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Steckverbinder in der Automatisierung Warum es bei der Modernisierung eines Chemiestandorts auf die Verbindung ankommt

| Autor/ Redakteur: Paul Van Der Goten* / Dominik Stephan

So erleichtert ein Plug & Play-Konzept die Modernisierung eines Chemie-Schwergewichts – An seinem Produktions­standort Antwerpen verfügt der Chemiekonzern BASF über eine umfassende Infrastruktur mit eigenem Übertragungsnetz und mehreren hundert Umspannstationen. Um die alten Schutzrelais in den Mittelspannungs-Schaltanlagen gegen neue Steuer- und Schutzgeräte austauschen zu können, hat sich das Unternehmen für ein Plug & Play-Konzept entschieden. Dass dabei besonderer Wert auf die richtige Technik gelegt werden muss, ist selbstverständlich.

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Der BASF-Standort – im nördlichen Teil des Hafengeländes von Antwerpen 0 ist das Zentrum der belgischen Chemieproduktion und die zweitgrößte BASF-Produktionsplattform der Welt.
Der BASF-Standort – im nördlichen Teil des Hafengeländes von Antwerpen 0 ist das Zentrum der belgischen Chemieproduktion und die zweitgrößte BASF-Produktionsplattform der Welt.
(Bild: Phoenix Contact)

Etwa drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Belgien gehen auf das Konto eines einzigen Chemieparks: des BASF-Standort Antwerpen. Bei einer Chemiefabrik dieser Größe sind Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Stromversorgung von höchster Priorität.

So ist der Produktionsstandort über mehrere Anschlüsse mit dem Hochspannungsnetz verbunden. Ein firmen­eigenes 36-KV-Netz verteilt den Strom über das 6-KV- und 10-KV- Leitungsnetz auf verschiedene Produktionsanlagen.

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Jede Mittelspannungs-Schaltanlage wird durch diverse Strom- und Spannungsmessungen permanent überwacht. Dabei kann die Spannungszufuhr zu den elektrischen Verbrauchern einzeln geschaltet werden. Diese – auf den ersten Blick simpel erscheinenden Messungen und Schaltvorgänge – sind nicht zu unterschätzen.

Der BASF-Standort – im nördlichen Teil des Hafengeländes von Antwerpen 0 ist das Zentrum der belgischen Chemieproduktion und die zweitgrößte BASF-Produktionsplattform der Welt.
Der BASF-Standort – im nördlichen Teil des Hafengeländes von Antwerpen 0 ist das Zentrum der belgischen Chemieproduktion und die zweitgrößte BASF-Produktionsplattform der Welt.
(Bild: Phoenix Contact)

„Jede Mittelspannungs-Schaltanlage besteht aus einem Primär- und Hochspannungsteil und einem Schaltschrank, in dem sich die Steuer- und Schutzvorrichtungen befin- den“, erläutert Dirk Van Bogaert von der Abteilung Elektrische Energieversorgung und Infrastruktur der BASF in Antwerpen.

„Die Steuervorrichtungen einiger älterer 6-kV-Anlagen werden zurzeit erneuert. Dabei handelt es sich um ein längerfristiges Projekt – die Produktionseinheiten dürfen nicht beliebig lange vom Netz genommen werden. Wenn eine Einheit abgeschaltet wird, ist das Zeitfenster für die Änderungen eng begrenzt.“

Umbau in nur vier Stunden

Ein reibungsloser Ablauf erfordert immer eine gute Vorbereitung. Daher wurde in Zusammenarbeit mit dem Engineering-Partner Process Automation Solutions (PA Solutions) eine Lösung entwickelt, mit der sich ein Schaltschrank innerhalb von nur vier Stunden austauschen lässt. In dieser Zeit müssen die alten Vorrichtungen vollständig demontiert und durch den neuen Schaltschrank ersetzt werden, der dann nur noch angeschlossen und getestet werden muss.

„Um Strom und Spannung zu messen, werden im Primärteil der Mittelspannungs-Schaltanlage Messwandler eingesetzt“, fährt Van Bogaert fort. „Die Ströme und Spannungen werden dort auf 1 A und 100 V reduziert. Diese Si­gnale müssen dann zusammen mit anderen Signalen zum entsprechenden Schaltschrank geführt werden.“

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