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Mitarbeiterführung Wie die Führungskultur den Unternehmenserfolg bestimmt

| Autor/ Redakteur: Peter Finckler / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Leistungsverweigerung oder -minderung durch schlechte Führung stellt heute das größte Verlustpotenzial in Unternehmen dar. Mit den richtigen Methoden können Unternehmen die persönlichen Eigenschaften der Führungskräfte so verändern, dass die Mitarbeiter bessere Leistung erbringen.

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Es gibt einen Zusammenhang zwischen schlechter Führung und hoher Fluktuation oder hohen Burn-Out-Raten.
Es gibt einen Zusammenhang zwischen schlechter Führung und hoher Fluktuation oder hohen Burn-Out-Raten.
(Bild: jam4travel - Fotolia.com)

Das Problem ist bekannt. Fast jede Geschäftsleitung kennt Bereiche innerhalb der eigenen Organisation, in denen die Ergebnisse nicht stimmen. Kennzeichen dieser Bereiche sind niedrige Arbeitsleistung, hoher Ausschuss und schlechte Arbeitsqualität. Dazu kommen noch ein erhöhter Krankenstand, Burn-out-Ausfälle und hohe Fluktuation bei den Mitarbeitern.

Die Mitarbeiter sind wenig engagiert und die Loyalität gegenüber dem Unternehmen sinkt. Der Führungsstil ist oft hierarchisch. Gute Arbeitsergebnisse werden nur unter hohem Druck und erheblichem Aufwand erbracht. Davon betroffen sind viele Unternehmen. Ursache für diese Situation ist meist die Führungskultur des Unternehmens.

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Führungskräfte sind für die Kultur und die Prägung verantwortlich

Die Kultur eines Unternehmens besteht aus den Einstellungen und Gewohnheiten seiner Mitarbeiter. Das Verhalten der Mitarbeiter wird durch diese Kultur geprägt. Verantwortlich für die Prägung und die Kultur sind die Führungskräfte. Fehlen den Führungskräften die Fähigkeiten für gute Führung, so führt dies zu dem oben beschriebenen Zustand. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass schlechte Führungsqualität die Ursache für die oben aufgezeigte Situation ist.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Unsere staatlichen Bildungssysteme sind vor allem auf die Vermittlung von fachlichen Fähigkeiten ausgerichtet. Kaum ein Mensch lernt, wie er mit sich und anderen Menschen umgehen sollte. Dazu kommt dann die Eigenschaft sich selbst im Mittelpunkt zu sehen. Sie führt zu einer übertriebenen Selbstbezogenheit mit der Neigung, alles an der eigenen Perspektive zu messen. Daraus ergibt sich dann die Unfähigkeit, sich in die Situation eines Anderen hineinzuversetzen. Durch den beruflichen Wettbewerb verschärft sich diese Situation zusätzlich. Unter diesem Wettbewerb entwickeln sich karriereorientierte Menschen zu sogenannten Selbstoptimierern.

Persönliche Eigenschaften bilden die Lücke im System

Bei der Begabung - den Talenten - eines Menschen geht es um zwei Kategorien der beruflichen Ausprägung: die Qualifikation und die persönlichen Eigenschaften. Mit der Qualifikation sind Ausbildung, Zeugnisse, Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen gemeint. Zu den Eigenschaften eines Menschen gehören unter anderem seine Einstellungen, seine Motivation, seine Interessen und Vorlieben. Insbesondere zählt dazu auch das zwischenmenschliche Verhalten.

Viele Unternehmen beurteilen bei der Einstellung oder Beförderung von Führungskräften nur die Qualifikation, also die fachlichen Voraussetzungen, der Person. Die persönlichen Eigenschaften bleiben in der Regel unberücksichtigt. Für fast alle Führungsaufgaben machen diese Eigenschaften jedoch mehr als 50 % der Anforderungen aus. Daher ist die Beurteilung der persönlichen Eigenschaften von Führungskräften eine der wichtigsten Aufgaben jedes Unternehmens.

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