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Meilenstein Explosionsschutz/Druckentlastung

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Meilenstein Explosionsschutz/Druckentlastung

Was leisten moderne Explosionsschutz- und Druckentlastungslösungen von Rembe?

| Autor/ Redakteur: Manja Wühr* / M.A. Manja Wühr

Anfang der 70er kamen die ersten Rembe-Berstscheiben auf den deutschen Markt – damals noch komplett von Hand bearbeitet. Heute entwickeln und produzieren die findigen Sauerländer Sicherheitskonzepte für Anlagen und Apparaturen nicht nur für die Prozessindustrien. Im Mittelpunkt steht stets die optimale Lösung zum Schutz von Anlage, Mensch und Umwelt.

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Rembe hat sich seit 45 Jahren dem Schutz von Anlagen und Prozessen verschrieben. Heute steht das Unternehmen für umfassende Expertise in Sachen Prozesssicherheit und Explosionsschutz.
Rembe hat sich seit 45 Jahren dem Schutz von Anlagen und Prozessen verschrieben. Heute steht das Unternehmen für umfassende Expertise in Sachen Prozesssicherheit und Explosionsschutz.
(Bilder: Rembe)

Sieben Tote und rund 60 Verletze forderte eine Explosion mit Brand in einer Lebensmittelproduktion in Kairo am 28. März 2016. Für ein Unternehmen, das mit seinen Produkten für Genuss steht, sind solche Unglücke nicht nur menschlich katastrophal. Der damit verbundene Imageschaden ist mitunter immens, und dessen Kosten übertreffen die der Rekonstruktion bei Weitem. Denn Verbraucher, aber auch Anleger entscheiden immer mehr auf Grundlage ihres sozialen und ökologischen Gewissens.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass in der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie Investitionen in die Sicherheit der Anlagen ganz oben auf der Prioritäten-­Liste rangieren. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Druckentlastung und der Explosionsschutz, denen sich Rembe seit 1973 verschrieben hat. In Brilon, im schönen Sauerland, sowie in acht eigenen Tochtergesellschaften rund um den Globus entwickeln, produzieren und installieren rund 250 Mitarbeiter Sicherheitskonzepte für Anlagen und Apparaturen. Dabei ergänzen Consulting, Engineering und Service die vorrangig selbst entwickelten und in Eigenfertigung hergestellten Produkte. Übergeordnetes Ziel ist stets der optimale Schutz der Produktionsanlagen und der Menschen, die darin arbeiten. Denn „Safety for life“ ist für die Sauerländer mehr als ein Slogan. Es ist sinnstiftender Antrieb in der täglichen Arbeit und persönlichen Verantwortung.

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Die Prozessindustrien stehen unter Druck – und zwar buchstäblich. Wird der Druck zu groß oder zu klein, können betroffene Anlagenteile schweren Schaden nehmen. Deshalb ist für den Fall, dass der Druck nicht mehr innerhalb der zulässigen Betriebswerte liegt, eine zuverlässige und schnell reagierende Entlastungseinrichtung erforderlich. Das gilt nicht zuletzt auch für die enorme Druckwelle einer Explosion. Hier nutzt Rembe seine jahrzehntelange Erfahrung, die Betreibern prozesstechnischer Anlagen ehrliche Analysen und eine hohe Produktqualität garantiere: „Denn Sicherheit ist mehr als ein Produkt. Es ist eine Frage des Vertrauens, das wir uns mit Kompetenz, Transparenz und Verantwortung erarbeitet haben. So können wir gezielt die Abläufe, Produktionen und Produkte unserer Auftraggeber optimieren“, betont Rembe-Geschäftsführer Stefan Penno.

Vorbeugende oder konstruktive Maßnahmen

Grundlage eines jeden Explosionsschutzkonzepts ist eine systematische Risikoanalyse. Dabei wird im ersten Schritt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens explosionsfähiger Atmosphären sowie potenziell wirksamer Zünd­quellen überprüft, bevor die Auswirkung einer Explosion klas- sifiziert wird. Beide Bewertungen werden in einer Matrix zusammengeführt. Die ermittelten Kennzahlen geben an, ob und in welchem Maß eine Anlage bzw. ein Anlagenteil geschützt werden muss.

