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Teile und Komponenten Was tun, wenn die Pumpe schwächelt?

| Redakteur: Dominik Stephan

Bringt die Wasserpumpe eine unbefriedigende Leistung, ist nicht immer gleich eine Neuanschaffung erforderlich: Manchmal ist es mit einem Laufradtausch getan. Nicht selten kann so Druck und Pumpenleistung wieder hergestllt und ein sicherer und sauberer Betrieb gewährleistet werden.

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Laufradtausch an einer Caprari-Pumpe: Schnelle Leistungsanpassung und Maßnahme zur Lebensverlängerung, denn dieses Bauteil des Herstellers ist speziell beschichtet
Laufradtausch an einer Caprari-Pumpe: Schnelle Leistungsanpassung und Maßnahme zur Lebensverlängerung, denn dieses Bauteil des Herstellers ist speziell beschichtet
(Bild: Caprari)

Auch wenn die Auslegung der Pumpe und deren Leistung vor dem Kauf noch so sorgfältig überlegt war: Manchmal ändern sich die Einsatzparameter, so dass sie außerhalb ihres optimalen Betriebspunktes läuft. Dann ist die Anschaffung einer neuen, besser abgestimmten Pumpe zwar nicht verkehrt. „Zuvor sollten Anwender aber andere Maßnahmen erwägen“, rät der Pumpenexperte Udo Seelmann vom Hersteller Caprari in Fürth. „Mitunter reicht nämlich bereits der Austausch des Laufrades“.

Als Beispiel führt er eine Straßenmeisterei an. Die Kommune war mit der seinerzeit gewählten Caprari-Pumpe unzufrieden. Das lag nicht am Hersteller, sondern am Fördermedium: Verpumpt wurde eine Salzlösung (Sole) für die Winterdienstfahrzeuge. „Eine dicke Suppe“, so Seelmann. Der Kunde hatte die Pumpe großzügig dimensioniert. Doch sie lieferte, nach dem der Betrieb die richtige Mischung für seine Streuer fand, zu viel Leistung, baute also mehr Druck als verträglich auf. Caprari riet zum Austausch des Laufrades: Ein neues, kleineres mit 226 statt 242 mm Durchmesser wurde kurzerhand eingebaut. Kleine Ursache, große Wirkung: Der Druck passte jetzt, die Pumpe der bewährten MD-Baureihe lief geschmeidig. Eine Arbeitsstunde plus Material - auch kostenseitig stimmte diese Lösung.

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Unter umgekehrten Vorzeichen, also bei zu geringem Druck je nach Viskosität des Fördermediums, mag ein Laufradtausch ebenso helfen. In vielen Fällen sei dann aber eine stärkere Pumpe die tatsächlich bessere Wahl, so Seelmann. Größer dimensioniert, böte sie meist ergänzende Vorteile in puncto Strömungsverhalten, Wirkungsgrad und beim Energieverbrauch - Merkmale, denen Caprari hohe Aufmerksamkeit widmet. Zudem kommen bei größeren Pumpen elektronische Motorsteuerungen ins Spiel: Die Frequenzregler helfen Betriebskosten sparen und stabilisieren drucksensitive Anwendungen.

Das Laufrad an der Einsaugöffnung sollten Anwender noch aus weiteren Gründen regelmäßig inspizieren. Ist etwa der Feststoffanteil im Fördermedium hoch oder variabel, kann sich der Wirkungsgrad der Pumpe aufgrund von Abrasion (Abnutzung) schnell verschlechtern. Ein Ersatzrad sollte dann bereitliegen. Verstopfung oder Kavitation, also Dampfblasenbildung aufgrund hoher Strömungsgeschwindigkeiten, sind weitere Faktoren, die auf die Leistung einwirken. Auch hierbei ist die Wahl des geeigneten Laufrades essentiell. Leistungseinbußen durch einen hohen Faseranteil im Fördermedium indes lassen sich meist durch ein Schneidwerk kompensieren - es macht das Medium fließfähiger.

Vielleicht ist aber auch „nur“ Verockerung im Spiel. Eine Motortemperatur über Soll, per separatem Temperatursensor messbar, gilt als erstes Anzeichen. Das wäre dann Pech: Die rostbrauen Ablagerungen der Eisenhydroxide, typischerweise aus Brunnen, überziehen alle wasserführenden Bauteile und zwingen irgendwann jede Pumpe in die Knie.

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