Meilenstein Explosionsschutz/Druckentlastung

wird präsentiert von

rembe

Meilenstein Explosionsschutz/Druckentlastung

Was leisten moderne Explosionsschutz- und Druckentlastungslösungen von Rembe?

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Explosionsschutz in der Lebensmittelproduktion

Heutzutage würde niemand in Deutschland bestreiten, dass das Reinheitsgebot Garant für die Qualität des Bieres ist. Unstrittig ist ebenfalls, dass vom Rohstoff Malz Explosionsgefahr ausgeht. Gefährdete Anlagen sind etwa Förderer, Silos, Mühlen oder auch Elevatoren. Stehen die Anlagen innerhalb eines Gebäudes, wird es besonders kniffelig. Da hier weder die explosionsfähige Atmosphäre noch Zündquellen sicher vermieden werden können, ist konstruktiver Explosionsschutz unumgänglich.

Die von Rembe erfundene Technologie der flammenlosen Druck­entlastung bietet eine elegante Lösung für den Explosionsschutz in Gebäuden, auch in Brauereien. Mit den Produkten Q-Rohr, Q-Box und Q-Ball ist eine gesicherte Entlastung garantiert. Die Flammen im Filtergewebe der Flammenfalle werden extrem effizient abgekühlt und so im Keim erstickt. Weder Flammen noch Druck treten aus. Auf aufwändige Schutzkonzepte mit komplizierten Entlastungskanälen kann so verzichtet und die Produktionsanlage prozessoptimiert aufgestellt werden. Die Filterkonstruktion garantiert zudem, dass keine verbrannten oder unverbrannten Stoffe austreten.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Der neuste Coup der Sauerländer in Sachen flammenloser Druck­entlastung für Elevatoren ist der Q-Ball E: „Durch das innovative Design ist das Gewicht des Q-Ball sehr gering. Während vergleichbare Produkte anderer Anbieter zwischen 100 und 200 kg wiegen, ist der Q-Ball mit 25 bis 50 kg ein absolutes Leichtgewicht“, erklärt Lottermann. Dies erleichtert buchstäblich sowohl die Handhabbarkeit bei der Montage als auch die Anforderungen an die Befestigung an den Elevatoren. „Für mehr Sicherheit haben wir außerdem die Entlastungseffektivität verbessert“, so der Rembe-Experte.

Prozesssicherheit – den Druck meistern

Auch wenn Explosionen kein Thema sind: Überdruck und Vakuum sind in nahezu allen Produktionsprozessen der Chemie-, Pharma- und Lebensmittel- sowie der Öl- und Gasindustrie vorhanden. Über- oder unterschreitet der Druck die definierten Grenzen, können schwere Beschädigungen an den betroffenen Anlagenteilen und auch Personenschäden entstehen. Die Folge sind Produktionsstillstände und damit hohe wirtschaftliche Verluste. Deshalb ist für den Fall, dass der Druck nicht mehr innerhalb der zulässigen Betriebswerte liegt, eine zuverlässige und schnell reagierende Entlastungseinrichtung erforderlich. Mittel der Wahl ist häufig die Berstscheibe. In vielen Fällen sticht sie mit ihren Vorteilen Sicherheitsventile aus:

  • Schnelles Ansprechen: Ungewollter Überdruck und Vakuum werden in Millisekunden entlastet.
  • Vollständige Freigabe der Entlastungsfläche: Während der Massenfluss bei Sicherheitsventilen beschränkt ist, ermöglicht die Berstscheibe einen maximalen Öffnungsquerschnitt.
  • Dichtigkeit: Mit einer Berstscheibe lassen sich Leckagen im Normalbetrieb verhindern.

Orhan Karagöz Rembe: „Für die Auslegung einer Berstscheibe gibt es kein vorgefertigtes Konzept. Jede Lösung stimmen wir individuell auf die jeweiligen Prozessbedingungen ab.“
Orhan Karagöz Rembe: „Für die Auslegung einer Berstscheibe gibt es kein vorgefertigtes Konzept. Jede Lösung stimmen wir individuell auf die jeweiligen Prozessbedingungen ab.“
(Bild: Rembe)

Was macht die „Metallplatte“ mit definierten Sollbruchstellen so besonders? Wie so oft steckt auch hier der Teufel im Detail. „Für die Auslegung einer Berstscheibe gibt es kein vorgefertigtes Konzept. Jede Lösung stimmen wir individuell auf die jeweiligen Prozessbedingungen ab“, betont der Leiter des Geschäftsbereichs Prozesssicherheit bei Rembe, Orhan Karagöz. Mindestens 53 verschiedene Parameter müssen seine Kollegen und er berücksichtigen, damit die Berstscheibe sicher beim definierten Druck anspricht. Dazu zählen u.a. das zu schützende Anlagen­element, Prozessmedium, Betriebsdruck, Vakuum/Pulsation, Berstdruck und -temperatur, benötigte Nennweite oder abzuführender Massenstrom. „Dabei gilt: Je früher wir mit ins Boot genommen werden und je umfassender unsere Informationen über die konkreten Prozessbedingungen sind, umso sicherer schützt die Berstscheibe den Prozess“, erklärt Karagöz.

