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Wie man mit weniger Details im 3D-Modell mehr Produktivität erzeugt

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Daten verbinden und zum Leben erwecken

Der Wert von Daten entsteht erst durch die Auswertung, also durch die Transformation von Rohdaten in aussagekräftige Informationen (Big Data zu Smart Data). Visualisierungs- und Reporting-Systeme wie Zenon von Copa-Data – ein Software-Spezialist in Sachen Industrieautomatisierung – helfen dabei. Die Software unterstützt den Betreiber beim Erfassen, Anzeigen und Verarbeiten verschiedenster Arten von Daten und bei der automatischen Generierung von Reports.

Das funktioniert auch mit Cadison: Mit Zenon kann das mit Cadison erzeugte 3D-Modell übernommen und visualisiert werden. Der Betreiber kann auf diese Weise den Prozess visualisieren – beispielsweise die Frage klären, ob ein Tank zu 10 % oder 50 % voll ist; oder klären, ob eine Pumpe läuft bzw. wie die Stellung einer Armatur ist.

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Den gesamten Lebenszyklus der Anlage im Blick

Ajit Joshi, Geschäftsführer „ITandFactory“, will das BIM-Konzept der Gebäudeplanung (Building Information Modeling) auch für die Prozessindustrie adaptieren: Beim i2PIM (integrated and intelligent Plant Information Modeling) laufen über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage alle Daten in einer einzigen Datenbank zusammen – vom ersten Design-Konzept bis zur Montage, über die Instandhaltung bis letztlich hin zur Demontage.

Damit ist sich Joshi einig mit der Dechema: In einem Whitepaper (Digitalisierung in der Chemieindustrie) vom September 2016 steht zu lesen, dass die Grundidee der digitalen Anlage darin bestehe, ein digitales 3D-Model einer kompletten Produktionsanlage zu entwickeln und es beginnend mit Planung, Bau und Inbetriebnahme anschließend über den gesamten Lifecycle der Anlage zu nutzen.

Dies sind in der Regel 20 bis 30 Jahre. Den im 3D-Modell enthaltenen Objekten sind neben den topologischen 3D-Daten vielfältige zusätzliche Informationen zugeordnet (z.B. Stoffströme, Betriebsbedingungen oder verwendete Werkstoffe bzw. Werkstoffklassen). Darüber hinaus können weitere Dokumente hinterlegt sein, z.B. Bedienungs- und Wartungsanleitungen des Apparateherstellers oder Dokumentationen über durchgeführte Wartungen.

In der Prozessindustrie nimmt die Digitalisierung allmählich Fahrt auf. Konsens auf der CIC 2016 war, dass das bei der Planung erzeugte 3D-Modell über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage genutzt werden kann und sollte – vorausgesetzt natürlich, dass Betreiber und Planer die Daten entsprechend pflegen.

* Der Autor ist Technical Director, ITandFactory GmbH, Bad Soden, Tel. +49-6196-93490-29

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