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Shalegas befeuert 2. Welle der Cracker-Projekte

Wellenreiter: Darum geht der US-Cracker-Boom (noch) weiter

| Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

(Bild: ©Anton Balazh - stock.adobe.com)

Während die ersten Megaplants die Produktion aufnehmen, rollt die zweite Welle der Crackerprojekte an – Shalegas und kein Ende: 2017 und 2018 gehen am Golf von Mexiko die ersten sechs Megaplants der Schiefergas-Chemie onstream. Doch damit ist die Branche lange nicht am Ende. Beginnt nach dem chinesischen Jahrzehnt im Anlagenbau jetzt die Amerikanische Ära?

Die Welle rollt: Befeuert durch den Shalegas-Boom schießen in den USA in noch nie dagewesener Geschwindigkeit Crackerprojekte aus dem Boden. Während die ersten Megaplants 2017 den Betrieb aufnahmen, brüten Planer und Ingenieure schon über der nächsten Welle an Worldscale-Projekten.

Insgesamt 85 Milliarden Dollar ließen sich die Branchenplayer die seit 2010 angelaufenen Anlagen kosten – doch damit ist das Ende lange nicht erreicht.

Der Amerikanische Chemie-Verband ACC geht davon aus, dass die Branche derzeit über 300 Projekte in der Pipeline hat. Damit das Investment-Potenzial von sagenhaften 185 Milliarden Dollar auch wirklich ausgeschöpft wird, gilt es, die Lessons Learned der ersten Welle der Crackerprojekte Revue passieren zu lassen.

Großanlagenbau - Basis und Motor der Wirtschaft

Anlagenbau: Definition & Aufgaben

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25.05.18 - Der Anlagenbau beschäftigt sich mit der Konzipierung, Planung und Umsetzung von industriellen Anlagen. Aufgabe des Industrieanlagenbaues ist, die technischen Voraussetzungen für die Durchführung eines aus mehreren Schritten bestehenden Prozesses zu schaffen. Bei solchen Prozessen werden in der Regel chemische Stoffe, biologische Mittel oder nutzbare Energie aus verfügbaren Rohstoffen oder vorhandenen Energiequellen gewonnen. Darüber hinaus liefert der Anlagenbau der Industrie komplexe automatisierte Produktionssysteme. Im Basiswissen-Artikel werden der Anlagenbau definiert und die einzelnen Teildisziplinen vorgestellt. lesen

Als Dow-Dupont im September 2017 eine 1,5-Millionen-Tonnen-Anlage in Freeport, Texas – die erste am Golf von Mexiko – hochfuhr, hatte die Branche bereits eine steile Lernkurve hinter sich: So stiegen die Kosten für den Sasol-Petrochemiekomplex in Lake Charles, Louisiana, von 8,1 auf elf Milliarden Dollar. Zudem hat der US-Projektboom den Markt für Personal und Material quasi leergefegt. So legte der Preis für Rohre – typischerweise der größte Einzelposten beim Material – innerhalb eines Jahres um 5,1 % zu.

Entsprechend wollen sich die Anlagenbauer Zeit lassen: Zwar führt der hohe Bedarf zu einer zweiten Projekt-Welle (wie die Ankündigung Totals, ein Cracker-Joint-Venture mit Borealis und Nova Chemicals einzugehen sowie eine 625 000 t Ethylenanlage aus dem Boden zu stampfen, zeigt), doch wird dieser Boom schwächer ausfallen, sind sich die Analysten sicher. Am weitesten ist Shell: Der Ölmulti hatte Ende 2017 mit dem Bau eines Crackers und einer 1,5-Millionen-Tonnen-Polyethylen-Anlage in Pennsylvania begonnen. Auch Exxon Mobil und Sabic haben sich auf ein gemeinsames 1,8-Millionen-Jahrestonnen-Projekt verständigt.

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Außerdem bleibt die „zweite Welle“ nicht auf Ethan beschränkt. So plant Lyondell Basell, die als eine der ersten auf Gas-Cracker setzten, den Bau einer Anlage für Propylenoxid und tertiäre Butyl-Alkohole. Chevron Phillips will die firmeneigene Aromax-Technologie nutzen, um Benzol aus Leichtölen aus der Schiefergas- und -ölproduktion herzustellen. Auch Player aus dem fernen Osten mischen im „wilden Westen“ mit: Wanhua Chemical aus China will in Louisiana Methyl-Di-p-Phenylen Isocynat produzieren.

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