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Neue Karriere-Pfade für berufserfahrene Ingenieure

Wenn die Digitalisierung den Job verändert…

| Autor / Redakteur: Katharina Hain / Manja Wühr

Wie können sich gestandene Verfahrensingenieure auf neue Anforderungsprofile, die um Zuge der Digitalisierung entstehen, einstellen? Tipps für neue Karriere-Pfade gibt Katharina Hain, Senior Department Manager Rekrutierung bei Hays.
Wie können sich gestandene Verfahrensingenieure auf neue Anforderungsprofile, die um Zuge der Digitalisierung entstehen, einstellen? Tipps für neue Karriere-Pfade gibt Katharina Hain, Senior Department Manager Rekrutierung bei Hays. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Mit der zunehmenden Digitalisierung der Produktion geht auch die Digitalisierung der Arbeitswelt einher. Mit den neuen technischen Möglichkeiten wandeln sich auch die Arbeitsweisen und Kompetenzprofile. In welchen Bereichen sich Verfahrensingenieure neu aufstellen müssen und wie berufserfahrene Ingenieure das Thema am geschicktesten angehen können, verrät Hays-Rekrutierungsexpertin Katharina Hain.

Er ist in vollem Gange, der Umbruch der Berufsprofile, ausgelöst durch digitalisierte Fertigungsprozesse sowie der zunehmenden Durchdringung von IT. Wo auf der einen Seite das Erlernte nicht mehr ausreicht, um die Kundenanforderungen der Zukunft zu bedienen, werden andererseits händeringend hochqualifizierte Experten für künstliche Intelligenz oder Robotik gesucht, um technische Innovationen voranzutreiben. Aber welche Jobbestandteile sind transformierbar, welche haben nach wie vor Bestand, und wie sieht es mit disziplinübergreifenden Fähigkeiten aus? Das stellt Verfahrensgsingenieure vor die Aufgabe, sich zu überlegen, welche Kenntnisse und Kompetenzen sie sich jenseits vordefinierter Berufsprofile aneignen wollen und können, um für den Arbeitsmarkt weiterhin attraktiv zu sein. Die folgenden Fragen sollen dabei helfen, eine erste Orientierung zu finden.

1. Hard Skills oder Soft Skills? Das eigene Qualifikationsprofil anreichern

Auch wenn die fachlichen Kompetenzen nach wie vor Grundlage der täglichen Arbeit bleibt, stellen Unternehmen der Prozessindustrien heute mehr Anforderungen. Darauf sollten sich auch erfahrene Verfahrensinginieure einstellen, rät Katharina Hain, Karriereberatung von Ingenieuren bei Hays.
Auch wenn die fachlichen Kompetenzen nach wie vor Grundlage der täglichen Arbeit bleibt, stellen Unternehmen der Prozessindustrien heute mehr Anforderungen. Darauf sollten sich auch erfahrene Verfahrensinginieure einstellen, rät Katharina Hain, Karriereberatung von Ingenieuren bei Hays. (Bild: Ulrich Zillmann)

Generell können sich Verfahrens- und Chemieingenieure auch in Zukunft auf ihre fachlichen Kompetenzen, beispielsweise in den Bereichen Chemie, Thermodynamik, Mechanik oder Werkstoffkunde, stützen. Denn die verfahrenstechnisch orientierten Studiengänge, mit ihren unterschiedlich ausgeprägten Schwerpunkten, bilden auch künftig weiterhin unabdingbare Grundlage dieser Tätigkeit. Allerdings stellen Firmen deutlich höhere Ansprüche an die IT-Affinität, Fähigkeiten im Projektmanagement und Soft Skills. Zwar müssen Ingenieure künftig nicht gleich zum Informatiker werden, sollten aber dennoch firm darin sein, in welche technische Infrastruktur ihr Aufgabengebiet eingebettet ist und wie dies im Hinblick auf die Gesamtlösung für den Kunden interpretiert werden kann. Darüber hinaus wird die Arbeit in agilen Projektteams deutlich ansteigen und im Unternehmensumfeld an Bedeutung gewinnen. Ingenieure sollten daher stets bemüht sein, die Leitung interdisziplinärer Teams temporär oder auch permanent zu übernehmen. Das hat zwei entscheidende Vorteile für die Attraktivität ihres Berufsprofils. Zum einen lernen sie, Mitarbeiter zu führen und über den Tellerrand zu blicken. Zum anderen, verbessern sie automatisch ihre kommunikativen Fähigkeiten und bleiben veränderungsbereit, wenn es um häufig wechselnde Teamkonstellationen geht.

2. Neue Kompetenzen andocken, aber wie?

Berufserfahrene Ingenieure sollten sich zunächst im Klaren darüber werden, wie erfolgversprechend es ist, die bisherige Karriere voranzubringen. Alternativ sollten sie überlegen, mit den bestehenden Kompetenzen möglicherweise auch eine ganz neue Richtung einzuschlagen. Dabei ist es empfehlenswert, sich die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu machen. Also überwiegt beispielsweise der Spaß an der Arbeit in internationalen Teams oder fuchst man sich leidenschaftlich gern in neue fachliche Dimensionen wie die künstliche Intelligenz ein? Und welche Möglichkeiten bietet der eigene Arbeitgeber hier. Bietet er „Job-Shadowing“ Programme an? Oder werden vom Arbeitgeber plattformbasierte Lerneinheiten angeboten, die das nötigste zu einem neuen Themenfeld vermitteln?

3. Lernen lernen

Wer sich dafür entscheidet, seinen Marktwert über zusätzliche Fähigkeiten zu verbessern, sollte vor allem bedenken, dass dies ein erheblicher zeitlicher Mehraufwand bedeutet. Dieser sollte sowohl mit dem Arbeitsalltag wie auch mit dem Privatleben vereinbar sein. Fortschrittliche Unternehmen berücksichtigen das bereits und bieten hier Qualifizierungsprogramme für ausgewählte Software oder auch für die Befähigung zur digitalen Transformation (z.B. Erlernen der Methodik Design Thinking) an. Sie sind meist so angelegt, dass sie leicht in den beruflichen Alltag integriert werden können, ein einfaches Grundverständnis vermitteln und auf eine erste praktische Umsetzung Lust machen. Aber ob IT-Kenntnisse oder soziale Fähigkeiten, wichtig ist die Einstellung, sich das neue Themengebiet selbst erarbeiten zu wollen, und nicht etwa darauf zu warten, bis der Arbeitgeber mit einem Vorschlag kommt.

* Die Autorin ist Senior Department Manager Rekrutierung bei Hays, Mannheim.

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