Applikationssoftware zur Pumpensteuerung

Wie eine einheitliche Pumpensteuerung den Service im Pumpwerk unterstützt

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In der Applikationssoftware kann die unterschiedliche Nutzung der Pumpen entsprechend definiert werden. Wurde für eine der Pumpen eine Reservefunktion konfiguriert, sorgt die Steuerung dafür, dass diese Zuweisung nach jedem Betriebszyklus getauscht wird und damit die betreffenden Pumpen regelmäßig im Betrieb sind. Überdies überwacht die Applikation die Laufzeiten der Pumpen und startet diese nach zu langer Stillstandzeit automatisch für einen vordefinierten Zeitraum, um Korrosionsbildung zu vermeiden.

Lastspitzen vermeiden

Pumpen, die zugeschaltet werden, sollten möglichst nicht gleichzeitig in Betrieb gehen, sondern nacheinander, um die unnötige Belastung des Stromnetzes zu vermeiden. Die Steuerung trägt dem mit einer Anlaufverzögerung Rechnung. Dabei wird eine zweite Pumpe gleichen Typs erst nach Ablauf einer vordefinierten Betriebszeit der ersten Pumpe zugeschaltet. Wie lang die Zeiträume für das wirksame Lastmanagement sein müssen, ist von der individuellen Applikation vor Ort abhängig – und lässt sich deshalb in der Pumpensteuerung komfortabel parametrieren. So wird die Belastung des Stromnetzes minimiert und zudem einem Notstrombetrieb mit Aggregaten Rechnung getragen.

Flexible Niveauschaltung

Mit wechselnden Betriebsparametern ist es überdies möglich, die Pumpenanlage weitgehend vor Verschmutzungen, z.B. Fettablagerungen, zu schützen, die an den Wänden des Pumpenschachtes für Betreiber ein ernstzunehmendes Problem sind. Um den Verschmutzungsprozess zu vermeiden – zumindest jedoch hinauszuzögern – sind die Ein- und Ausschaltpunkte der Pumpen flexibel gestaltet. Sie lassen sich mithilfe des leicht zu bedienenden Engineering-Tool „e!Cockpit“ in den PFC 200- und PFC 100-Controllern des I/O-Systems passgenau einstellen.

Ist das erfolgt, liegt der eigentliche Schaltpunkt der Pumpen jeweils zufällig leicht über oder unter der vorgegebenen Wasserhöhe im Pumpensumpf. Dadurch variiert der Wasserpegel im Pumpenschacht und Fettablagerungen verteilen sich besser.

Über eine in der standardisierten Applikationssoftware für Pumpenhäuser intuitiv nutzbare, webbasierte Visualisierung, lassen sich die Pumpen sowohl von der Leitebene aus überwachen und steuern, als auch direkt vor Ort mit einem an den Controller angeschlossenen Touch-Panel. Wie die Pumpen zum Zwecke der Zuordnung bezeichnet werden sollen, ist im Projekt frei wählbar. Die in den standardisierten Sprachen der IEC 61131-3 programmierte Pumpensteuerung gibt nur den generellen Funktionsrahmen für die Ansteuerung der bis zu sechs Pumpen unterschiedlicher Bauart vor. Die Details des Steuerprogramms sind Teil der kundenindividuellen Projektierung.

Hierzu zählen auch die jeweiligen Anforderungen an die Verfügbarkeit der Anlagen. Sie zwingen mehr denn je Betreiber und Serviceunternehmen dazu, über neue Wartungsstrategien nachzudenken und daraus effektive Maßnahmen abzuleiten. Wago bietet mit seiner Softwarelösung dafür die Basis.

Wago auf der Ifat 2018 in München (14.–18. Mai): Halle C1, Stand 139/238

* Der Autor ist Global Industrie Manager Water bei der Wago Kontakttechnik GmbH, Minden.

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