Vorbeugende Maßnahmen zielen darauf ab, eine explosionsfähige Atmosphäre zu verhindern, etwa durch Vermeiden brennbarer Stoffe oder Inertisieren des Anlagenteils. Zusätzlich sollen wirksame Zünd­quellen vermieden werden. Ziel ist immer, die Voraussetzung für eine Explosion von vornherein auszuschließen, indem man mindestens einen der drei Bausteine einer Explosion – Sauerstoff, Brennstoff, Zündquelle – vermeidet. Dies ist vor allem in chemischen und pharmazeutischen Prozessen besonders bedeutsam, da hier meist mit kritischen Stoffen gearbeitet wird. Jedoch sind präventive Maßnahmen nicht immer umsetzbar, denn:

  • eine sichere und vollständige Vermeidung wirksamer Zünd­quellen ist prozessbedingt fast nie realisierbar;
  • eine Inertisierung, vor allem bei größeren Anlagen, ist meist zu kostenintensiv und/oder prozessbedingt nicht möglich.

In diesen Fällen müssen Anlagen und Anlagenteile konstruktiv geschützt werden, um die Auswirkungen einer Explosion auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Neben einer druckfesten Bauweise sind Druckentlastung, Entkopplung und Explosionsunterdrückung gängige Wege, den Schaden einer Explosion zu begrenzen. Druckfeste Anlagen sind allerdings häufig kosten- und/oder prozessbedingt nicht sinnvoll.

Explosionsschutz in der Chemie- und Pharmabranche

Dr.-Ing. Johannes Lottermann, Rembe: „Wir wollen die beste Lösung und nicht nur ein Produkt verkaufen. Auf dieser Basis entwickeln sich Partnerschaften.“
Dr.-Ing. Johannes Lottermann, Rembe: „Wir wollen die beste Lösung und nicht nur ein Produkt verkaufen. Auf dieser Basis entwickeln sich Partnerschaften.“
(Bild: Rembe)

Auch Silos müssen konstruktiv geschützt werden, wenn nicht alle potenziellen Zündquellen ausgeschlossen werden können. Eine Inertisierung wird aufgrund der Größe der Anlagen oft gar nicht erst in Betracht gezogen. Nun ist aber jede Produktionsstätte anders und stellt andere Anforderungen. Deshalb begehen die Sicherheitsexperten von Rembe gemeinsam mit den Betreibern deren Anlagen und denken auch über den Tellerrand und das Auftragsbuch hinaus. So konnte beispielsweise ein großer Silokomplex einer Baustoffproduktion wider Erwarten inertisiert werden. Rembe machte das Unternehmen darauf aufmerksam, dass man den Stickstoff, der in einem benachbarten Betrieb als Nebenprodukt anfällt, nutzen könnte, um eine explosionsfähige Atmosphäre in der eigenen Anlage auszuschließen. Für Dr.-Ing. Johannes Lottermann, Director Explosion Safety, geht hier Sinn vor Vertrieb: „Wir wollen die beste Lösung und nicht nur ein Produkt verkaufen. Auf dieser Basis entwickeln sich Partnerschaften.“

Doch häufig sind solche vorbeugenden Maßnahmen nicht möglich und es sind konstruktive Konzepte gefragt. Diese können je nach Branche, Produkt oder Anforderung recht unterschiedlich ausfallen. So lassen sich Silos oder Sprühtrocknungsanlagen durch Explosionsdruck­entlastung mittels Berstscheiben schützen – etwa mit der Berstscheibe EGV. Sie eignet sich für Prozesse mit keinem bis zu geringem Über- oder Unterdruck. Bei Druckanstieg öffnet die Berstscheibe an den definierten Sollbruchstellen und entlässt so den Druck aus dem Behälter in die Umgebung. Dank des geringen Flächengewichts ist eine hohe Entlastungsfähigkeit und volle Öffnungsfreigabe möglich.

Pharmaprozesse im Batch-Betrieb mit zum Teil recht kurzen Produktionszeiten müssen häufig gereinigt werden. Um Kreuzkontaminationen durch Produktrückstände zu vermeiden, müssen auch die Explosionsschutz-Elemente den hygienischen Ansprüchen der Pharmaindustrie genügen. Das patentierte, vollflächige, abgeschrägte Dichtungssystem der Hygiene-Berstscheibe EGV HYP schließt innen bündig mit der Berstscheibe ab. Ein Plus in Sachen Reinigbarkeit.

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