduktion nur mehr 1 MB oder kleiner. In aller Regel, so Chinn, sei eine Datenreduktion um mehr als 90 % gewährleistet.

Im ersten Quartal 2017 wird dieses Tool als Cadison Equipment Simplifier verfügbar sein. Der besondere Vorteil: Die Apparate-Modelle werden gemäß den konkreten Festlegungen des Planers, was an Details entbehrlich ist, beim Import zu Cadison automatisch reduziert.

80 % weniger Nacharbeiten bzw. Fehler

Im Studium lernt der angehende Ingenieur den Ablauf eines Projekts noch so: Vorplanung und Machbarkeitsstudie, Basic und Detail Engineering, Ausführungsplanung und schließlich nach der Montage die Inbetriebnahme. In der Praxis erfährt der Jungingenieur aber, dass die einzelnen Planungsstufen heute nicht mehr streng nacheinander, sondern oft genug parallel stattfinden. Die Ausführungsplanung startet, bevor die Basisplanung abgeschlossen ist.

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