Druckentlastung in der Chemie

Viele Prozesse in der Chemieindustrie erfordern hohe Drücke sowie saubere Oberflächen und bringen Risiken der Kristallisation oder auch die Gefahr des Verklebens durch Polymerisation z.B. in der Kunststoffproduktion mit sich. In diesen Fällen spielt die Umkehr-Berstscheibe KUB ihre Vorteile aus. Denn die robuste Allzweckwaffe lässt sich beispielsweise von Ablagerungen mit einem Lösungsmittel befreien, ohne dass sie in ihrer Funktion beeinträchtigt würde. „Das können andere Berstscheiben nicht von sich sagen. Schließlich dürfen sie nicht berührt werden“, stellt Karagöz klar. Zudem erleichtert die geschlossene Oberfläche die Reinigung. Möglich macht dies das speziell entwickelte, laserbasierte Produktionsverfahren von Rembe.

Ein weiteres Plus: Die Umkehr-Berstscheibe meistert ein Arbeitsdruckverhältnis von bis zu 98 % – je nach Applikation. Das ermöglicht es Anlagenbetreibern, ihre Betriebsdrücke und damit auch die Ausbeute zu erhöhen. Eine Ermüdung der Berstscheibe ist nicht zu befürchten. Aber auch das Service-Personal profitiert von der robusten Berstscheibe. Denn sie kann problemlos aus- und wieder eingebaut werden. „Das ist einzigartig“, versichert Karagöz. Ein spezielles Haltersystem verhindert, dass die Berstscheibe falsch eingebaut wird. Spezialwerkzeug ist hierzu nicht erforderlich. Auch wird die KUB durch die Installation nicht beschädigt, da der Berstdruck der Berstscheibe unabhängig vom Drehmoment ist und somit die erforder­lichen Drehmomente für die Flansch­dichtungen eingesetzt werden können.

Druckentlastung in der Lebensmittelproduktion

Um z.B. Aromaöle vor Oxidation zu schützen, werden Lagertanks mit Stickstoff überlagert. Der Überdruck in den Tanks verhindert zudem Kontaminationen, da von außen keine Fremdpartikel eindringen können. Der verwendete Stickstoff steht normalerweise unter Druck – beispielsweise in einer 300-bar-Flasche. Um ihn dem Tank sicher zuführen zu können, bedarf es mindestens einer Reduzierungsstufe. Schließlich beträgt der Überlagerungsdruck in diesen Fällen nur 10 bis 40 mbar. Eingespeist wird der Stickstoff mithilfe einer Regelarmatur. Sie stellt sicher, dass der definierte Überlagerungsdruck konstant gehalten wird.

Dennoch besteht das Risiko, dass entweder eine Reduzierungsstufe oder die Regelarmatur nicht richtig funktionieren und somit mehr Druck als gewünscht in den Lagertank eingebracht wird. Für diesen Fall ist eine sichere Druckentlastungseinrichtung nötig. Aufgrund der niedrigen Drücke kommt eine Berstscheibe nicht infrage. Sie wäre einfach zu groß, um sie an die kleinen Lagertanks montieren zu können. Damit fällt die Wahl auf ein Ventil, das höchsten Ansprüchen gerecht werden muss: schnelles Öffnungsverhalten, hoher Massenstrom, leichte Reinigbarkeit. Standardventile kommen da schnell an ihre Grenzen, ganz im Gegensatz zum Beatmungsventil Elevent. Werden Standardventile für Drücke bis 100 mbar meist aus Gussgehäusen gefertigt, besteht das Elevent-Gehäuse aus tiefgezogenem, rostfreien Edelstahl. Ein großer Vorteil bei der Reinigung. Während das Prozessmedium bei einem Gussgehäuse bis tief in die Poren des selbigen eindringen kann, es also zu unzulässigen Ablagerungen kommt, lässt es sich von der glatten Edelstahl-Oberfläche des Beatmungsventils leicht entfernen.

Für Prozesse mit höheren Drücken eignen sich wiederum Berstscheiben. Knackpunkt dabei: die Art der Installation. In weniger hygienesensiblen Bereichen kann eine Berstscheibe zwischen Flansche oder auch in einem Berstscheibenhalter eingebaut sein. Für Bereiche mit hohen Hygieneansprüchen kommt die KUB clean zur Installation in ein Tri-Clamp-Flanschsystem zum Einsatz. Durch die glatte Oberfläche der Dichtmembran, die integrierte Dichtung und den direkten Einbau in Tri-Clamp-­Flanschsysteme sind keinerlei Schneidrillen, Vertiefungen oder Einkerbungen vorhanden, in denen während der Produktion und der Reinigungszyklen Schmutz oder Produktreste haften bleiben können. Zudem ist die produktberührende Seite der KUB clean so ausgeführt, dass sie leicht zu reinigen ist.

Fazit: Um verfahrenstechnische Anlagen sicher vor Überdruck und Explosionen schützen zu können, braucht es mehr als nur ein beliebiges Bauteil. Es braucht ganzheitliche Konzepte und individuell abgestimmte Schutzelemente. Gut, wenn man einen Partner an seiner Seite hat, der in Sachen Sicherheit keine Kompromisse macht.

Ergänzendes zum Thema
Begründung der Redaktion: Darum hat Rembe den Meilenstein verdient

Wieder überschattet meinen Newsfeed eine Meldung über eine schwere Explosion – diesmal in einem chinesischen Chemiepark –, die mindestens 47 Todesopfer forderte. Damit zeigt sich einmal mehr, dass Sicherheit keine lästige Vorschrift, keine Beschränkung der Arbeitsabläufe und auch kein unnötiger Kostenfaktor ist. Sie ist schier Notwendigkeit. Und sie muss von allen Beteiligten gesehen, verstanden und gelebt werden. Dieser Aufgabe hat sich Rembe seit über 45 Jahren verschrieben und als Impulsgeber sowie verlässlicher Partner der Prozessindustrien etabliert. PROCESS ist der Meinung, dass dieses Engagement den Meilenstein verdient hat.

(ID:45739017)