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Wasseraufbereitung

Warum die Aufbereitung von Wasser für Industrie und Gewerbe Maßarbeit ist

| Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Prozesswasser-Aufbereitung in einer Polymer-Produktion
Prozesswasser-Aufbereitung in einer Polymer-Produktion (Bild: Envirochemie)

Kaum ein Unternehmen kommt ohne gezielte Aufbereitung für das in der Produktion genutzte Wasser (Kühlwasser, Prozesswasser, Prozessdampf) aus. Je nach Applikation sind bestimmte Eigenschaften des Wassers gefragt, andere unerwünscht.

Die BASF Lampertheim stand vor der Aufgabe, die Dampferzeugung auf Abhitzekessel mit Kraft-Wärme-Kopplung zur primären Stromerzeugung und Auskopplung von Prozesswärme umzurüsten. Die Leitfähigkeit des Kesselwassers musste nach Angaben des Kesselherstellers auf 3000 µS/cm begrenzt werden. Daher war die Nachrüstung einer Entsalzungsstufe zu der vorhandenen Kesselspeisewasseraufbereitung, bestehend aus Filteranlage, Entkarbonisierung und Enthärtung, notwendig. Da als Rohwasser ein aufbereitetes Uferfiltrat verwendet wird, wurden eingehende Versuche durch eine Pilotanlage vor Ort durchgeführt. Insbesondere wurde der Verblockungs-Index des Wassers bestimmt.

Die Experten von Envirofalk entschieden sich zusammen mit der BASF Lampertheim zur Vorbehandlung eine Ultrafiltrations- und zur Nachentsalzung eine Umkehrosmoseanlage einzusetzen. Hierfür wurden zwei getrennte Aufbereitungslinien für eine hohe Versorgungssicherheit redundant aufgebaut. Die Reinwasserleistung liegt bei 5 m3/h im Normalbetrieb und bei 10 m3/h im Parallelbetrieb. Durch die Umkehrosmose wird eine betriebssichere Fahrweise erreicht, um die nachgeschaltete Kesselanlage dauerhaft mit entsalztem Wasser versorgen zu können.

Das beschriebene Projekt bei der BASF ist ein gutes Beispiel für die wachsende Bedeutung von Membranen. Der Markt für UO-Mem- branelemente wird nach aktueller Einschätzung auch in den kommenden Jahren mit jährlich zehn Prozent überdurchschnittlich stark wachsen.

Lanxess hat aufgrund der bereits nahezu vollständigen Auslastung des Betriebs in Bitterfeld beschlossen, die entsprechende Kapazität am Standort zu verdoppeln. Die zusätzlichen Kapazitäten werden nach eigenen Angaben voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017 zur Verfügung stehen. Der Spezialchemie-Konzern ist eines von weltweit lediglich zwei Unternehmen, die über Know-how und Produkte sowohl bei Membranelementen als auch bei Ionenaustauschern verfügen.

„Mit dieser umfassenden Kompetenz in Sachen Wasseraufbereitung sind wir den Anforderungen von Kunden in aller Welt gewachsen“, so Jean-Marc Vesselle, Leiter des Lanxess-Geschäftsbereichs Liquid Purification Technologies.

Ein Detail: der multifunktionale Abstandhalter im Inneren der Membranelemente. Dieser so genannte Feedspacer besteht aus unterschiedlich dicken Filamenten, daher die Typenbezeichnung „Alternating Strand Design“ (ASD). Er schaffte in Rekordzeit den Sprung in den Markt und verhilft nun den entsprechenden Membranelementen zu hoher Energieeffizienz bei gleichzeitig optimierter Fouling-­Resistenz.

Da Membran- und Ionenaustauschtechnologie häufig im Verbund eingesetzt werden, leistet die Entwicklung und Einführung der integrierten Auslegungssoftware Lewa Plus einen wichtigen Beitrag, um die Stärken beider Technologien optimal zu verknüpfen. Mit der Software können Kunden ihre Brauchwasseraufbereitung am Bildschirm entwerfen und den Aufbereitungsprozess bis ins Detail planen – sowohl für Umkehrosmose- als auch für Ionenaustauscher-Verfahren.

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