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13. Schüttgut-Forum

Wie lässt sich der Materialfluss von Schüttgütern sicherer und effizienter gestalten?

| Autor/ Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Sabine Mühlenkamp

Antworten darauf gaben nicht nur die vielfältigen Vorträge auf dem diesjährigen Schüttgut-Forum in Würzburg, sondern auch die angeregten Diskussionen während der zwei Tage.

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Das 13. Schüttgut-Forum bot wieder viel Raum für den fachlichen Austausch zwischen Besuchern und Ausstellern.
Das 13. Schüttgut-Forum bot wieder viel Raum für den fachlichen Austausch zwischen Besuchern und Ausstellern.
(Bild: Stefan Bausewein)

Mehr denn je geht es darum, Produkte schneller, sicherer und spezifischer zur Verfügung zu stellen. Dabei spielt der Transport von Schüttgütern von A nach B eine wichtige Rolle. Klemmt es im Prozess, sind häufig lange Verzögerungen die Folge. Beim Austrag aus dem Silo sollte der Massenfluss das oberste Ziel sein, in der Praxis sieht die Situation jedoch anders aus. Häufig sind zusätzliche Maßnahmen nötig, die nicht immer erfolgreich sind. „Dass man mit Austragshilfen von einem Kern- zu einem Massenfluss kommt, schafft man nicht“, ist etwa Programmbeirat Harald Heinrici, Schwedes+Schulze, überzeugt. Das Silo und seine Komponenten müssen vielmehr so gestaltet werden, dass weder Austragshilfen noch der berüchtigte Hammer von außen zum Einsatz kommen müssen.

Manchmal stockt bereits der Transport auf Förderbändern, weil die Ketten verschleißen. Wie sich die Standzeiten dieser Elemente verlängern lassen, zeigte der Vortrag von FB Ketten anhand einiger Praxisbeispiele. Manchmal liegt es aber nicht an der Anlage, sondern daran, dass ein ganz anderes Produkt eingesetzt als ursprünglich angegeben wurde, wie Dr. Harald Wilms vom Wilms ITC Ingenieurbüro aus seiner langjährigen Praxis berichtete. Statt Kunststoffverpackungen landeten da schon einmal großformatige Teppichreste in den Anlagen. Nicht verwunderlich also, dass der Prozess ins Stocken geriet.

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Wie eine vollautomatisierte Anlage ohne Störungen aussehen kann, zeigte Thomas Eules, Daxner, anhand einer Anlage für Gewürzmittelmischungen. Hier wurde der gesamte Prozess automatisiert, der trotzdem flexibel bleibt. Zeitersparnis bringt auch der Fokus auf die einzelne Komponente. Selbst eigentlich ausgereifte Containermischer lassen sich optimieren, wie Zeppelin Systems vortrug. „Neben der Mischgüte liegen derzeit eine zunehmende Produktvarianz und damit auch die Rüst- und Reinigungszeiten im Fokus der Betreiber“, so Karl Hendrik Schluckebier. Die Lösung von Zeppelin ist ein optimierter Containermischer mit neuem Mischwerkzeugprofil. Und schlussendlich lässt sich auch das einzelne Partikel hinsichtlich Staubfreiheit, Oberflächenbeschaffenheit oder Funktion optimieren. Faszinierende Beispiele hierfür stellte Didier Schons von Glatt Ingenieurtechnik vor.

Die Branche bewegt aber nicht nur die Optimierung ihrer Prozesse, sondern auch die Sicherheit und der Ex-Schutz. Wie gefährlich das Arbeiten im und am Silo auch heute noch ist, belegte etwa Jürgen Pester, BG RCI, eindrücklich. Mehr als nur eine Alternative, um mit Pulvern unter Staub- und Exbedingungen zu arbeiten, zeigte Dr.-Ing. Hans-Joachim Jacob von Ystral, auf. Das Unternehmen präsentierte Systeme, die das Pulver staubfrei unter kon­trollierten Bedingungen in den Prozess einsaugen und sicher verarbeiten. Ein weitere Komponente für das sichere Ein- und Austragen von Feststoffen stellte Andreas Kühn von Ebro in Form von explosionsentkoppelnden Taktschleusen vor. Sicherheit im Prozess bezieht sich aber bei Weitem nicht nur auf Themen wie den Explosionsschutz, auch das Produkt selbst muss, z.B. hygienisch befördert werden. Hier spielt die öl- und feststofffreie Versorgung von Druckluft eine erhebliche Rolle, so Thomas Kuhn von der Aerzener Maschinenfabrik.

Referenten des Schüttgut-Forums 2019

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Bei vielen Vorträgen wurde deutlich, dass die Digitalisierung auch vor der Schüttgutindustrie nicht halt macht. So zeigte Ewald Harrer von Automation X Beispiele, wie sich veraltete Anlagen in eine durchgängige, einfach kontrollierbare Produktion wandeln lassen. Themen, wie Nachverfolgung oder das schnelle Reagieren auf Marktveränderungen, lassen sich so umsetzen. Ein weiteres Beispiel nannte Georg Angelov, Siemens, anhand einer analogen Wägezelle. Ein Tausch in die digitale Variante ist für viele Kunden zu aufwändig. Die Lösung liegt in einem digitalen Anschlusskasten mit Einzelsignalauswertung – ein unkomplizierter Weg ohne Neuverdrahtung. Neben der Heart Beat-Technologie zeigte Kristina Rosenberger von Endress+Hauser auf, wie mit korrekten Messwerten eine optimierte Verwaltung von Schüttgütern möglich ist. Abschließend beschrieb Horacio de Jesus, Mettler Toledo, noch Möglichkeiten, wie sich viel Zeit durch neue Gewichtswerttransmitter und intelligente Kalibrierverfahren in der Wägetechnologie sparen lässt.

Kurzum: In zwei Tagen ging es wieder rasant durch das breite Spektrum der Schüttgutverfahren. Dabei boten nicht nur die Vorträge, sondern auch die Kurzvorstellungen der Aussteller und die vergnügliche Abendveranstaltung genügend Raum für den gemeinsamen Austausch.

Save the date: Das 14. Schüttgut-Forum findet am 17./18. November 2020 wieder zusammen mit dem 18. Pumpen-Forum im Rahmen der 8. Förderprozess-Foren auf der Festung Marienberg in Würzburg statt.

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