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Applikationssoftware zur Pumpensteuerung Wie eine einheitliche Pumpensteuerung den Service im Pumpwerk unterstützt

| Autor/ Redakteur: Kay Miller / Dr. Jörg Kempf

Bei vielen Pumpwerken in der Abwassertechnik ist eine über die Jahre gewachsene heterogene Anlagenstruktur zu verzeichnen, die insbesondere den Wartungsaufwand erhöht. Gerade im Zuge von Modernisierungen sind darum Lösungen gefragt, die das Engineering und die Wartung unterstützen.

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Bei der Auslegung von Pumpwerken in der Abwassertechnik zählt als oberstes Gebot, Pumpen mit ausreichender Leistung auszustatten. Nur so sind diese in der Lage, das Abwasser so verlässlich zu transportieren wie ein freies Gefälle.
Bei der Auslegung von Pumpwerken in der Abwassertechnik zählt als oberstes Gebot, Pumpen mit ausreichender Leistung auszustatten. Nur so sind diese in der Lage, das Abwasser so verlässlich zu transportieren wie ein freies Gefälle.
(Bild: ©thomas haltinner - stock.adobe.com)

Insbesondere bei großen Pumpwerken in der Abwassertechnik kommt es nicht selten vor, dass ein Betreiber 70 Pumpstationen betreibt, in denen Pumpen oder Motoren von drei unterschiedlichen Anbietern verbaut sind – die wiederum mit drei oder vier unterschiedlichen Steuerungssystemen geregelt werden. Im Zuge einer Modernisierung bietet sich die Gelegenheit, Hardware und Software von Pumpwerken zu vereinheitlichen, denn während der Motor sowie die mechanischen Teile im Rahmen einer Modernisierung im Bauwerk verbleiben, werden die Sensorik, Elektrotechnik und Automatisierung ersetzt. Dem entgegen steht jedoch, dass die meisten Betreiber ihre Pumpwerke schrittweise umstellen.

Hat der Betreiber die Absicht, die Modernisierung dazu zu nutzen, seine Pumpwerke auf ein System umzustellen, kann er im Rahmen seiner Ausschreibung zwar vorgeben, welche Hardware bei der Modernisierung zum Einsatz kommen sollte: Er erhält damit jedoch nicht die Gewissheit, dass die Software, die auf den Geräten installiert wird, ebenso einheitlich programmiert ist – nicht zuletzt, weil jeder Applikationsingenieur oder Programmierer seinen Softwarebaustein individuell schreibt. Für den Betreiber bleibt der Wartungsaufwand im schlimmsten Fall also ebenso hoch wie vor der Modernisierung, weil der Servicetechniker das Programm einer jeden Steuerung separat unter die Lupe nehmen muss, um im Wartungs- oder Servicefall nach vermeintlichen Fehlern zu suchen.

Um eben diese Aufwendungen zu reduzieren, hat Wago eine Applikationssoftware zur Steuerung von Pumpen entwickelt, die vorbereitete Basisfunktionen für wiederkehrende Aufgaben mit einem großen Freiheitsgrad bei der Einstellung individueller Parameter kombiniert. Projektindividuelle Varianten der Software müssen lediglich konfiguriert und nicht programmiert werden. Das verkürzt das Engineering deutlich. Hardwarebasis der Applikationssoftware ist das Wago I/O-System 750, das mit über 500 verschiedenen I/O-Modulen und der Vielzahl an Schnittstellen auch heterogene, gewachsene Anlagenstrukturen mühelos anbinden kann.

Die Pumpensteuerung ist damit universell einsetzbar und stellt auch die Anlagenvernetzung im Gesamtverbund eines Wasser- und Abwasserbetriebes zuverlässig sicher. Die Applikationssoftware ist ausgelegt für Pumpwerke mit zwei bis sechs Pumpen unterschiedlicher Leistung und trägt sie exakt den Herausforderungen Rechnung, die typischer Weise beim Betrieb von Pumpen auftreten.

Redundanzbetrieb

Um im Falle einer Störung oder bei Wartungsarbeiten die Verfügbarkeit eines Pumpwerks sicherzustellen, werden in der Pumpstation in der Regel Pumpen unterschiedlicher Art vorgehalten. Hierzu zählen Grundlastpumpen, Spitzenlastpumpen, Restentleerung und Reservepumpen. Allerdings dürfen die zusätzlichen Pumpen innerhalb eines Bauwerks nicht nur für Spitzenlasten oder den Redundanzbetrieb vorgehalten werden. Sie sollten stattdessen in einem regelmäßigen zeitlichen Intervall laufen, um Betriebsstörungen zu vermeiden. Ansonsten kommt es unweigerlich zu Beeinträchtigungen, da die Pumpen zu lange bewegungslos in der Schmutzfracht verweilen, Verbindungen festkorrodieren oder mechanische Komponenten zusetzen.

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