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Kompressoren

Warum Kompressoren-Hersteller als Systemanbieter gefordert sind

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Jörg Kempf

Der Kompressor wandelt elektrische Energie in mechanische Energie um und erzeugt mit deren Hilfe Druckluft. Aus thermodynamischen Gründen entsteht dabei Wärme – ein teurer Energieträger! Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist das applikationsgerecht abgestimmte Gesamtsystem aus Kompressor und Nebenaggregaten. Was bieten die Hersteller? PROCESS hat sich im Markt nach Lösungen umgesehen.

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Stimmt der Druck? Wenn der Betreiber zum Druckluft-Manager wird: Mit der Einzelkomponente „Kompressor“ alleine ist es längst nicht mehr getan. Das Gesamtsystem steht im Fokus.
Stimmt der Druck? Wenn der Betreiber zum Druckluft-Manager wird: Mit der Einzelkomponente „Kompressor“ alleine ist es längst nicht mehr getan. Das Gesamtsystem steht im Fokus.
(Bild: © zorandim75 - Fotolia)

Auf der Achema 2015 haben sich folgende Anforderungen an Hersteller von Kompressoren immer wieder bestätigt: Die Aggregate sollen eine hohe Energieeffizienz aufweisen, sie dürfen außerhalb der Wartungszeiten möglichst nie ausfallen (dennoch dürfen dafür die Wartungszyklen keinesfalls verkürzt werden!), und sie müssen in praktisch allen Industrieländern sehr hohe Umweltstandards erfüllen.

Übersicht: Mit welchen Innovationen und Angeboten warten Kompressoren-Hersteller auf? Eine Auswahl finden Sie in unserer Bildergalerie:

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Als weitere Trends fordern Anlagenbauer immer kompaktere Aggregate mit einer geringeren Zahl von Komponenten (weniger Verdichterstufen, weniger Ventile), die dennoch eine zunehmende Leistung zu erbringen haben. Die dadurch bedingten höheren Temperaturen müssen werkstofftechnisch beherrscht werden.

Das sind Höchstanforderungen, formuliert durch Spezialisten unter den Betreibern; in dieser Kombination sind das kaum komplett realisierbare Wünsche. Der „normale“ Betreiber dürfte schon zufrieden sein, wenn er die gröbsten Fehler bei der Auswahl vermeidet.

Dafür bietet ein Leitfaden der IHK Nürnberg unter Mitarbeit namhafter Kompressoren-Hersteller (Kaeser, CompAir) eine hervorragende Grundlage. Die Auswahl eines Kompressors erfolgt demnach anhand der benötigten Liefermenge, des Netzdrucks sowie der Art der Anforderung (regelmäßiger bzw. unregelmäßiger Bedarf). Welche Bauarten bieten sich an?

Kolbenkompressoren zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

  • Sie verdichten auf hohe Enddrücke (z.B. 45 bar),
  • sind geeignet für geringste Einschalthäufigkeiten,
  • weisen jedoch eine hohe Verdichtungsendtemperatur auf.

Für Schraubenkompressoren sind diese Eigenschaften typisch:

  • pulsationsarmer Lauf,
  • dauerlaufgeeignet,
  • geringer Geräuschpegel,
  • geringer Wartungsaufwand.

Ein Turbokompressor weist diese Eigenschaften auf:

  • hohe Wirtschaftlichkeit für sehr große Druckluftmengen,
  • typische Grundlastmaschine im oberen Leistungsbereich,
  • trockenlaufend verdichtete Luft,
  • verdichtet einstufig bis 2 bar, zweistufig bis 7 bar, weitere Stufen möglich,
  • für hohe Drücke weniger gut geeignet,
  • empfindlich gegen verschmutzte Ansaugluft,
  • ruhiger Lauf.

Womit wollen die Hersteller punkten? Wir wollten’s wissen und haben bei führenden Kompressor-Herstellern nachgefragt. Lesen Sie die Experten-Statements in unserer Bildergalerie:

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Aus Hygienegründen werden gern trockenlaufende Schraubenkompressoren verwendet. Doch Achtung: Der spezifische Leistungsbedarf ölfreier Verdichter ist höher als jener von öleingespritzten Verdichtern. Erst ein mehrstufiger trockenlaufender Verdichter ist energetisch etwa gleichwertig zu einem einstufigen Verdichter mit Öleinspritzkühlung. Deshalb sollten vor der Beschaffung eines trockenlaufenden Schraubenkompressors die Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abgewogen werden, rät der Leitfaden. Oft schreiben jedoch Werks- oder Branchenvorschriften den Einsatz eines solchen Kompressors vor.

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Über den Autor

Jörg Kempf

Jörg Kempf

Chefredakteur, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik